Fußball

Freiburgs Fan-Liebling Lienhart steht nicht Spalier bei Bayern

Manuel Prietl setzte Armina Bielefelds Jubel über den Aufstieg noch einen drauf. Das Kopftor des Steirers zum 1:0 gegen Darmstadt sicherte Donnerstag Abend Platz eins, prolongierte die Superstimmung. Auch wenn Sportchef Samir Arabi tief stapelte: „Wir werden ein Schlauchboot unter 17 Motorbooten sein!“ Prietl freute sich trotzdem auf die Bundesliga, auch wenn er weiß: „So oft wie in dieser Saison werden wir nicht mehr gewinnen!“ So oft wie noch nie gewonnen hat Philipp Lienhart (Bild oben) in dieser Saison mit Freiburg, nämlich elf Partien. Darum hat der Außenseiter vor den letzten zwei Runden noch eine Chance auf eines der drei  Europa League Tickets. Da kann Samstag, wenn erstmals in dieser Saison alle neun Spiele am gleichen Tag und um 15.30 beginnen, schon eine Vorentscheidung fallen. Auch um die drei Champions League-Plätze und gegen den Abstieg. In alle sind Österreicher involviert.

„Wir wollen nicht beim Meister Spalier stehen“, versicherte Lienhart zum der Papierform nach fast unlösbaren Aufgabe, die erste Mannschaft zu sein, gegen die Bayern nach der Corona-Pause Punkte läßt. Auf  David Alaba wird Lienhart nicht am Rasen treffen. Trainer Hansi Flick schont seinen Abwehrchef wegen Sprunggelenksbeschweden mit Blick auf das Pokalfinale am 4. Juli in Berlin, lässt auch Sven Ulreich statt Manuel Neuer ins Tor, da Ulreich Bayern nach der Saison verlassen wird. Lienhart steht bei den Freiburg-Fans weiter ganz hoch im Kurs. Die wählen nach jedem Match den besten Freiburger Spieler. Der verlässliche Innenverteidiger Lienhart gewann beim letzten  Sieg, beim 2:1 gegen Hertha BSC Berlin, zum vierten Mal die Tageswertung. In der Gesamtwertung liegt der Niederösterreicher auf Rang zwei. Dabei hört man von ihm kaum laute Töne, er läßt lieber die Leistungen für sich sprechen.

In der besseren Position als Lienhart mit Freiburg sind im Kampf um die Plätze sechs und sieben Xaver Schlager mit Wolfsburg sowie Christoph Baumgartner, Florian Grillitsch und Stefan Posch mit Hoffenheim durch einen Punkt mehr, in der schlechteren, fast aussichtslosen Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker mit Eintracht Frankfurt durch vier weniger. Gewinnt Wolfsburg in Gelsenkirchen gegen Schalke und Hoffenheim daheim gegen Union Berlin, wäre für Freiburg mit der logischen Niederlage bei Bayern der Europa League-Traum schon vorbei. Frankfurt müsste in Köln gewinnen, bleibt aber auch dann nur im Rennen, wenn nicht zwei aus dem Trio Wolfsburg, Hoffenheim und Freiburg gewinnen. Trainer Ai Hütter verzichtet trotz Mini-Chance auf seinen Stammkeeper Kevin Trapp, bringt den Dänen Frederik Rönnow im Tor.

Kapitän  Marcel Sabitzer kann mit RB Leipzig die Champions League-Qualifikation durch einen Heimsieg über den Zweiten Borussia Dortmund schaffen. Mit einem Unentschieden, wenn seine Landsleute nicht gewinnen: Weder Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger mit Leverkusen bei Hertha BSC Berlin, noch Stefan Lainer mit Mönchengladbach bei Fix-Absteiger  Paderborn. Sabitzer wäre auch mit einer Niederlage fix unter den ersten vier, wenn Lainer in Paderborn mit einer Niederlage vom Platz geht. Sabitzer wird der einzige Ex-Salzburger sein, der bei den roten Bullen spielt: Konrad Laimer fehlt wegen eines Infekts. Gewinnt Leverkusen in Berlin und verliert Mönchengladbach, dann hätten Dragovic und Baumgartlinger so wie letzte Saison das Champions League-Ticket gelöst.

Ein Endspiel gibt es im Kampf um den Klassenerhalt für Marco Friedl mit Werder Bremen bei Mainz mit Karim Onisiwo. Bremen hofft auf einen großen Showdown in der letzten Runde im Fernduell um den Relegationsplatz gegen Fortuna Düsseldorf, darf daher nicht verlieren. Siegt Bremen, wäre Mainz vor der letzten Runde auch wieder abstiegsgefährdet. Fortuna Düsseldorf empfängt mit Kevin Stöger und Markus Suttner Augsburg, gastiert in der letzten Runde bei Union Berlin. Dann empfängt Bremen Köln.

Abseits des Rasen formiert sich eine Spielergewerkschaft, die es bisher in der Form nicht gab. Rund 70 Spielerinnen und Spieler schlossen sich zu einem Bündnis zusammen, dessen Ziel mehr Mitsprache heißt. Treibende Kräfte sind Dortmunds Mats Hummels, Gladbachs Kapitän Lars Stindl und Union Berlin-Legionär Neven Subotic. Freitag endete die Abgabefrist für Angebote zu den Medienrechten ab der Saison 2021/22. Corona soll doch seine Spuren hinterlassen haben.  Die Milliardengrenze soll anders als beim letzten Mal nicht zu knacken sein, ein Minus von 200 Millionen Euro drohen. Da wird es sowohl in der Bundesliga als auch in der zweiten Liga heißen müssen: Gürtel enger schnallen.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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