Fußball

Im Winter mit Badeschlapfen: Prödls Erinnerungen an Richarlison

Sechs Spieler sorgten in den ersten 20 Partien der WM für einen Doppelpack. Ecuadors Kapitän Enner Valencia war bei der Eröffnung der erste Doppeltorschütze, auf ihn folgten der Engländer Bukayo Saka, Iran-Stürmer Mehdi Taremi, der Spanier Ferran Torres, Frankreichs Meistere Olivier Giroud und der Brasilianer Richarlison. Ohne ihn weiß ein ehemaliger österreichischer Teamspieler, Sebastian Prödl (Bild oben), zweifacher EM-Teilnehmer mit 73 Teameinsätzen zwischen 2007und 2019, einiges zu erzählen. Über den damals 20 jährigen Richarlison, als er 2017 nach London zu Watford kam. Eines fällt dem Steirer sofort ein: „Ein verrückter Typ. Er kam damals mitten im englischen Winter in Badeschlapfen zum Training“. Sein Potenzial war aber damals schon zu erkennen: „Er ist irgendwie eine Mischung aus brasilianischem Zauber und englischer Dynamik!“

Schnell, dynamisch, großen Willenskraft, kopfballstark. Das alles fällt Prödl zu Richarlison ein: „Er hat nie zurückgezogen, kein Zweikampf war ihm zu viel oder zu gefährlich. Daher war er öfters am Kopf verletzt!“ Watfords Rechnung, mit Richarlison einen Millionengewinn zu machen, ging schon nach einem Jahr mit dem Wechsel nach Liverpool zu Everton auf. Mit einem Plus von knapp 27 Millionen Euro. Als Prödl Donnerstagabend Richarlisons Seitfalllzieher zum 2:0 gegen Serbien sah, war einer seiner ersten Gedanken: „Unglaublich, wie man aus einer schlechten Ballannahme ein Traumtor machen kann!“ Prödl ist überzeugt, dass dies nicht die letzte Schlagzeile war, die Brasiliens Nummer neun bei der Weltmeisterschaft liefert. Hält es für möglich, dass der Treffer seines einstigen Mitspielers der schönste der WM bleiben wird.

Prödl selbst arbeitet derzeit viel, aber im Stillen. Einerseits in Sachen Managementkurs der UEFA, anderseits bei der  Wiener Austria. Da gäbe es fast täglich einen Termin, alle blieben allerdings unter dem Radar. Prödl gehört mit seinem Geld zur Investorengruppe um Jürgen Werner, der während Prödls Karriere von Sturm Graz über Werder Bremen zu Watford und Udinese stets sein Berater war. Sitzt als deren Vertreter im Aufsichtsrat der Austria AG: „Man lernt immer dazu“, versicherte der 35 jährige.

Foto: Servus TV/Neumayr Leo.

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