Fußball

Die Gier sprich für Österreichs ersten WM-Titel: „Wir haben alle Qualitäten!“

Der Hype in Österreich um das bei der Weltmeisterschaft in Katar so erfolgreiche Unter 17-Team ist groß. Und er wird weiter steigen, sollte Donnerstag im achten Spiel innerhalb von 22 Tagen, im Finale gegen Europameister Portugal der achte Sieg gelingen, wieder die Jubelfaust von Teamchef Hermann Stadler (Bild) zu sehen sein. Erstmals im Khalifa International Stadium: „Ein Finale ist immer 50:50. Wir sind bisher als einzige Mannschaft makellos durch die WM gegangen, aber diese Mannschaft will immer mehr. Da wird auch im Finale so sein!“, prophezeite Stadler. Denn die Zukunftshoffnungen zeichnet auch ihre große Gier aus, die Nachwuchschef Sebastian Prödl herausstrich: „Sie sind leidensfähig, scheuen vor großem Aufwand nicht zurück, sind physisch und mental so stark, um am Ende immer noch einen draufzulegen und dann immer die bessere Mannschaft zu sein.“ Prödl charakterisiert das Erfolgsteam als kompakte Einheit, die Einzelspieler wie etwa Johannes Moser glänzen lässt. „Die Mannschaft gibt ihm das Vertrauen, voranzugehen. Er spiegelt die Erfolgs-Mentalität wider! “ Könnte durchaus sein, dass der Kärntner Österreichs erster WM-Torschützenkönig wird, selbst wenn er im Finale nicht seinen neuen Treffer erzielen sollte.

Österreich geriet bei der WM bisher noch nie in Rückstand. Zehn aus der Startelf des gegen Italien gewonnen Semifinales, eine Änderung – so dürfte Stadlers Matchplan für das Finale aussehen: Im Tor der bisher unbezwungene Daniel Posch von Mainz, in der Viererabwehr rechts Rafael Feldinger aus Salzburgs Akademie, links mit Florian Hoffmann ebenfalls ein Salzburger. Im Zentrum der im Semifinale gesperrt gewesene Ifeany Ndukwe von der Wiener Austria und Kapitän Jakob Pokorny von Liefering. Im zentralen Mittelfeld vertraut Stadler der Austria-Kampfmaschine Vasije Markovic und Jakob Werner von Salzburgs Akademie.  Über rechts stürmt der Austrianer Hasan Deshisku, über links Moser, zwischen ihnen agiert Luca Weinhandl von Sturm Graz. Ganz vorne ersetzt Nicolas Jozepovic den beim 4:0 gegen England mit einem Kreuzbandriss ausgeschiedenen Dominik Dobis, dessen Trikot mit der Nummer elf seine Mitspieler sicher wieder in die TV-Kameras halten werden.

Am 28. Oktober landete Österreichs U 17 in Katar. Von der Chance, Weltmeister zu werden, sprach damals noch einer. Wenn sie Freitag, genau einen Monat später, mit dem WM-Pokal zurück nach Wien fliegen sollten, wird Stadler („wir haben alle Qualitäten, die es dafür braucht“) immer noch glauben, im falschen Film zu sein. ORF 1 und Sky Austria mit Co-Kommentator Martin Stranzl  übertragen live das historische Finale. Das in Österreich sicher mehr Zuschauer vor den Fernseher locken wird als danach die Europacupspiele von Rapid, Sturm Graz und FC Salzburg.

Foto: ÖFB/A.Pichler.

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