Eishockey

WM-Pause im Eishockey prolongiert! U 20 in Kanada ist die Ausnahme

Schon in diesem Jahr gab es wegen Corona für Österreichs Nationalteam keine Weltmeisterschaft, keine Chance in die Elitegruppe aufzusteigen. Das wird sich auch 2021  in ändern: Denn Mittwoch sagte der Internationale  Eishockeyverband 18 WM-Turniere der zweiten Kategorie ab, die zum Teil erst für April und Mai geplant waren. Die Begründung liegt auf der Hand: Vorhersehbare weltweite Reisebeschränkungen, Schwierigkeiten, ein sicheres WM-Turnier zu veranstalten, mögliche Quarantänebestimmungen, ein zu hohes finanzielles Risiko für Veranstalter und Teilnehmer. Österreichs  Verbandspräsident Klaus Hartmann kann dies zwar nicht ganz nachvollziehen, aber die Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Auf Österreichs Damen und Herren wartet 2021 somit „nur“ die Olympiaqualifikation, auf die Herren Ende August in Bratislava.

Die einzige Weltmeisterschaft, die mit Österreich stattfindet, ist die für die U 20-Elite ab 26. Dezember in Edmonton, bei der  Österreich durch den Aufstieg vom letzten Jahr in Minsk mitspielt. Ohne den Aufstiegsgoalie Alexander Schmidt von Villach und den besten Spieler der Minsk-WM, Davos-Center Benjamin Baumgartner. Beide sind schon zu „alt“. Nicht geplant war der  Teamchefwechsel: Marco Pewal war Anfang November bei den zwei Siegen in den Tests gegen Ungarn (4:2, 6:3) in St. Pölten vorbei, bekam aber von seinem Klub Villach keine Freigabe für die WM. Weil er als Co-Trainer beim Tabellenletzten offenbar unabkömmlich ist, zumal über die Ablöse von Head-Coach Dan Ceman spekuliert wird. Denn die Chefetage des Klubs um Vorstandssprecher Gerald Rauchenwald hält den nicht von Ceman zusammengestellten Kader für viel besser als es die Spiele bisher zeigten. Alle Versuche von Pewal, seine WM-Freigabe zu erkämpfen, scheiterten. Auch Interventionen von Verbandsseite halfen nichts. Was etwas bemerkenswert ist, weil Hartmann ein Villacher ist und im Verein einmal die Tennis-Sektion geleitet hat. Trotzdem zeigt Villach auch ihm die kalte Schulter.

Auf Pewal folgte alternativlos Teamchef Roger Bader (Bild oben). Aufgrund seiner Doppelfunktion als Sportdirektor war er in Minsk live vor Ort, kennt die Spieler. Edmonton bedeutet nicht nur eine sportliche Herausforderung, obwohl es heuer, wegen der besonderen Umstände, keinen Absteiger gibt, sondern noch mehr eine organisatorische. Unglaublich, was im Vorfeld alles getan werden muss, um nach Kanada einreisen zu dürfen. Wer nach dem 29. November einen positiven Test hatte, kann nicht dabei sein. Eine Woche vor dem Abflug muss die Mannschaft in Quarantäne. Heißt im Fall Österreich: Von 6. bis 13. September in St. Pölten wohnen und trainieren, dort drei PCR-Tests absolvieren. Wer einen positiven hat, muss sofort aus der „Blase“ ausscheiden, aber nachnominiert darf keiner werden. Die Konsequenz von Bader: Er holte sechs Torhüter und 30 Feldspieler ins St. Pölten-Camp, besetzt auch das Betreuerteam doppelt, um gerüstet zu sein. Bei einem positiven Test von Bader müsse Assistent Philipp Pinter übernehmen.

Unter den 36 Spielern sind acht Legionäre aus den USA, Schweden (bei Rögle trainieren derzeit Verteidiger Thimo Nickl sowie die Stürmer Senna Peeters und Marco Kasper) und Finnland. Der bekannteste ist der im Oktober von Minnesota in die NHL geholte Marco Rossi, der bis zum WM-Training beim Züricher SC spielen sollte. Ihn erwischte aber nach zwei Partien das Virus, bis 23. November ist er daher daheim in Vorarlberg „isoliert“. Das steht ihm und den anderen Österreichern auch in Edmonton bevor: Nach der Ankunft vier tage in Einzelisolation am Hotelzimmer. Erst ab 18. Dezember darf trainiert werden, am 21. und 23. gibt es Testspiele gegen Deutschland und die Slowakei. Die WM beginnt am Stefanitag gegen die USA, bis Silvester folgen die weiteren Gruppenspiele gegen Schweden, Russland und Tschechien. Dann ist die WM für Österreich normal beendet, außer es gibt das Wunder von Edmonton in Form eines Sieges.

Ein  kleineres „Wunder“ bedeutet es auch, wie die ICE League nach den massiven Covid 19-Problemen wieder Fahrt aufnimmt. Mit einem neu gestalteten, von vielen Verschiebungen geprägten Spielplan. Mit 108 Duellen zwischen 8. November und 22. Dezember, also in 44 Tagen. Bis 16. Dezember gibt es nur an einem Tag kein Spiel. Vor den Mittwoch-Partien hieß der Tabellenführer Graz 99ers. Aber durch die veränderten Termine kann man auch von einem etwas verzerrten Bild sprechen. Bozen hat fünf Spiele weniger als die Grazer, Salzburg vier, die Vienna Capitals liegen als Zweiter drei Punkte zurück. Mit drei Spielen weniger sind sie vorerst so etwas wie ein heimlicher Tabellenführer.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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