Fußball

Ist auch Neuer chancenlos, wenn Szoboszlai den Ball gut trifft?

Bayern München erstmals seit den Gruppenspielen der Champions League gegen Rapid vor 15 Jahren, dem 1:0 im Happel-Stadion und dem 3:0 in der Münchener Allianz-Arena, wieder im Europacup gegen eine österreichische Mannschaft. Dienstag Abend erstmals bei Red Bull Salzburg. Der Unterschied: 2005 war Bayern nicht Titelverteidiger in  der Königsklasse, diesmal schon. Mit der Superserie von 14 Siegen hintereinander. Es kann für Österreichs Meister keine große Prüfung bezüglich Mentalität und Qualität geben als gegen Bayern. Nur schrecklich, dass die ohne Fans in einem leeren Stadion stattfinden muss. Live zu sehen nur via Sky. Der TV-Sender bietet seine Prominenz, fast sein „Dream-Team“ dafür auf: Marc Janko als Co-Kommentator, Hans Krankl und Andi Herzog im Studio.

In der „Sky“-Zentrale in München saß Sonntag Vormittag schon Salzburgs Sportchef Christoph Freund im Studio. Gemeinsam mit  Deutschlands Rekordspieler Lothar Matthäus, 2006 Co-Trainer von Giovanni Trapattoni in Salzburg. Als die Philosophie bei den Bullen noch eine ganz andere war als die vor acht Jahren von Ralf Rangnick ins Leben gerufene, es dafür nicht einmal im Ansatz international so viele Lobeshymnen gab wie aktuell. Freund deponierte  in München, auf die eigene gute Form zu vertrauen, auch gegen den haushohen Favoriten mutig agieren zu wollen. Sofern es Bayern überhaupt zulässt: „Wir bekommen zwar ein bisschen zu viele Tore, schießen aber auch gegen Topklubs Tore!“ Gegen Bayern ebenfalls?

Das 3:0 aus dem Jänner 2014 in einem Freundschaftsspiel in Salzburg mag zwar als Mutmacher dienen, hat aber in Wahrheit nichts zu besagen. Wenn der holländische Referee Danny Makkelie Dienstag Abend das Nachbarsduell anpfeift, dann wird  Bayern eine Mannschaft am Salzburger Rasen haben, die auch nach dem positiven Corona-Test von Innenverteidiger Niklas Süle auf jeder Position besser besetzt ist als die des Außenseiters, egal wen die Trainer Hansi Flick und Jesse Marsch aufbieten: „Unsere Leistungen waren bisher besser als es der eine Punkt aussagt“, behauptet  Marsch nach dem 2:2 gegen Lok Moskau und dem 2:3 bei Atletico Madrid. Aber gegen Bayern muss sie noch besser sein, um bestehen zu können. Da wird Mut allein garantiert nicht reichen. Ganz ehrlich: So richtig traut man keinem der Salzburger Innenverteidiger, egal ob Andre Ramalho, dem an der Hüfte angeschlagenen Max Wöber oder Jerome Onguene zu, Bayerns Torjäger Robert Lewandowski an seinem ersten Treffer im laufenden Bewerb zu hindern. Dass der Pole weder beim 4:0 gegen Atletico Madrid noch beim 2:1 in Moskau zu den Torschützen zählte, klingt fast wie eine gefährliche Drohung. Und wer soll Thomas Müller kontrollieren, wer die schnellen Flügelspieler wie Serge Gnabry oder Kingsley Coman? Eigentlich kann der 7,00-Außenseiter Salzburg (siehe unten) nur positiv überraschen.

Die ganze Unbekümmertheit, mit der David Salzburg die Herausforderung von Goliath Bayern plant, zeigt sich an einem Satz des zuletzt auffälligsten Spielers, des Ungarn Dominik Szoboszlai; „Wenn man den Ball gut trifft dann ist es egal, wer im Tor steht!“ Selbst Atleticos Weltklassetormann Jan Oblak war chancenlos, konnte Szoboszlais Jubel am vergangenen Dienstag im Wanda Metropolitano (Bild oben) nicht verhindern. Ob das Manuel Neuer als weltbesten Torhüter Dienstag in der Red Bull Arena gelingen würde, wenn der 19 jährige Szoboszlai auf großer Bühne den Ball wieder gut trifft? Eine der vielen Fragen, die brennend interessieren.

Foto: Red Bull Salzburg.

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