Fußball

Das bittere EM-Aus für Szoboszlai in Saalfelden: Letzte Hoffnung Leberbauer

Vor acht Monaten schoss Dominik Szoboszlai als Spieler von Österreichs Meister Red Bull Salzburg Ungarn in seinem 12. Länderspiel durch ein Tor in der Nachspielzeit zum 2:1 gegen Island und damit zur Europameisterschaft. Deshalb wurde der 20 jährige auch zu Ungarns Sportler des Jahres gewählt. Montag Abend kam jedoch im EM-Trainingslager von Ungarn im Brandlhof bei Saalfelden das bittere EM-Aus für den Kreativspieler: Zu starke Schmerzen, so macht die Europameisterschaft keinen Sinn. Er reiste mit Tränen in den Augen ab. Nichts wird mit den Spielen gegen Europameister Portugal und Weltmeister Frankreich vor 62.000 Zuschauern in der ausverkauften Puskas-Arena von Budapest, wo er vor leeren Rängen zu Ungarns Volkhelden avanciert war. Was passierte zwischen November und Ende Mai? Ein Transfer von Salzburg zu den Bullen nach Leipzig. Für die er bis jetzt kein Match bestritt. Daran trägt auch Leipzig Boss Oliver Mintzlaff einige Schuld.

Szoboszlai kam schon mit Schmerzen nach Leipzig. Schambeinentzündung, Adduktorenprobleme, zu viel auf einmal. Wier da bei Salzburg durchhielt, im Herbst immerhin auf 22 Spiele mit neun Toren und elf Assists kam? Wahrscheinlich mit Hilfe schmerzstillender Mittel oder Injektionen. Szoboszlai wollte im Jänner zur Behandlung nach Fuschl zu Franz Leberbauer, einem Spezialisten in Sachen Schambeinentzündungen. Mit seinen Methoden hatte er bereits im Herbst 2018 Leipzigs Schweden Emil Forsberg nach einem halben Jahr Pause in kurzer Zeit auf die Beine geholfen, damit die Karriere und in Folge vielleicht auch die EM-Teilnahme des Schweden gerettet. Da war Ralf Rangnick noch Sportchef bei Leipzig, ordnete die Behandlung bei Leberbauer an.  Mintzlaff verbot sie im Jänner, weil ihm die Kosten dafür zu hoch waren. Als Szoboszlai selbst einen Teil übernehmen wollte, untersagte ihm Mintzlaff ihm das. Er durfte nicht nach Fuschl.

Leipzigs medizinische Abteilung fand wie früher bei Forsberg oder bei Österreichs Teamspieler Konrad Laimer auch bei Szoboszlai offenbar keine Therapie, die half. Laimer wechselte nach Herxheim bei Karlsruhe zu Mike Steverding, dem Physiotherapeuten und Reha-Trainer von Österreichs Team, der dort sein Institut hat. Ohne Steverding wäre er jetzt  bei Österreichs Team nicht dabei. Szoboszlai stieg zwei Wochen vor Saisonende in Leipzigs Mannschaftstraining ein. Sozusagen als Schmerzensgeld verlängerte MIntzlaff den Vertrag um ein Jahr bis 2026, ohne dass Sboboszlai einmal spielte. Aber die Verletzung war noch immer nicht ausgeheilt. Somit ist Ungarn um eine große EM-Hoffnung ärmer.

Ab Freitag lässt sich Szoboszlai  mit fünf Monaten Verspätung doch von Leberbauer behandeln. Er zahlte einen hohen Preis für Mintzlaffs Sturheit. Sein neues Ziel heißt nicht mehr die Europameisterschaft, sondern bis 5.Juli schmerzfrei zu sein. Dann ist Trainingsbeginn bei Leipzig unter dem neuen Trainer Jesse Marsch, der den Ungarn aus Salzburgs bestens kennt.

Foto: UEFA.com.

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