Fußball

Hannes Wolf zwischen feiner Kerl, Gold-Steak, Privatjet und Rolex

Jetzt gehört auch ein Österreicher zu den sogenannten Protz-Kickern, denen es 300 Euro wert ist, ein Steak mit Blattgold darauf, zu verzehren.  Den Anfang machte Franck Ribery noch zu Bayern-Zeiten im Winter 2019 in Dubai. Dem Franzosen war das sogar 1200 Euro wert. Ein Jahr später folgten Dortmunds englischer Jungstar Jadon Sancho, Bayerns Corentin Tolisso und Amadou Haidara. Jetzt soll es mit Hannes Wolf ein zweiter  Leipzig-Legionär it Salzburger Vergangenheit getan haben. Im Kurzurlaub auf der griechischen Insel Mykonos im Lokal“Nusr-Et“ getan haben. Das deutsche Massenblatt „Bild“ behauptete es, andere Medien übernahmen es. Was alle gemeinsam haben: Einen Beweis dafür in Form eines Bildes oder Videos lieferten sie nicht. Es gibt nur eines vom Lokalbesitzer, der vergoldetes Fleisch schneidet. Schon das hat offenbar einen hohen Skandalfaktor.

Daher steht Wolf als arroganter Neureicher da, der großkotzig und oberflächlich rüberkommt. Nicht zum ersten Mal. Woran der Steirer aber schon auch selbst teilweise Schuld ist. Schon im Februar gab es ein Protz-Video auf Instagram mit Privatjet, Rolex etc., das er dann auf Anraten oder Befehl von Leipzigs Chefetage wieder löschte. Schon damals sagte Leipzigs Sportchef Markus Krösche: „Eigentlich ist er ein feiner Kerl, der nur manches nicht so richtig einschätzt!“ Jetzt die Bilder aus Mykonos. Es geht zwar im Prinzip niemanden etwas an, was Wolf isst, aber Fußballer stehen offenbar besonders im Blickpunkt. Einige dürfen sich mehr erlauben, Stichwort Marko Arnautovic un seine „Gin-Offensive“, andere viel weniger. Wie Wolf.

Zur Wahrheit über den 21 jährigen Ex-Salzburger gehört auch, dass er ein strikter Anti-Alkoholiker und ein Fitnessfreak ist. An jedem seiner Wohnorte stehen Fitnessgeräte zum Kraft-und Stabilisationstraining. Das sind Themen, die medial nicht so viel her geben wie ein Gold-Steak. Jeder, zu dem Wolf einmal Vertrauen gefasst hat, sagt nachher, der ist ja gar nicht arrogant. Rund um Wolfs Mykonos-Causa gibt es im Netz auch Fotos, die zeigen dass er im gemieteten Lear-Jet in privater Runde auf die griechische Insel flog. Zu der Freundin Teresa und sein früherer Mitspieler aus Salzburg-Zeiten, Stefan Stangl, zählt. Der nach seiner Trennung von St.Pöltens übrigens kommende Saison beim deutschen Drittligisten Türkgücü München unter Ex-St. Pölten-Trainer Alexander Schmidt spielen wird. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass RB Leipzig seinen Spielern sogar empfahl, per gemieteten Jet in den Urlaub und zurück zu fliegen, damit sie die Quarantäne nach der Rückkehr vermeiden und mit 21.Juli voll in die Vorbereitung für das Champions League-Finalturnier einsteigen können. Daher flogen auch Marcel Sabitzer, der im Mai mir Corona infiziert war, und Konrad Laimer im Privat-Jet nach Mallorca.

Die Moral von dem angeblichen Gold-Steak -Skandal muss für Wolf, der seit Jahresbeginn kein Interview mehr gab, heißen: Halt Dich ja fern von Instagram. Das ist der falsche Weg, um seinen Frust abzureagieren. Frust über den vor einem Jahr bei der U21-Europameisterschaft erlittenen Knöchelbruch, der in Triest nicht richtig versorgt wurde, Frust über kaum Spielzeiten nach der Reha, nämlich nur fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga. Vielleicht auch aktuell Frust, dass die geplante Rückkehr zu Marco Rose, seinem großen Förderer in Salzburger Red Bull-Zeiten, noch nicht über die Bühne ging. Leipzig zahlte letztes Jahr zwölf Millionen an Salzburg,  fordert jetzt zehn Millionen für einen Verkauf. So viel will  Mönchengladbach bei aller Wertschätzung, die Rose für Wolf hat, nicht zahlen. Diese Gewissheit nahm Wolf mit nach Mykonos.

Foto: RB Leipzig.

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