Fußball

Sportverein mit 60 Millionen-Budget: Widersprüche und Überraschungen im Rapid-Wahlkampf

Etwas medialer Gegenwind schlug der grün-weißen Liste von Roland Schmid entgegen, als sie sich 19 Tage vor der Präsidenten  erstmals präsentierte. Etwa mit der Frage, warum mit Conny Wilczynski einer aus dem Handball-Lager dazu gehöre, aber keiner aus der Fußball-Szene. wie beim Konkurrenten mit dem Ex-Rapidler Gerald Willfurth. Wilczynski konterte, es gäbe gewisse Grundsätze, die für alle Mannschafstsportarten gelten.  Nicht ganz verstehen konnten weder er noch der als Finanzreferent vorgesehen Max Kindler die Meinung, dass ihr Plan, bei konsequenter Nützung des riesigen Rapid-Potentials den Anteil von Eigenbauspielern von derzeit 20 auf 50 Prozent zu steigern und zugleich um den Meistertitel mitzuspielen, blauäugig und unrealistisch sei

Als gemeinsame Motivation präsentierte Robert Grüneis den Fortschritt von Rapid. Mit den Lösungsansätzen, den Nachwuchs organisatorisch und finanziell stark aufzuwerten, Rapid vom Wirtschaftsbetrieb zum finanziell top-geführten Sportverein umzuwandeln. Das Konzept der Liste von Grüneis übernahm Schmid bei der Fusion der Listen vollinhaltlich: „In personellen Fragen waren wir rasch einig“, behauptete Grüneis, „es mache Sinn, mit Schmid einen zeitlich, finanziell und parteipolitisch unabhängigen Kandidaten an der Spitze zu haben! Was Martin Bruckner, der Spitzenkandidat der anderen Liste, aber auch ist.

Es gab doch Widersprüche und Überraschungen in dem „Alles fürden Sport“-Konzept.Rapid nur wie einen Sportverein zu führen und zugleich das Budget auf 60 Millionen erhöhen zu wollen, wie es der als Vizepräsidenten eingeplante Allianz-Vorstand Christoph Marek erklärte, das passt irgendwie gar nicht zusammen. Marek hielt den Plan für realistisch, weil es in der Vergangenheit schon Zeiten gab, in denen es um solchen Summen ging. Damit meinte Marek die letzte Saison der Trainerära von Zoran Barisic dank sehr guter Einnahmen durch den Europacup und Spielerverkäufe (damals Robert Beric und Florian Kainz). Schmid schloss aus, das Tor für Investoren zu öffnen, falls er gewähl werden sollte. Letzte Woche hatten die sieben Legenden, die ihn unterstützen, aber gefordert, Rapid müsse sich um Investoren kümmern. Die angekündigte Achtmillionen-Unterstützung des Unternehmers Michael Tojner für den Akademiebau unter der Prämisse, dass Brucker nicht Nachfolger von Michael Krammer wird, sah Schmid nicht als Investor-Einstieg, sondern als einen Sponsorbeitrag, den man dringend brauche. Um das Projekt möglichst rasch über die Bühne zu bringen und nicht in Etappen, wie es die Liste Leitbild von Bruckner plant. Die Akademie müsse internationale Standards haben, auch das gleiche Niveau wie von Red Bull Salzburg. Dass der Meister in nächster Zeit unerreichbar sei, verkündete auch Schmid. Trotzdem hätten die Arbeit zur „Mission 33“, das ist der 33. Meistertitel, bereits begonnen. Wilczynskis Vorstellung: „Bei jedem Verein kommt die Phase, dass er einmal schwächelt. Auch bei Salzburg. Dann muss Rapid aber voll da sein“. Worte, die vor drei Jahren auch Krammer sprach. Nur schwächelte Salzburg nie richtig und war Rapid noch viel weniger je richtig da.

Dass nunmehr auch offiziell ein Treuebekenntnis zu Sport-Geschäftsführer Barisic abgelegt wurde, überraschte nicht. Da dürfte dem Team grün weiß bewusst geworden sein, dass es sich ins Out schießen würde, wenn es Barisic am Zeug flickt. „Zoki“ soll künftig Rapids Gesicht nach außen sein. Die Rolle von Andi Herzog? „Er ist uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden, dafür sind wir dankbar. Aber Pläne, welche Position er übernehmen soll, gibt es nicht. Zuerst muss man abwarten, wie es bei seinem Teamchefjob in Israel weiter geht!“ Wirklich unerwartet kam das plötzliche Treuebekenntnis von Schmid zu Wirtschaftsgeschäftsführer Christoph Peschek. Da musste man sich fragen, ob bei der Kehrtwende nicht wahltaktische Überlegungen vor der Überzeugung den Vorrang hatten. Pescheks enge Kontakte zur Fanszene samt Ultras sind kein Geheimnis. Über rote Linie für  Fans wollte Schmid  Mittwoch gar nicht reden. Diesbezüglich würde sich bei Rapid also wenig ändern. Mittwoch versicherte der Klub der Freunde Rapids, im Präsidentenwahlkampf neutral zu bleiben, weder für Bruckner noch für Schmid Empfehlungen abzugeben.

 

 

Foto: Instagram.

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