Fußball

Bei Rapid – LASK fliegen die Fetzen! Brügge hat Greiml im Visier, Schlager fehlt

Rapid gegen LASK, das bürgte in der vergangenen Saison für viele Emotionen, kampfbetont Duelle, körperbetonte Attacken. Sonntag Abend wird das im Hütteldorfer Allianz-Stadion wohl nichts viel anders sein. Da wird der Kampf um die zweiten Bälle vielleicht entscheidend sein. Beide haben nach drei Runden sieben Punkte, sind ungeschlagen. Da geht es wohl auch darum, ob der Vizemeister oder  LASK  sich als erster Verfolger und Herausforderer von Meister Red Bull Salzburg, der daheim Hartberg wohl saisonübergreifend den achten Sieg hintereinander feiern wird, positionieren kann. Daher werden wohl erneut die Fetzen fliegen.

Aber wahrscheinlich nicht zwischen Leo Greiml und dem „Mister Europacup“ der Linzer, Marko Raguz (Bild oben). Da Greiml noch angeschlagen, nicht topfit ist, überlegt Trainer Didi Kühbauer  auf ihn ebenso zu verzichten wie auf Kapitän Dejan Ljubicic. Er wird sie in den englischen Wochen nach der Länderspielpause noch brauchen. Für den 19 jährigen Innenverteidiger gab es vor kurzem ein konkretes Angebot aus Belgien von Meister FC Brügge, der in der Champions League spielt. Das spricht für Greimls Entwicklung. Einerseits war Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic die angebotene Ablöse nicht hoch genug, andererseits entschieden Greiml und sein Berater Thomas Böhm in Abstimmung mit Barisic dass es besser sei, sich noch eine Saison bei Rapid zu profilieren. Brügge behält aber Greiml im Visier. Barisic ahnt schon: „Länger als ein Jahr werden wir ihn nicht mehr halten können!“

Rapid hat in der vergangenen Saison die letzten drei Spiele gegen den LASK gewonnen – 4:0 und 1:0 in Pasching, 3:1 in Hütteldorf. Es waren stets enge Partien, die aber aktuell wenig zu besagen haben. Der LASK kaufte im Sommer sechs Neue ein, von denen  nur Andreas Gruber vorerst einen Platz in der Startformation hat, Rapid holte nur einen Tormann (Bernhard Unger), der als Nummer drei eingeplant war. Die Linzer kannten schon vor der Donnerstag-Gala in Lissabon nur ein Ziel: Rapid in Hütteldorf zu schlagen. Davon ist Kühbauer überzeugt. Ebenso davon, dass seine Mannschaft es zum vierten Mal in Serie schaffen kann, den LASK in die Knie zu zwingen. Wenn es gelingt, sich auf die Linzer Standards einzustellen. Vier seiner fünf Tore in den ersten drei Runden erzielte der LASK aus Standards, Rapid sechs seiner sieben aus dem Spiel. Die Eckbälle und Freistöße von Peter Michorl in Richtung Gernot Trauner sind für Kühbauer nichts Neues. Die hätte es schon gegeben, bevor Dominik Thalhammer Trainer des  LASK wurde und Christian Heidenreich als Spezialist für Standards mitnahm: „Das war schon bei Valerien Ismael und Oliver Glasner eine Stärke des LASK , die jeder kannte. Trotzdem ist das nur schwer zu verteidigen!“  Dreimal gelang es schon.

Nicht dabei ist in Hütteldorf Teamkeper Alexander Schlager wegen Adduktorenbeschwerden, die auch Teamchef Franco Foda nicht gefallen werden. Denn Schlager sagte auch für die Spiele gegen Griechenland, Nordirland und Rumänien ab. Für ihn steht Jörg Siebenhandl im Teamkader, Salzburgs Cican Stankovic wird wohl die Nummer eins sein. Thalhammer kann zwischen dem 38 jährigen Routinier Thomas Gebauer oder dem 18 Jahre jüngeren, 1,95 Meter großen Tobias Lawal als Schlager-Ersatz wählen. Für ihn wäre es das Bundesligadebüt. Tipp 3 bietet schon nach drei Runden eine Wette an, ob Rapid am Saisonende nach 32 Runden vor dem LASK liegt oder die Linzer vor Grün-Weiß. 1,70 ist Rapids Quote, 1,90 die vom LASK. Für Sonntag gibt es für beide nur eine Siegquote, nämlich 2,40.

Seit Samstag wissen Rapid und der LASK, dass sie ihre Europa League-Gruppe am 22. Oktober gegen den Favorit aus Englands Premier League beginnen werden. Rapid im Hütteldorfer Allianz-Stadion gegen Arsenal, der LASK an der Londoner White Hart Lane gegen Tottenham. Trotz Harry Kane holte Trainer Jose Mourinho von Benfica Lissabon Portugals Schützenkönig Carlos Vinicius, der in 32 Runden 18 Tore erzielte, neu dazu. Die „Spurs“ liehen den 1,90 Meter großen Brasilianer um drei Millionen Euro für ein Jahr aus. Wolfsberg empfängt beim Start in  die Europa League im Klagenfurter Wörthersee-Stadion ZSKA Moskau. Bei den Kärntnern könnte sich bis zum Ende der Transferzeit am Montag Abend noch etwas tun. Auch Sturm Graz hat seit Samstag Handlungsbedarf. Niklas Geyrhofer, der 20 jährige Innenverteidiger, fällt nach starken Leistungen gegen Rapid und Hartberg mit Bänderrissen im Sprunggelenk, die er sich im Training zuzog, monatelang aus. Die Reaktion darauf könnte David Nemeth heißen. Möglich, dass Sportchef Andreas Schicker den 19 jährigen Ex-Mattersburger auf Leihbasis von seinem neuen Klub Mainz bekommt. Das hätte auch Barisic für Rapid versucht, wenn Mateo Barac in die Türkei gewechselt wäre. Tat er aber nicht.

Rapid muss es Sonntag besser machen als Samstag Mittag die zweite Mannschaft gegen Lafnitz in der zweiten Liga, der es nicht gelang, die Überlegenheit als eigentlich bessere Mannschaft in drei Punkte umzusetzen.  Drei Tage nach dem ersten Saisonsieg in Dornbirn gelang in Hütteldorf zwar dem Steirer Marco Fuchshofer die schnelle Führung in der ersten Minute, der Ausgleich zum 2:2 in der 90. Minute. Aber in der 93. Minute fiel das 2:3. Damit kein Punkt, in fünf Runden dreimal verloren, aus drei Heimspielen nur ein Unentschieden.

 

 

 

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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