Fußball

In der Schießbude der zweiten deutschen Liga: Kein großer Coup für Lindner

Mit der kostenlosen Freigabe in der Schießbude der zweiten deutschen Liga beim Schlusslicht Wehen Wiesbaden zu landen, das war sicher nicht der Plan von Heinz Lindner nach 28 Länderspielen für Österreich, nach einer guten Saison beim Schweizer Absteiger Grasshoppers Zürich. Als großen Coup kann man die Unterschrift bis Saisonende nicht bezeichnen. Wiesbadens Sportchef Christian Hock sieht bei Lindners Unterschrift bis Saisonende auch glücklicher aus als Lindner.  Aber das war für den Oberösterreicher wohl das geringere Übel als weiter zu warten, bis sich bei einem Verein mit besseren Perspektiven ein Tormann verletzt und er als vertragsloser Spieler sofort einsteigen kann. Wehen Wiesbaden reagierte, als sich letzten Freitag beim 2:0 gegen Osnabrück, dem ersten Saisonsieg, mit Jan Christoph Bartels der Tormann der deutschen U20 verletzte und monatelang ausfällt. Trainer Rüdiger Rehm war froh, eine routiniertere Alternative zu bekommen.

Nach zehn Jahren Drittklassigkeit schaffte Wiesbaden letzten Sommer den Aufstieg, blieb danach dem Weg, auf junge, entwicklungsfähige Spieler zu setzen, treu. Lindner ist auch noch entwicklungsfähig, aber doch die erfahrene Ausnahme. In der heimischen Brita-Arena spielt Wiesbaden nur mit einer Ausnahmegenehmigung, da erst nächstes Jahr nach dem Neubau einer Tribüne die nötige Zweitligakapazität erreicht sein wird. Derzeit sind es nur 9100 überdachte Plätze, davon 3000 Sitzplätze. Zuletzt kamen 3723 Zuschauer. Also sicher keine gefragte Adresse, bei der Lindner landete. Vier Punkte aus acht Runden sind die Ausbeute, Abstiegskampf pur steht bevor, 23 Tore kassierte Lindners neue Mannschaft bisher, die meisten der Liga. Er wird genug zu tun bekommen. Das bedeutet zugleich auch eine Chance, positiv aufzufallen. Wer unter Dauerbeschuss steht, kommt stets in den Blickpunkt. Also wird Lindners Überlegung beim Ja zum Abenteuer Wiesbaden gewesen sein, sich für eine bessere Zukunft zu empfehlen. Vielleicht in der Bundesliga, in der im Jänner 2017 für Eintracht Frankfurt zwei Spiele bestritten hatte (0:3 in Leipzig,1:0 bei Schalke). Und empfehlen für eine Rückkehr  in Österreichs Teamkader im November.  Denn im Teamdress hatte er sich ja nichts zu Schulden kommen lassen. Derzeit steht er auf der Abrufliste. Wenn Lindner nur zwei Tage nach der Unterschrift in Wiesbaden schon ins Tor geht, dann erwartet ihn Freitag Abend gleich viel Arbeit: Der Letzte gastiert beim Tabellenführer VfB Stuttgart.

Eine Neuverpflichtung gab´s auch in Österreichs Bundesliga: Altach reagierte auf den Kreuzbandriss  des 19jährigen Ousmane Diakite, holte den 31jährigen ehemaligen deutschen Teamstürmer Sidney Sam, der seine beste Zeit schon hinter sich hat. In den letzten zwei Saisonen erzielte er für Zweitligist Bochum in 43 Spielen zwei Tore, machte in der Zeit am meisten durch die Eröffnung seines Restaurants „The Lox“ in Düsseldorf Schlagzeilen. In der Bundesliga hatte er für den Hamburger SV, Leverkusen und Schalke gespielt. 2013 absolvierte er fünf Länderspiele, der Flügelstürmer ist überzeugt, dass er ohne seine muskulären Probleme sicher zum deutschen Aufgebot gehört hätte, das 2014 in Brasilien Weltmeister wurde. Im Sommer absolvierte er ein Probetraining bei Anderlecht. Ohne Erfolg. Zuletzt behauptete er in „SportBild“, er könnte noch einigen Bundesligaklubs helfen. Die Ansicht dürfte er exklusiv haben. Denn es grifft nur der Zehnte von Österreichs Bundesliga, Altach, zu. Wobei sicher schon der neue deutsche Sportchef  Christian Möckel seine Hände im Spiel hatte, obwohl seine Ära offiziell erst am 1.November beginnen wird.

Foto: Wehen Wiesbaden.

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