Fußball

„Aufstand“ der Legenden gegen Bickel: Bei Rapid darf nichts mehr passieren!

Man braucht bei Rapid nach dem „Totalausfall“ (Copyright Didi Kühbauer) beim 1:3 in Wolfsberg gar nicht um den heißen Brei herumreden: Schon Sonntag gegen 19 Uhr wird man wissen, um der Kampf um die Meisterrunde noch eine Chance auf Erfolg hat oder nicht. Das hängt einmal von Rapid selbst beim Duell gegen den Zweiten LASK ab. Zuvor entscheidet sich bereits etwas, wenn Kühbauers Ex-Klub St. Pölten Wacker Innsbruck mit Karl Daxbacher, der als Trainer auch die Niederösterreicher in die Bundesliga geführt hatte, empfängt. Die Marschroute beim Vierten, der den Vertrag mit Kühbauers Sommerkauf Daniel Drescher vorzeitig verlängerte: Gelingt der erste Sieg unter Kühbauers Nachfolger Ranko Popovic, dann ist am Platz in der Meisterrunde nicht mehr zu rütteln. Die Meinung hat etwas für sich. Rapid kennt das Ergebnis aus St. ölten bereits beim Anpfiff. Aber es ändert nichts daran: Grün-Weiß ist zum Siegen verdammt, in den letzten acht Runden darf nichts mehr schief laufen,sind Totalausfälle verboten!

Im neuen Winterkatalog des Fanshops machen die Spieler, wie oben am Bild Christopher Dibon in bunten Pullovern als Dressman gute Figur. Das muss ihnen gegen die Linzer auch am Rasen gelingen, sonst ist die Stimmung am Tag darauf in der Hauptversammlung noch viel  gereizter als ohnehin schon. Das bekam Donnerstag Abend beim Ganslessen der Legenden,zu denen Rapids Chefetage ins Allianz-Stadion geladen hatte, Sportchef Fredy Bickel  vehementer zu spüren, als er es  vielleicht erwartete. Die machten ihn für so ziemlich alles verantwortlich, was zuletzt schief lief, nicht nur für seine Einkäufe. Der Schweizer wirkte deshalb auch etwas verstört. Auch Steffen Hofmann war beim Legendentreff dabei, verlor dabei nicht die ihm eigene Gelassenheit: „Wir müssen unseren Weg finden und unsere Strategie haben. Auch wenn´s nicht so einfach ist, da muss man die Ruhe bewahren.“ Ruhe und  Rapid, das passt aber nicht so richtig zusammen.

„Wir haben vier Endspiele vor Weihnachten und dann auch nach der Winterpause. Das ist die große Wahrheit“ weiß Kühbauer, für Hofmann die beste und logischste Wahl als Rapid-Trainer in ganz schweren Zeiten. Gegen den LASK hat Rapid letzte Saison daheim zweimal ohne Gegentor gewonnen, kein Match verloren. Das passierte aber im August beim 1:2 in Pasching, worauf Kühbauers Vorgänger Goran Djuricin der unglückselige Sager auskam, er könne nicht in jedem Spiel von seiner Mannschaft einen Sieg verlangen. Der LASK kommt mit einer Auswärtsbilanz, die Rapid gerne hätte (13 Punkte aus sieben Spielen) nach Hütteldorf, schoss in Wien bereits die Austria mit 3:0 vom Platz: „Es ist unser Anspruch, auch Rapid in Wien zu bezwingen. Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, wird´s Rapid schwer haben“, prophezeite Trainer Oliver Glasner, der bisher vier von sieben Duellen gegen Kühbauer gewonnen hat. Sonntag folgt das erste gegen den Rapid-Trainer Kühbauer, der die Linzer als kompakteste Mannschaft der Liga einschätzt: „Fußballerisch sind wir besser, aber das allein wird nicht reichen.“

Von bisher sieben Heimspielen dieser Saison gegen  Rapid erst drei, zwei davon nach dem Trainerwechsel zu Kühbauer. Der auf den verletzten Rumänen Andrij Ivan verzichten muss, möglicherweise „Pfitschipfeil“ Philipp Schobesberger von Beginn an bringt. Interessant wird  für Rapid auch sein, wie es Sturm Graz beim Trainerdebüt von Roman Mählich in Altach gehen wird. Er steht für Leidenschaft und defensive Kompaktheit. kündigt personelle Veränderungen an, mit denen er punkten will. In den Neunzigerjahren waren Kühbauer und Mählich, bevor sie gemeinsam bei der WM 1998 spielten, in den Duellen Rapid-Sturm erbitterte Gegner im  Mittelfeld. Meist bekam dabei Mählich von Trainerguru Ivica Osim die Aufgabe, Kühbauers Kreise einzuengen. Dabei sprühten öfters die Funken oder flogen die Fetzen, wie man so schön sagt. Jetzt sind sie Trainergegner, um ihren Herzensklub vor dem blamablen Fall in die Qualifikationsrunde zu bewahren.

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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