Fußball

Schaub und Kainz: Köln „entdeckt“ die Flügelzange aus Österreich

Freitag Abend sorgte das Kopftor des nur 1,75 Meter großen Stefan Lainer für das 1:2 von Bayern München gegen Mönchengladbach. Der erste Treffer des Salzburgers gegen den deutschen Meister. Der Österreicher, der die meisten Tore gegen Bayern erzielte, trug dabei den Dress des 1. FC Köln: Toni Polster erzielte fünf seiner sechs Tore in neun Spielen gegen Bayern für die Kölner, eines für Mönchengladbach. Der 1. FC Köln ist am kommenden Samstag der nächste Gegner der Bayern. Auch dabei spielen Österreicher eine  Rolle: Florian Kainz und Louis Schaub, die sich Sonntag beim 3:1 (2:0)-Auswärtssieg über Hertha BSC Berlin vor 3000 Zuschauern als Flügelzange bewährten. Dreimal hintereinander entschloss sich Kölns Trauner Steffen Baumgart für die Flügelzangen-Variante, dreimal hintereinander gewann Köln, stieß  auf Rang sechs, der die Qualifikation für die Europa League bedeutet, vor. Nur zwei Punkt fehlen auf einen Champions League-Platz.

Unglaublich, wenn man bedenkt, dass sich die Mannschaft letzte Saison nur über die Relegation retten konnte. Da hat sich einiges geändert: Mit Baumgart kam ein neuer Trainer, ausgeliehene Spieler wie Torjäger Anthony Modeste (sorgte mit der Fpührung in Berlin für sein 12. Saisontor, das neunte per Kopf), Mark Uth und Schaub kehrten nach Kökn zurück, Dejan Ljubicic kam neu von Rapid. Schaub, der in Köln vor Baumgart ebenso wie Modest schon fast abgeschrieben war, stand zum dritten Mal hintereinander in der Startelf, der im Herbst überzeugende Ljubicic begann etwas überraschend auf der Bank. Weil Baumgart an der Mannschaft, die vor der Winterpause Wolfsburg und Stuttgart schlug, wenig ändern wollte. Damals fehlte Ljubicic wegen einer starken Erkältung.

Die österreichische Flügelzange war durchaus ein belebendes Element für Köln: Von Schaub kam der erste gefährliche Torschuss, Kainz bereitete zwei Chancen vor (eine vergab Schaub), leitete die Aktion zum zweiten Tor ein, Nach 32 Minuten lag Köln 2:0 vorne. Als Hertha nach 57 Minuten durch einen Freistoß herankam, brachte Baumgart acht Minuten später Ljubicic für Schaub, tauschte auch Kainz aus. Kölns drittes Tor fiel in der Nachspielzeit. „Wir trainieren oft das Spiel über außen, schön, wenn wir das umsetzen können“, meinte Kainz, „auch wenn das auf dem holprigen Rasen schwierig war!“ Schaub ist zweifelsohne einer der Kölner Aufsteiger der Saison, liefert Argumente für die Verlängerung des Vertrags, der im Sommer ausläuft. Wie bei Kainz. Aber der soll schon ein Angebot zur Verlängerung bekommen haben.

„Wir werden auch gegen Bayern unserem Stil treu bleiben“, prophezeite Kainz. Das entspricht auch ganz der Philosophie von Baumgart, der die Mannschaft auch bei eisigen Temperaturen wie in Berlin in einem Shirt mit kurzen Ärmeln coacht (Bild oben). Polster gewann von seinen sieben Spielen gegen Bayern mit Köln eines. Schaffen ähnliches auch Kainz und Schaub? Zwei Tore wie von Polster im Frühjahr 1995 beim 3:1-Heimsieg sollte man aber, so wertvoll sie derzeit als Flügelzange auch sind, von keinem der beiden erwarten.

 

Foto: 1.FC Köln.

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