Fußball

Erstmals im Achtelfinale: Willkommen bei den Großen!

Liebe Ösis, willkommen bei den Großen! Das schrieb Deutschlands Massenblatt „Bild“ Montag Abend nach Österreichs hochverdientem 1:0 (1:0) gegen die Ukraine in Bukarest, einem historischen Sieg. Der dafür sorgte, dass Österreich erstmals bei einer Europameisterschaft im Achtelfinale steht, zu den besten 16 Nationen Europas zählt. Wobei „Bild“ nicht auf den Hinweis vergaß, das der Erfolg eigentlich den Qualitätssiegel „made in Germany“ hat. Weil neun Mann der Startelf Legionäre in der deutschen Bundesliga sind Darunter Goldschütze Christoph Baumgartner, der nach 21  Minuten für das Siegestor sorgte, als er mit der Sohle(!) einen Eckball vor David Alaba vor Innenverteidiger Ilya Zabarnyi ins Tor verlängerte. Mit dem er drei Minuten zuvor bei einem Eckball für die Ukraine im österreichischen Strafraum zusammengeprallt war. Nur zwölf Minuten nach seinem Tor musste Baumgartner mit Brummschädel bei Temperaturen von 25 Grad aufgeben. Für ihn kam Alessandro Schöpf. Ein Erfolgserlebnis für den Tiroler in seiner schlimmen Abstiegssaison mit Schalke.

Beim Schlusspfiff war Baumgartner trotz Kopfweh aber so klar, dass er nach dem Highlight seiner Karriere prophezeite: „Ganz Österreich soll sich freuen aber unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende.“ Obwohl Samstag im Achtelfinale im Londoner Wembley-Stadion die bisher total überzeugenden Italiener warten, die seit 30 Spielen ungeschlagen sind,  bei den letzten elf Siegen kein Gegentor kassierten. Dennoch meinte Teamchef Franco Foda in der Jubelstimmung: „Irgendwann kommt der Punkt, wo Serien zu Ende gehen!“ So euphorisch jubelte Foda zuvor nie. Wie er gleich nach dem Schlusspfiff seinen Jubel in die TV-Kameras brüllte, das bedeutete großes Kino. Er hat damit auch das dritte große Ziel seiner Ära  erreicht: Nach der EM-Qualifikation und dem Aufstieg in der Nations League nun das EM-Achtelfinale. Zweifelsohne der größte und wichtigste Erfolg.

An dem er mit einer geglückten Umstellung seinen Anteil hatte.  Auf Viererabwehr mit David Alaba als linkem Verteidiger. Mit Florian Grillitsch im zentralen Mittelfeld, der eigentlich seine Aufstellung forderte, aber dann auch lieferte, zum „man of the match“ gewählt wurde. Auch das Festhalten an Baumgartner trotz nicht überzeugender Leistungen in den ersten zwei Spielen bewährte sich. Alaba neutralisierte Ukraines Routinier Andriy Jarmolenko und machte auch Druck nach vorne. Es passte. So war die erste Hälfte sicher Österreichs beste seit dem 2:1 gegen Norwegen in Oslo im September 2020.  Daniel Bachmann hielt sein erstes „zu null“ im Teamtor schon in seinem fünften Länderspiel fest. Österreich ließ nur wenig zu, aber wenn es nötig war, konnte man sich auf ihn verlassen. Der Anteil des zuvor als  Heilsbringer gefeierten Marko Arnautovic? Überschaubar. Schon vor der Pause hätte er bei einem Konter nach perfekter Vorarbeit  von Schöpf das 2:0 erzielen und das Match entscheiden müssen. Die Betonung liegt auf müssen.

Der Schweizer „Blick“ fürchtete vor dem Match,  dass sich Österreich und die Ukraine zu einem „Päckli“ gegen die Schweiz verbünden werden, weil bei einem Unentschieden der Dritte der Österreich-Gruppe vor der Schweiz liegen würde. Die Angst war völlig unbegründet. Österreich spielte von der ersten Minuten an auf Sieg, beherrschte Match und Gegner, verdiente sich Platz zwei hinter Holland. Oranje bezwang Nordmazedonien in Amsterdam 3:0 (2:0), Goran Pandev beendete mit diesem Match seine Karriere. Der 21. Juni ist jetzt endgültig ein Fußballfeiertag in Österreich: 1978 gelang an diesem Tag der historische 3:2-Sieg über Weltmeister Deutschland bei der Argentinien-WM in Cordoba mit den legendären Toren von Hans Krankl,  43 Jahre später der erste Aufstieg ins EM-Achtelfinale. Auch vom Sohlentor des Christoph Baumgartner (Bild oben) wird man immer reden. Und der „Blick“ schrieb nach dem 1:0 „danke, liebe Österreicher“. Weil die Schweiz damit in der Tabelle der besten Gruppendritten vor der Ukraine liegt,

Foto: UEFA.

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