Fußball

Von WM-Ticket überzeugt: „Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken!“

Bundespräsident Alexander van der Bellen versicherte Montag den Teamspielern bei seinem Besuch, er beneide sie nicht darum, drei  Partien innerhalb von sieben Tagen bestreiten zu müssen. Aber die beklagen sich gar nicht darüber. Vielleicht auch, weil sie solche Belastungen auch  von ihren Klubs her in den letzten Wochen durchaus gewohnt waren: „Ich bin einer, dem es guttut, wenn ich unter hohen Belastungen stehe“, behauptet Mönchengladbachs Legionär Stefan Lainer von sich. Das war er in dieser Saison. Bis vor zwei Wochen war es ein Tanz auf drei Hochzeiten, in der Champions League traf er auch auf Real Madrid, Inter Mailand und zuletzt auf Manchester City, er war beim Sieg gegen Bayern München dabei. So oft Mönchengladbachs Trainer Marco Rose bei diesem Monsterprogramm rotierte, Lainer war davon nur einmal betroffen, ansonst spielte er immer. Donnerstag Abend im Hampden-Park wird auf den Rechtsverteidiger zum Auftakt der WM-Qualifikation eine Schlüsselrolle zukommen: Denn Schottland geht meist über seine linke Seite, über den vielleicht besten Linksverteidiger der Welt, Andy Robertson vom FC Liverpool, in die Offensive. Schottlands Kapitän zu bremsen wird eine spezielle Herausforderung für den Ex-Salzburger, der sich Lainer gerne stellt.

Auch, dass es in den ersten drei von mindestens 15 Länderspielen in diesem Jahr gleich um das erste WM-Ticket für Österreich seit 1998 geht, stört ihn gar nicht: „Wir haben viel zusammen erreicht, werden weiter am Erfolg basteln“, kündigte er an,  „es ist doch nur gut, wenn von Beginn an viel auf dem Spiel steht, wir rasch auf Betriebstemperatur kommen müssen“.  Lainer versicherte sehr glaubhaft,  viel vorzuhaben. Ihm sieht man den Ehrgeiz und Tatendrang geradezu an. Viel bedeutet für ihn neun Punkte aus den ersten drei Partien, auch wenn das Duell gegen Dänemark dabei ist. Die Dänen, bei der Auslosung in Topf eins,  gelten für viele als Gruppenfavorit, auch wenn es nach den Wettquoten auf den Gruppensieg geht. Aber es gilt, was Xaver Schlager selbstbewusst sagte: „Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken!“ Und darum trauen sie sich den Gruppensieg zu, keinen Umweg über das Play-off nehmen zu müssen, um bei der  Wüsten-WM 2022 in Katar dabei zu sein: „Wir haben eine klare Spielidee. Nur wenn man große Ziele hat, kann man sie auch erreichen!“ So spricht einer, der mit Wolfsburg auf Platz drei der Bundesliga steht.

Die WM-Qualifikation gleichsam als Vorbereitung auf die Endrunde für die Europameisterschaft bedeutet ebenfalls Neuland, das sicher mehr bringen wird als die Testspiele 2016 vor der EM-Enttäuschung: „Egal, wenn man fragt, jeder hat Spiele in einem Bewerb, bei denen es um etwas geht, lieber als Partien zu Testzwecken. Das ist etwas ganz anderes“, versicherte Schlager. Im Hampden-Park werde es gegen Schottlands Spieler aus Englands Premier League wie Robertson, Scott McTominay  von Manchester United, Kieran Tierney von Arsenal, Stuart Armstrong und Che Adams von Southampton, John McGinn von Aston Villa und Ryan Fraser von Newcastle sicher sehr körperbetont zur Sache gehen: „Dabei fühl ich mich wohl“, versicherte der Mittelfeldmotor. Vielleicht  kein Zufall, dass Schlager  sein einziges Tor in bisher 17 Länderspielen im November 2018 beim 2:1 gegen Nordirland im Windsor-Park von Belfast erzielte, wo ähnliche Qualitäten gefragt waren.

Eine Neuigkeit erfuhr  Aleksandar Dragovic von seinem vielleicht 88 Spiele für Österreich: Er hat in seinen letzten zwei Monaten bei Leverkusen einen neuen Trainer. Der Holländer Peter Bosz musste wegen der sportlichen Talfahrt auf Rang sechs mit sieben Punkten Rückstand auf einen Champions League-Platz gehen. Für ihn übernahm der 39 jährige Hannes Wolf. Zuletzt war er Trainer der deutschen U18, davor in Belgien bei Genk tätig, wo er im November 2019 mit der  1:4-Heimpleite in der Champions League gegen Red Bull Salzburg „debütiert“ hatte.

Foto: ÖFB.

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