Fußball

40 Jahre Cordoba: Es kam bis heute nichts besseres nach!

Eine Woche nach der  Eröffnung der Fußball-WM ist Donnerstag in Österreich der Cordoba-Tag: Genau 40 Jahre ist es her, dass  die Alpenrepublik mit Hans Krankl jubelte, als der im argentinischen Cordoba mit zwei Toren Deutschland k.o. schoss, für das 3:2 und ein Stück österreichischer Sportgeschichte sorgte. „Von dem wird man noch reden, wenn ich schon tot bin“, sagt der inzwischen 65jährige Krankl heute. Und recht hat er. Der 40. Jahrestag ist ein Grund zum Feiern: Am Vormittag empfängt Bundespräsident Alexander van der Bellen die Mannschaft um ihren Kapitän Robert Sara (Bild unten) sowie Erika Senekowitsch, die Witwe des verstorbenen Teamchefs, in der Hofburg, am Abend gibt es dann im Metropol den Cordoba-Abend. Zunächst Bilder des denkwürdigen Spiels, im zweiten Teil ein Konzert von Krankl mit der Monty Beton-Band. Das garantiert Riesenstimmung.

Krankl trommelte die Mitspieler aus dem WM-Team zusammen und fast alle kommen: Friedl Koncilia, Erwin Fuchsbichler, Hubert Baumgartner, Sara, Erich Obermayer, Heinrich Strasser, Gerhard Breitenberger, Herbert Prohaska, Josef Hickersberger, Kurt Jara, Ernst Baumeister, Roland Hattenberger,  Walter Schachner, Franz Oberacher, Hans Pirkner. Willi Kreuz wird es nach einer Hüftoperation nicht schaffen, ebenso Edi Krieger aus gesundheitlichen Gründen. Heribert Weber ist bei einer Kreuzfahrt auf hoher See, Bruno Pezzey, Günter Happich und Peter Persidis sind zu früh verstorben. Natürlich gibt´s Besserwisser, die behaupten, man solle dieses Cordoba endlich ruhen lasen und dabei die Nase rümpfen, weil ja Österreich schon vor dem Spiel keine Chance mehr auf den Aufstieg unter die letzten vier hatte.  Das sind gar nicht so wenige. All denen gehört denen ins Stammbuch geschrieben: Es kam bis heute nichts besseres nach. Soll  man sich im Nachhinein vielleicht für eine Sternstunde entschuldigen? Lächerlich.

Servus TV und der ORF lieferten sich geradezu ein Wettrennen, um die Cordoba-Dokumentation. Servus Tv sendete ein paar Tage früher, der ORF flog dafür aber nach Buenos Aires, drehte im damaligen Quartier Moreno, rund 50 Kilometer von Buenos Aires.  Bei keiner der späteren österreichischen WM-Teilnahmen, weder  1982 in Spanien, 1990 in Italien oder 1998 in Frankreich, noch bei den Europameisterschaften 2008 und 2016 folgten so denkwürdige Spiele wie 1978 in Argentinien. Wobei sich das gar nicht auf Cordoba beschränkt. Auch die Siege davor in den Gruppenspielen gegen Spanien und Schweden kann man durchaus als historisch sehen. Vor zweieinhalb Wochen, nach dem 2:1 gegen Deutschland in Klagenfurt am 2. Juni mitten in der  WM-Vorbereitung des Weltmeisters, Österreichs ersten Sieg über Deutschland seit 32 Jahren, meinte Marko Arnautovic, künftig müsste es statt Cordoba Klagenfurt heißen. Der Konter der Cordoba-Generation erfolgte rasch. Mit Schachners Hinweis, Arnautovic müsse erst einmal bei einer WM spielen. Was durchaus seine Richtigkeit hat. Ein Sieg in einem Freundschaftsspiel kann nie über einen bei einer WM gestellt werden. Egal, wie lange der zurückliegt. Und darum soll man sich Donnerstag durchaus nochmals über Cordoba freuen.

Die Chance der aktuellen Generation, Cordoba zu toppen, kommt erst. Die Qualifikation für die Wüsten-WM in Katar schaffen, dann 2022 dort denkwürdige Spiele liefern. Aber davor kommt noch einiges anderes. Zunächst die Nations League und dann hoffentlich die Europameisterschaft 2020. Dass die Fans der Mannschaft von Franco Foda wahrscheinlich auch wegen des Siegs von Klagenfurt einiges zutrauen, zeigt sich schon daran, dass in nur einer Woche 10.000 Abonnements für die Heimspiele der Nations League im September und Oktober gegen Bosnien und Nordirland abgesetzt wurden.

Foto: © ServusTV.

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