Fußball

Säumel hat sicher die bessere Bilanz als Parensen

Jürgen Säumel ist ein Trainer, der nicht die Nähe der Mikrofone sucht. Es muss sich beim 41 jährigen also einiger Ärger über interne Vorgänge aufgestaut haben, dass er nach dem Derbysieg verbal in die Offensive ging. Was Respekt verdient, wozu man ihm eigentlich gratulieren muss. Er hat in seinen Zeiten als Co-Trainer von Markus Schopp bei Hartberg und von Franco Foda in dessen letztem Jahr bei Österreichs Nationalteam auch registriert, dass man sich nicht allzu viel gefallen lassen soll. Als er zum Sündenbock für die Heimschwache von Sturm in dieser Saison gestempelt werden sollte, wehrte er sich. Sein gutes Recht, auch wenn es Sturm-Präsident Christian Jauk nicht gefiel. Säumels Bilanz als Nachfolger von Christian Ilzer ist mit 14 Siegen in 26 Spielen und einem Punkteschnitt von 1,69 sicher besser als die von Michael Parensen (Bild) als Nachfolger von Andreas Schicker als Sport-Geschäftsführer. Der finanzielle Rekordgewinn der letzten Saison geht zum Großteil noch auf Schickers Konto, weil er die Spieler engagiert hatte, die teuer verkauft werden konnten.

Der 39 jährige Parensen hatte bei Union Berlin ach elf Jahren als Spieler nicht die verantwortungsvolle Position wie jetzt bei Österreichs Meister. Parensen war Assistent der Geschäftsführung und technischer Direktor, aber nie für den Sport verantwortlich. Das ist er zum ersten Mal in Graz. Die Bilanz seiner ersten zwei Transferzeiten ist durchwachsen. Fally Mayulu aös Nachfolger für Torjäger Mika Biereth auf Leihbasis zu holen (Bild), wäre auch ohne Mayulus Verletzung die falsche Entscheidung gewesen. Mayulu war bei Rapid mehr oder weniger ein Flop, ebenso danach bei Bristol. Von den Sommerkäufen bewährte sich der für den verletzten russischen Tormann Danili Khudiakov von Fiorentina ausgeliehene Däne Oliver Christensen, dessen Zeit mit dem Sonntag-Spiel gegen die Wiener Austria wieder vorbei ist. Der 19 jährige Pole Filip Rozga zeigte, Potenzial zu haben, um in Zukunft ein Leistungsträger im Mittelfeld werden zu können, der Däne Julius Beck bisher nicht.  Mehr als gute Ansätze gab es beim Franzosen Axel Kayombo nicht, der deutsche Innenverteidiger Tim Oermann war bisher nicht einmal im Ansatz ein Abwehrchef wie Gregory Wüthrich, Costa Rica-Abwehrspieler Jeyland Mitchell gehörte nur dreimal zur Startelf. Maurice Malone von der Austria zu bekommen, war keine „Kunst“. Bei der Frage Säumel oder Parensen kann es daher nur eine Antwort geben: Säumel.

Bei Vizemeister Red Bull Salzburg dürft auch künftig ein Deutscher die sportlichen Geschicke leiten: Nach der Absage von Schicker deutet alles auf den 41 jährigen Schwaben Marcus Mann von Hannover 96, dem Fünften der zweiten Liga, als Nachfolger für den auf eigenen Wusch zu Mönchengladbach gewechselten Rouven Schröder hin. Er war zuvor Nachwuchsleiter bei Hoffenheim, bei Hannover vier Jahre Sportchef, seit einem Jahr Sport-Geschäftsführer. Da sein Vertrag in Niedersachsen bis 2029 läuft, wird eine Millionen-Ablöse fällig. Salzburg deponierte bei Hannover ein Angebot für Mann, der zum Wechsel nach Österreich bereit ist. Mann war der Verhandlungspartner von Rapids Sportchef Markus Katzer, als der vor einem Jahr Louis Schaub von Hannover zurück zu Grün-Weiß holte.

Foto: APA/Erwin Scheriau.

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