Europameister Spanien ist nicht zu stoppen, blieb im 19, Spiel in Folge ungeschlagen. Mehr Spektakel als beim 5:4 (2:0) im zweiten Semifinale des Final Four der Nations League gegen Frankreich in Stuttgart geht nicht. Angeführt von seinen Wunderkindern Laminale Yamal (17), Nico Williams und Pedri (jeweils 22) führten die Spanier nach 67 Minuten bereits 5:1. Damit kann die Mannschaft von Teamchef Luis de la Fuente im Finale am Sonntag gegen Portugal in München innerhalb eines Jahres den zweiten Titel in Deutschland gewinnen. In Stuttgart hatte Spanien letztes Jahr am Weg zum EM-Titel Deutschland im Viertelfinale 2:1 besiegt, wobei ein Handspiel von Verteidiger Marc Cucurella im Strafraum ungestraft blieb. Deswegen pfiffen ihn die deutschen Fans am Donneerstag noch aus.
Mehr Spektakel als bei Spaniens Gala-Auftritt geht nicht. Nach 25 Minuten stand es 2:0 durch Nico Williams, den Flügelflitzer von Bilbao, und Mikel Merino, den Siegtorschützen gegen Deutschland. Williams hat in seinem Vertrag bei Bilbao eine Ausstiegsklausel über 60 Millionen Euro, weshalb er bei Bayern München ein Thema ist. Nach der Pause erhöhten die Franzosen durch einen von Elfmeter von Yamal, der zum man of the match gewählt wurde, und Pedri innerhalb von zwei Minuten auf 4:0, ehe Kylian Mbappe per Elfmeter auf 4:1 verkürzte. Yamal (Bild) stellte den Viertorevorsprung wieder her, zwischen der 79. und 93. Minute verkürzten die Franzosen auf 5:4. Ousmane Demeble und Desire Doue, die fünf Tage zuvor beim 5:0 von Paris St. Germain im Champions League-Finale gegen Inter Mailand noch groß aufspielten, gingen total unter.
Frankreich trifft Sonntag im Spiel um Rang drei auf Deutschland, wo nach dem 1:2 gegen Portugal Katzenjammer angesagt ist. „So wird das auch bei der WM auch nichts“ fürchtete bereits „Bild“. Als Trost dient die Theorie, dass Bayerns Mittelfeldstar Jamal Musiala und Real Madrids Innenverteidiger Antonio Rüdiger nicht zu ersetzen sind, mit ihnen es anders gekommen wäre. Auch Teamchef Julian Nagelsmann muss sich Kritik gefallen lassen. Weil nach seinem Dreiertausch beim Stand von 1:0 gar nichts mehr ging. Nicht das erste Mal, dass ein Dreiertausch von Nagelsmann verhängnisvoll war: Beim Viertefinalrückspiel gegen Italien in Dortmund führte Deutschland 3:0, nach Nagelsmann Dreiertausch schaffte Italien noch den Ausgleich.