Fußball

Der Ex-Tormann des SF Berg pfeift Österreich-Holland

In der zweiten Minute der Nachspiezeit rettete Deutschland in Frankfurt ein 1:1 (0:1) gegen die Schweiz und den Gruppensieg. Vom Glanz des Kantersiegs im Eröffnungsspiels gegen ein desolates Schottland war nichts mehr zusehen, alle deutschen Titelträume erhielten einen gehörigen Dämpfer. Deutschland lag ab der 28 Minute durch ein Tor von Bologna-Legionär Dan Ndoye 0:1 zurück, danach war von deutschen Ideen oder Zauberfußball mit Jamal Musiala, Florian Wirtz oder Kapitän Ilkay Gündogan  wenig bis nichts zu sehen. Zwei Joker sorgten für den Ausgleich: Die Flanke von Linksverteidiger David Raum verwertete Niclas Füllkrug per Kopf. Bereits sein zweites EM-Tor als Joker. Deutschland trifft im Achtelfinale Samstag in Dortmund auf den Zweiten der Gruppe mit England, Dänemark, Slowenien und Serbien, wahrscheinlich Dönemak. Ohne Jonathan Tah, der nach zwei gelben Karten gesperrt ist. Antonio Rpdiger, der andere Innenverteidiger, ist wegen einer Oberschenkelverletzung ein Fragezeichen.

Für Österreich brachte der Sonntag nichts beunruhigendes. Ungarn bezwang Schottland in Stuttgart durch das erste Tor des eingewechselten Ujpest-Stürmers Kevin Cosoboth im Teamdress in der zehnten Minute der Nachspielzeit 1:0(1:0), könnte mit drei Punkten zu den vier besten Dritten gehören und in die k.o.-Phase kommen. Aber nicht auf Kosten von Österreich: Ungarns Tordifferenz beträgt minus drei, damit bleibt Österreich vorerst der beste Gruppendritte. Das Spiel in Stuttgart stand im Zeichen der schweren Verletzung von Ungarns Angreifer Barnabas Varga, der nach einem Zusammenprall mit Schottlands Tormann Angus Gunn bewusstlos war, von Sanitätern minutenlang am Rasen behandelt und dann mit Sichtschutz auf der Bahre vom Platz getragen wurde. Knapp vor Schusspfiff kam die etwas beruhigende Meldung, dass der ehemalige Mattersburg-Legionär wieder ansprechbar ist. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, der Zustand soll stabil sein.

Österreich könnte schon Montagabend ins Achtelfinale kommen, falls weder Kroatien (in Leipzig gegen Italien) noch Albanien (in Düsseldorf gegen Spanien) gewinnen. Dann gehört Österreeich schon vor dem Anpfiff des Spiels gegen Holland im Berliner Olympiastadion zu den besten vier Dritten, die weiter kommen. Die Partie gegen die Holländer leitet der 40 jährgie Slowake Ivan Krusliak, der bei Österreichs Team zuletzt vor drei Jahren in der WM-Qualifikation beim 0:1 gegen Dänemark in Kopenhagen im Einsatz war. Er war auch Referee, als Rapid vor neun Jahren  in der Cruyff-Arena Ajax Amsterdam durch das sensationelle 3:2 mit zwei Toren von Louis Schaub aus der Qualifikation zur Champions League warf. Als Spieler hatte Krusliak eine Österreich-Vergangenheit: Er war 2003/04 Tormann beim SF Berg in der ersten Klasse Ost in Niederösterreich. Ein Kreuzbandriss, erlitten im Lokalderby gegen Bruck/Leitha, war der Schlussstrich unter diese Karriere. Danach begann er mit der Ausbildung zum Schiedsrichter.

Mit Teamchef Ralf Rangnick kommt Montagnachmittag Marko Arnautovic zur Pressekonferenz ins Olympiastadion. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass der Spieler dann auch zur Startelf gehören wird. Arnautovic damit zum zweiten Mal hintereinander. Was man nach der Startniederlage gegen Frankreich wirklich nicht erwarten konnte.

Foto: SF Berg.

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