Fußball

Agieren auch die Rapid-Ultras mit Abführmittel?

Von den letzten zwölf Heimspielen gegen Sturm hat Rapid nur eines verloren. Es wäre für die brisante Stimmung rund um Grün-Weiß günstig, wenn Samstag Nachmittag zum Start der fünften Runde nicht die zweite Niederlage hinzukommt. In den zwei Heimspielen gegen den Tabellenführer und den LASK vor der Länderspielpause zählen nur sechs Punkte, sonst wird´s ungemütlich. Montag tagt wieder der Strafsenat über die Vorfälle mit den Fans bei der 1:3-Niederlage gegen Admira in der Südstadt und der Verhalten von Trainer Goran Djuricin nach dem Schlusspfiff. Sollten auch gegen Sturm wieder einige ganz in schwarz gekleidete, zum Teil vermummte Typen aus dem Fansektor für die dritte Unterbrechung sorgen, dann kann´s ganz schlimm werden. Referee Manuel Schüttengruber gilt nicht gerade als sehr nervenstark.

Wenn man nach dem Pyro-Krieg vom letzten Montag in Rostock beim deutschen Cup so hört, was die Ultras aalles unternehmen, um ihre Aktionen zu starten, dann kann man für Österreich nur raten: Rasch ein gemeinsamer Gipfel mit Behörden, Bundesliga und den Vereinen. Es bringt nichts, wenn Austria gegen Rapid stichelt und umgekehrt, der Kampf kann nur gemeinsam gewonnen werden. Nach Rostock bekannte die deutsche Polizei, einigen Ultras-Aktionen machtlos gegenüber zu stehen. Die schrecken praktisch vor nichts zurück, um die Gegenstände, die sie für ihre Randale brauchen, ins Stadion zu schmuggeln:  Zunächst schlucken sie starke Schmerzmittel, dann die besagten Gegenstände. Im Stadion greifen sie zu Abführmitteln, die spätestens nach einer haben Stunde wirken, um die Gegenständ  auszuscheiden. Nachweisen könnte man das nur, wenn bei den Eingängen Kontrollen wie sonst nur am Flughafen möglich wären, also Ganzkörperscanns. Aber das ist Illusion. Im Internetzeitalter ist zu befürchten, dass diese Methoden auch schon in Österreich bekannt sind. Und möglicherweise auch schon angewendet werden. Aus Liebe zu seinem Verein tut dies aber kein normaler Mensch. Da gibt es andere Absichten, die wirksam bekämpft gehören. Die Situation ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich gefährlich.

Wird die Lage auch für Rapids Trainer gefährlich, wenn er  nicht verhindern kann, dass Sturm erstmals in seiner Vereinsgeschichte vier Auswärtsspiele in Serie gewinnt, die Saison mit fünf Siegen hintereinander beginnt, was nicht einmal in Meisterzeiten unter Trainerguru Ivica Osim mit dem magischen Dreieck, mit Ivo Vastic, Mario Haas und Hannes Reinmayr gelang? Das würde zehn Punkte Rückstand von Rapid auf die Grazer bedeuten. Djuricin sieht die Lage nicht kritisch: „Wir haben von bisher acht Spielhälften sechs ordentlich gespielt. Uns fehlen nur zehn Prozent, um neun Punkte zu haben.“ Präsident Michael Krammer trat öffentlich zur Verteidigung von Djuricin an.  Die Erfahrung über viele Jahre lehrt, dass dann sehr wohl  interne Trainerdiskussionen bereits im Laufen sind. Krammer hat es zwar gut gemeint, wenn er behauptet, dass die Lernkurve von Djuricin nach oben zeigt. Man kann sagen, dass jeder Mensch immer dazulernen soll. Das stimmt schon. Nur wäre für Rapid nach der letzten Saison derzeit vielleicht ein Trainer wichtig, der nicht mitten in der Lernkurve ist. Prinzipiell sollte Rapid vorrangig nicht ein Verein sein, um wichtige Erfahrungen für die Karriere zu sammeln. Sondern ein Klub, der bereits von gewonnenen Erfahrungen profitiert.

Sportchef Fredy Bickel versprach Djuricin  bis zum Transferschuss eins bis drei neue Spieler. Eine Neugikeit. Denn es gibt auch den nächsten Langzeitausfall: Philipp Malicsek kann wegen eines Muskeleinriss im Oberschenkel heuer nicht mehr spielen. Das werden also noch hektischere 19 Tage, als es Bickel derzeit lieb ist. Ohne Christopher Dibon besteht auch im Abwehrzentrum Handlungsbedarf. Djuricin, der zu Saisonbeginn noch versicherte, über  seinen Kader glücklich zu sein, wünscht sich Leute, die für mehr Schnelligkeit  und Qualität sorgen, eine andere Mentalität als die derzeitigen Spieler haben.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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