Fußball

Foda oder Djuricin: Wer hat die bessere Premiere? Leise Töne bei Rapid

Der Tabellenführer empfängt nach vier Siegen hintereinander, bei denen immer zwei Tore gelangen, den Dritten, der nach vier 1:0-Siegen auch mit Selbstvertrauen vollgepumpt ist. Alles klar für den großen Schlager Samstag Nachmittag in der mit 16.300 Zuschauern ausverkauften Grazer Merkur-Arena. Bei Sturm-Rapid stehen auch die Trainer groß im  Blickpunkt: Für Franco Foda beginnt nach der Bestellung zum neuen österreichischen Teamchef  als Nachfolger von Marcel Koller seine Abschiedstournee mit der zweitgrößten Liebe seines Lebens, wie er Sturm selbst bezeichnete. Eine Premiere in Doppelfunktion sozusagen. Für Goran Djuricin  ist es sein erstes Match als Trainer mit UEFA-Lizenz.  Die Prüfung absolvierte er  letzten Dienstag beim ehemaligen ÖFB-Sportchef  Willi Ruttensteiner. Am Tag der ersten Pressekonferenz von Foda als Teamchef. Foda war ab Juli 2013 eineinhab Jahre lang in Graz auch Trainer von Djuricins Sohn Marco, ehe er im Jänner 2015 nach 36 Pflichtspielen mit 17 Toren um 2,5 Millionen Euro Ablöse zum Meister Red Bull Salzburg wechselte. Der ihn aktuell an Grasshoppers Zürich verliehen hat. Mit dem Linzer Max Hagmayr haben Foda und Djuricins Sohn den gleichen Berater.

Wer hat die  bessere Premiere? Foda als Sturm-Trainer auf Abruf und Teamchef oder Djuricin, im Bild oben in Diskussion mit Rapids Steirer Thomas Murg, mit der  UEFA-Lizenz? Sturm hat nach fünf Partien ohne Sieg gegen Grün-Weiß von den letzten vier Duellen keines verloren, drei gewonnen, davon eines in Graz. Für Sturm spricht, mit Ex-Rapidler Deni Alar einen Knipser zu haben, der die Torschützenliste anführt. Bei Rapid erzielte er von 2011 bis 2016 trotz riesigem Verletzungspech mit Achillessehnenriss und Mittelfußbruch in 116 Spielen 35 Tore. Die Bilanz nach dem Wechsel zu Sturm: 25 Tore in nur 47 Spielen, also noch effizienter.  So einer fehlt bei Rapid. Darum könnte die bessere Chancenverwertung den Schlager für den Tabellenführer entscheiden: „Immer können wir nicht zu null spielen, einmal geht jeder Lauf zu Ende. Hoffentlich nicht in Graz“, weiß Djuricin. Die vier Runden ohne Verlusttor bedeuten ohnehin ein Novum in der grün-weißen Klubgeschichte.

Bemerkenswert die leisen Töne aus Hütteldorf vor dem Topspiel. Sportchef Fredy Bickel fordert, den Erfolgsweg fortzusetzen, wofür es im Moment keinen größeren Prüfstein geben könne, als auswärts auf den Tabellenführer zu treffen: „Wir sind im Soll, nicht mehr, nicht weniger, haben noch nichts erreicht.“ Eines seiner Ziele erreichte der Schweizer trotz Siegesserie im Oktober nicht: Den Vertrag mit „Pfitschipfeil“ Philipp Schobesberger zu verlängern. Rapids Kapitän Stefan Schwab sieht in Sturm sogar den Favorit: „Sie sind Tabellenführer, haben Heimvorteil, spielen eine Supersaison.“

Louis Schaub und Schobesberger, die einzigen Rapidler in Fodas Teamkader, können sozusagen bei ihrem künftigen Teamchef vorspielen. Djuricin sieht darin zwar einen ungewohnten Aspekt, aber nicht mehr: „Das wird sich in keiner Form irgendwie auswirken. Wir wollen bei Megastimmung den Tabellenführer fordern, um jeden Zentimeter kämpfen. Es wird darauf ankommen, wie viel Mut wir zeigen, wie viel wir uns zutrauen.“ Gewinnt Sturm, bedeutet dies neun Punkte Vorsprung auf Rapid. Ein fünftes 1:0 für Grün-Weiß würde den Rückstand auf Platz eins auf drei Punkte reduzieren, Hütteldorfer Titelträume größer werden lassen: „Träume und Wünsche darf man immer haben, man muss sie aber nicht unbedingt aussprechen“, meinte Djuricin. Rapid sollte Platz drei bis zur Winterpause halten, ehe man  die erste große Zwischenbilanz zieht. Etwas mehr, nämlich Rang zwei, hält er nicht für unmöglich: „Unser Teamspirit stimmt, einer läuft für den anderen, mir ist es gelungen, ihnen Selbstvertrauen einzuimpfen.“

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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