Thomas Hitzlsperger, der 37jährige Sportvorstand des VfB Stuttgart, ließ es sich nicht nehmen, für das Einstandsfoto mit der neuen „Ösi-Hoffnung“ Sasa Kalajdzic zur Verfügung zu stehen. Das ist nicht bei jeder Neuerwerbung der Fall. Hitzlsperger ist 52facher deutscher Teamspieler, war 2007 mit Stuttgart Meister, stand auch bei Aston Villa, Lazio Rom, West Ham, Wolfsburg und Everton unter Vertrag. Das Foto beweist welch große Hoffnungen Stuttgart auf den 2,00 Meter-Riesen Kalajdzic setzt, das deklarierte Ziel, nach dem Abstieg sofort wieder den Aufstieg zu schaffen. Kalajdzic, der Sonntag seinen 22. Geburtstag feiert, kam zum Zweitligisten mit den größten finanziellen Mittel. In der Bundesliga lag das Budget vergangene Saison bei 58 Millionen Euro, jetzt noch immer bei 37. Da sind die Schwaben relativ weich gefallen. Nur zum Vergleich: Der Spieleretat beim 1.FC Nürnberg, dem neuen Klub von Damir Canadi, beträgt 18 Millionen. Also gerade die Hälfte von dem bei Stuttgart. Verständlich, dass es wahrscheinlich der größte Erfolg in Canadis Trainerlaufbahn wäre, mit Nürnberg aufzusteigen, was die Fans ja „fordern“. Samstag bekam Canadi einen Neuen von Österreichs Meister Red Bull Salzburg: Den 23jährigen dänischen Innenverteidiger Asger Sörensen, der in den letzten zwei Saisonen an Jahn Regensburg verliehen war. Vor zweieinhalb Wochen hatte Sörensen bei der U21-Europameisterschaft in Udine mit den Dänen Österreich 3:1 besiegt.
Freitag war in der zweiten Liga ein Österreicher-Tag: Gleich drei Klubs, nämlich Stuttgart, Nürnberg und Darmstadt präsentierte österreichische Neuerwerbungen. Rund einem Montag vor der ersten Runde am 2. August haben zehn Zweitligisten 18 Österreicher unter Vertrag. Bei Heidenheim, St. Pauli, Hannover, Holstein Kiel, Jahn Regensburg, Fürth, Wehen Wiesbaden und Sandhausen steht kein Österreicher im Kader, Sandhausens Ex-Kapitän mit Rapid-Vergangenheit, Stefan Kulovits, gehört jetzt zum Trainerstab. Vier der 18 Österreicher sind allein beim 1.FC Nürnberg: Georg Margreitter bereits seit 2015, der Ex-Altacher Lukas Jäger, der unter Canadis Vorgängern kein Pflichtspiel bestritt, seit zwei Jahren. Neu kamen Nikola Dovedan und als Letzter Tormann Andras Lukse dazu. Drei beschäftigt Dynamo Dresden: Die Rückkehr von Sascha Horvath nach einem halben Jahr in Innsbruck stand schon vor seinen starken Partien bei der U 21-Europameisterschaft fest, dazu kommen der Ex-Rieder Patrick Möschl und neu der Kärntner Matthias Taferner, der im Finish der Saison bei Absteiger Wacker Innsbruck auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Je zwei Österreicher gehören bei Erzgebirge Aue sowie den Aufsteigern und Karlsruhe zum Spielerpersonal. In Aue verlängerten Ex-Rapidler Dominik Wydra und Stürmer Philipp Zulechner (zuvor Sturm Graz) ihre Verträge, der Wiener Abwehrspieler Christoph Kobald (zuvor bei Wr.Neustadt) stieg mit Karlsruhe schon auf. Neu dazu kam vom Schweizer Absteiger Grasshoppers Zürich Marco Djuricin. Ihn kennt Karlsruhes Sportchef Oliver Kreuzer noch aus seiner Zeit bei Sturm Graz. Ein Sturm-Spieler, nämlich Lukas Grozurek, könnte noch dazu kommen. Osnabrück setzt in der Abwehr auf den von Fürth geholten 1,91 Meter-Riesen Lukas Gugganig sowie vorne auf Kevin Friesenbichler, der bei Austria keinen Platz mehr hatte, obwohl der neue Trainer Christian Ilzer mit ihm bei Wolfsberg im Frühjahr zufrieden war. Je einen Österreicher haben der Hamburger SV mit seinem neuen Stürmer Lukas Hinterseer, der für Tore sorgen soll, im Aufstiegskampf Konkurrent von Kalajdzic und der vier Nürnberg-Legionäre sein wird, Arminia Bielefeld mit Mittelfeldspieler Manuel Prietl, der 2016 von Mattersburg gekommen war, bereits in seine vierte Saison geht, Darmstadt mit seiner von Holstein Kiel geholten Neuerwerbung Mathias Honsak sowie Bochum mit Abwehrspieler Dominik Baumgartner. Kaladjzic ist der teuerste Österreicher der zweiten Liga: 2,5 Millionen Euro Ablöse kostete kein anderer.