Eishockey

Wien gegen Klagenfurt spitzt sich zu: Warum ist Innsbruck Tabellenführer?

Könnten die Spitzenmannschaften der ICE Hockey League mit Kanada, Tschechien und Schweden, den Topnationen der letzten U 20-Weltmeisterschaft in Halifax, bei der Österreich abstieg, mithalten? Der Unterschied der rot-weiß-roten Hoffnungsträger zu denen aus diesen Ländern war größer und deutlicher als erwartet. Sie waren um zwei Klassen unterlegen. Das gab Roger Bader, der Sportchef von Österreichs Eishockeyverband, in seiner Bilanz zu. Und versicherte, je mehr ein Spieler auf diesem Niveau gefordert wird, umso mehr gewöhnt er sich daran. Werden sie das im Alltag der heimischen Liga? Die Frage könnten Luca Auer von EC Red Bull Salzburg, Linz-Verteidiger Patrick Söllinger oder KAC-Stürmer Finn van Ee beantworten. Ehrlich müssten sie darauf nein sagen. Denn wirklich intensiv sind nicht viele Partien.

38 von 52 Runden des Grunddurchgangs, der am 26. Februar zu Ende geht, sind gespielt. Der Kampf um einen Platz unter den ersten sechs, der die direkte Qualifikation für das Viertelfinale, bringt die meiste Spannung, spitzt sich zu.  Schaffen werden dies von den österreichischen Klubs, so wie es derzeit aussieht, sicher der Überraschungs-Tabellenführer aus Innsbruck sowie Meister Salzburg, der mit zwei Spielen weniger vier Punkte hinter den Tirolern Dritter ist.  Dann folgen mit deutlichem Abstand Villach, die Linzer Black Wings, der KAC und den Vienna Capitals.  Den vier österreichischen Klubs sitzt  Fehervar aus Ungarn im Nacken. Villach hat einen Punkt mehr als Linz, fünf mehr als der KAC. Die Vienna Capitals mit Kapitän Mario Fischer (Bild oben) liegen einen Punkt hinter den Klagenfurtern, die in den letzten Spieler mitunter elf Ausfälle verkraften mussten, versäumten nach acht Siegen Dienstagabend durch eine 3:4-Heimniederlage gegen Bozen, das erste verlorene Spiel seit 11. Dezember, im Duell um Rang sechs den KAC zu überholen. Die nächste Chance bietet sich Freitag: Die Capitals, die ein Match weniger als der Erzrivale ausgetragen haben, empfangen die Grazer 99ers, die Klagenfurter Rotjacken Tabellenführer Innsbruck.

Mit Platz sechs werden sowohl die Grazer 99ers als auch der Neuling Pioneers Vorarlberg nichts zu tun haben. Beim Schlusslicht aus dem Ländle kam das nicht überraschend, das musste ein komplett neues Team zusammenstellen. Das braucht selbst bei einer Trainer-Größe wie dem Kanadier Marc Habscheid seine Zeit. Bis 29. November gelangen nur drei Siege, danach schon sieben. Der letzte am Dienstag gegen Graz mit 5:4 nach Verlängerung. Trotz acht Punkten Rückstand auf Rang zehn glauben die Vorarlberger noch an die Chance, via Qualifikation ins Play-off zu kommen. Sie zählen zu den Klubs, denen man nachsagt, dass ihnen finanziell das Wasser bis zum Hals steht. Die Zuschauerzahlen sind im Vergleich zu den Zeiten vor Corona rückläufig. Den größten Einbruch erlitten die Grazer mit fast 50 Prozent. In ähnlicher Größenordnung liegt er in Linz, in Wien um die 20 Prozent. Zwei der Capitals-Heimspiele in dieser Saison waren ausverkauft: Die gegen den KAC. Die Attraktivität der ausländischen Gegner wie Asiago, Olympija Laibach oder Pustertal hält sich eben in Grenzen. Auch wenn dies Liga-Manager Christian Feichtinger anders sehen wird.

Sicher tut es der Liga gut, dass nicht wie jahrelang gewohnt nur der KAC, Salzburg, die Vienna Capitals oder Villach vorne mitmischt, sondern auch Innsbruck. Es würde die Attraktivität steigern, wenn dies in den Play offs  so bleibt und auch die Black Wings aus Linz eine gute Rolle spielen. Schon allein wegen Philipp Lukas als einzigem österreichischen Trainer in der Liga. In den letzten Saisonen waren die „Innsbrucker Haie“ nach starkem Start meist ebenso stark zurückgefallen. Diesmal scheint es anders zu sein. Warum das so ist, frage sich viele, weil es keine „Runderneuerung“ gab, Head Coach Mitchell McGill-O´Keefe im Amt blieb.  Aber es gelangen gute Griffe bei der Wahl der neuen Stürmer. Braden Shaw kam von Ligakonkurrent Fehervar,  Adam Helewka von Cleveland aus der American Hockey League, Tyler Coulter aus Norwegen von Stjernen.  Ein Blick auf die besten Scorer der Liga sagt alles: Unter den ersten sechs sind vier Innsbruck-Legionäre. Shaw führt mit 54 Punkten (20 Tore, 34 Assists) vor Helenka, der mit 24 Treffen die Torschützenliste anführt, Daniel Leavens  und Coulter sind ex aequo Sechste. Bester Österreicher: Salzburgs Peter Schneider auf Rang 18 mit 12 Toren und 17 Assists.

Der Teamstürmer ist der einzige Österreicher, der eine Statistikwertung anführt. Die Plus/Minus-Bilanz für erzielte und erhaltene Tore, bei denen ein Spieler am Eis steht. In der ist Schneider mit plus 25 die Nummer eins. In der Torschützenliste sind die besten Österreicher ex aequo auf Rang 15,nämlich Benjamin Nissner von Salzburg und Brian Lebler von Linz mit je 13 Treffern. Titelverteidiger Salzburg ist die einzige österreichische Mannschaft, bei der es vorkommt, dass alle erzielten Tore in einer Partie auf das Konto von Österreichern gehen. So wie Dienstag beim 4:1 gegen Fehervar durch Paul  Stapelfeldt, Florian Baltram, Nissner und Schneider. Österreichische Spitzenwerte in den Statistiken findet man bei den Torhütern: David Kickert, der Teamkeeper in Diensten von Salzburg, ist mit 92,5 Prozent abgewehrter Schüsse die Nummer zwei hinter seinem finnischen Klubkollegen Atte Tolvonen (93,1%), Thomas Höneckl von den Linzer Black Wings liegt auf Rang fünf (92,0%).

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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