Fußball

Nach 0:1 verkündete Peter Stöger seinen Abschied im Sommer

Ein Elfmetergeschenk des Salzburger Schiedsrichters Sebastian Gishammer an Hartberg vier Minuten vor Schluss führte zu Austrias 0:1 (0:0), die dadurch Platz eins in der Qualifikationsrunde an die Steirer verlor. Aber was rund eine Viertelstunde nach Schlusspfiff am Hartberger Rasen passierte, war die weit schwerere Niederlage für Violett. Weil Peter Stöger im „Sky“-Interview seinen Abschied mit Saisonende ankündigte. Die Entscheidung darüber sei Freitag in einem Gespräch mit Präsident Frank Hensel, das wie immer nett und angenehm verlaufen sei, gefallen. Es wurde vereinbart, dies in der kommenden Woche gemeinsam bekannt zugeben. Irgendetwas muss Stöger derart verärgert haben, dass er sich nicht an die Abmachung hielt, was nicht seine Art ist. Der falsche Elfmeterpfiff war es garantiert nicht: „Wir hatten in den letzten Wochen schon skurrilere Entscheidungen gegen uns!“ In Wahrheit lief Hartbergs Stürmer Selfedin Chabbi, der den Ball in Richtung Eckfahne gespitzelt hatte, in Austrias Tormann Patrick Pentz hinein. Gishammer erkannte dabei als einer von wenigen als ein Foul von Pentz.

Stöger ließ einen Tag vor seinem 55. Geburtstag durchblicken, dass die aktuellen Rahmenbedingungen auch nach dem Einstieg des strategischen Partners Insignia nicht eine wirklich positive Entwicklung zulassen: „Es ging um verschiedene Rahmenbedingungen, nicht nur um die wirtschaftlichen. Ich bin ein nüchterner, realistischer Mensch!“ Er hatte schon vor Wochen von einer siebenstelligen Summe, die im Sportbereich eingespart wurde, gesprochen. Eine weitere Reduzierung des Budgets für die Mannschaft wollte er nicht mehr akzeptieren. Als er im „Sky“-Interview darauf angesprochen wurde, dass AG-Vorstand Markus Kraetschmer vor dem Spiel erklärt habe, man sei gerade dabei, die nötigen Rahmenbedingungen für Stöger zu schaffen, regierte er mit der getroffenen Entscheidung heraus, die er als gut für ihn, aber vielleicht auch für die Austria bezeichnete: „Offenbar ist das nicht bei allem im Verein so angekommen. Wir haben lange genug geredet. Ich will nicht, dass weiter herumspekuliert wird. Es geht auch darum, was man sich erwartet. Wo ist die Zielsetzung, der realistische Ansatz.“ Stögers verbleibendes Ziel, das er mit allen Mitteln verfolgen wird: Mit der Mannschaft noch einen Europacup-Platz erobern. Das geht über Platz eins oder zwei in der Qualifikationsrunde und Play-off-Spielen.

Im Sky-Studio bezeichnete es Marc Janko als kurios, dass die Austria den Vertrag mit AG-Vorstand Markus Kraetschmer verlängern wird, weil ja der dafür verantwortlich sei, dass die Austria jetzt dort steht, wo sie ist.“ Stögers Rückzug ist für Violett ein schwerer Schlag: Jetzt muss ein neuer Trainer und wohl auch ein neuer Sportvorstand gesucht und gefunden werden. Da gab es in den zwei Jahren vor Stöger doch unglückliche Entscheidungen. Und wer wird jetzt sportliche Planungen für die neue Saison, soferne sie möglich sind, vorantreiben? Es laufen je einige  Verträge aus. Und da werden wohl alle Spieler und ihre Berater abwarten, wer auf Stöger folgen wird. Ganz schwere Zeiten für den Traditionsklub. Auch was die Frage der Lizenz für die kommende Saison. Dienstag sollen die Entscheidung der Bundesliga bekannt werden.

Die schlimmen Zeiten für die Admira wurden durch die 0:2 (0:0)-Heimpleite gegen Ried noch schlimmer. Ein gelungener Trainereffekt im Innviertel: In den zwei Spielen mit Andi Heraf gelangen zwei Siege. „Weil ich eine gute Mannschaft habe, die in der Lage ist, in der Bundesliga zu bleiben“, erklärte Heraf die Trendwende. Keinen Trainereffekt gab es bei St.Pölten: Für Georg Zellhofer gab es zum Comeback ein ärgerliches 0:1 (0:0) bei seinem Ex-Klub Altach. Die Lage am Tabellenende: Die Niederösterreich-Klubs Admira und St. Pölten drei Punkte hinter Altach, vier hinter Ried, fünf hinter Austria, sieben hinter Hartberg. Da läuten acht Runden vor Schluss die Alarmglocken schon sehr laut.

 

 

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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