Fußball

Richarlison über alles! Salzburg-Legionär Pavlovic brachte Neymar zum Weinen

Nur vier Torschüsse in der ersten Hälfte, in der zweiten Samba-Fussball mit dem bisher schönsten und attraktivsten Tor der Weltmeisterschaft. So feierte Brasilien seinen 2:0 (0:0)-Sieg über Serbien, dessen Salzburg-Legionär Strahinja Pavlovic Brasiliens Topstar Neymar zum Weinen brachte: Der Innenverteidiger, der schon nach sieben Minuten die gelbe Karte sah, danach spektakuläre Abwehrszenen hatte, traf Neymar nach 79 Minuten am rechten Fuß, der umknickte. Neymar schied aus, weinte auf der Bank, zog das Trikot über den Kopf. Die Betreuer legten Eisbeutel auf den Fuß. Das sah gar nicht gut aus.

Aber Neymar war Donnerstag nicht der Hauptdarsteller. Sondern der zweifache Torschütze Richarlison. An den hat auch ein österreichischer Ex-Teamspieler, Sebastian Prödl, einige Erinnerungen: Die Legionärskarriere begann der 25 jährige Richarlison 2017 in London bei Watford. Bei den „Hornets“ spielte damals auch Prödl. 12,4 Millionen Euro betrug damals die Ablöse für Fluminense.  Ein Jahr später verkaufte Watford Richarlison für 39,2 Millionen an Everton, letzten Sommer holte ihn Tottenham um 58 Millionen. In seiner Everton-Zeit warf er nach einem Siegtor gegen Chelsea eine Pyro-Fackel zurück auf die Tribüne, weshalb er für ein Spiel gesperrt wurde. Im September flog ihm bei Brasiliens Spiel in Tunesien eine Banane vor die Füße, was für Riesenaufregung sorgte. Im Oktober verletzte er sich im Tottenham-Spiel gegen seinen Ex-Klub an der Wade, fürchtete, die WM zu verpassen. Zu Brasiliens Glück passierte das nicht.

Selbstbewusst agierte Richarlison schon im Vorfeld des Spiels, als er Neymar verteidigte, sich mit der deutschen „Bild“-Zeitung anlegte. Die hatte über einen Arroganzanfall Neymars berichtet, weil der in einer Instagram-Story Brasiliens Verbandslogo schon den sechsten WM-Stern hinzugefügt hatte. Der verbale Konter von Richarlison hatte es in sich: „Arrogant sind die Deutschen, wir sind die Träumer. Träumen vom sechsten Stern, den wir holen wollen und werden, egal ob es ihnen passt oder nicht. Dieser Journalist ist ein Idiot!“ Richarlison ließ Worten am Rasen auch Taten folgen. Mit einem Doppelpack innerhalb von elf Minuten, seinem dritten in den letzten sechs Spielen. Insgesamt traf er in den letzten sieben Partien der Selecao neunmal.

Brasiliens  Führung ging von Neymar aus. Nach seinem gekonnten Dribbling kam Vinicius Junior zum Schuss, Tormann Vanja Milinkovic Savic, der jüngere Bruder von Serbiens Mittelfeldstar  (ihr Vater gehörte 2005 zur GAK-Meisterelf von Walter Schachner), Legionär bei Torino, konnte nur kurz abwehren, Richarlison war zur Stelle. Nichts Besonderes, aber damit war der Bann gebrochen. Danach folgte ein Supertor: Der Pass kam von Vinicius Junior, Richarlison legte im Strafraum den Ball zuerst hoch, dann zur Seite, ehe er mit einem Seitfallzieher ins Eck traf. Spektakulärer geht´s wirklich nicht (Bild oben). Der gala-würdige Glanzpunkt des Brasilien-Auftakts.

Serbien verteidigte zwar auch dank Pavlovic gut, kam aber praktisch zu keiner Torchance. Muss daher die nächsten Partien gegen Kamerun und die Schweiz gewinnen, um aufzusteigen. Bei den Schweizern hatte ein anderer Salzburg-Legionär, ein Erfolgserlebnis: Noah Okafor spielte beim 1:0 (0:0) gegen Kamerun in den letzten 25 Minuten statt des 31 jährigen Xherdan Shaqiri, Legionär in den USA bei Chicago Fire und seit September ohne Spielpraxis. Shaqiri bereitete das Siegestor vor. Erzielt ausgerechnet von dem in Kameruns Hauptstadt Yaounde geborenen Ex-Mönchengladbach-Stürmer Breel Embolo, der seit Sommer bei AS Monaco spielt.

Foto: FIFA.

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