Fußball

St. Pölten wieder in Not: Droht nach Ausstieg des Investors Konkurs?

Die Bundesliga wird am 14. April bekanntgeben, welche Vereine für die kommende Saison die Lizenz für die Bundesliga oder die Zulassung für die zweite Liga erhielten. Die Unterlagen mussten bis 3. März hinterlegt werden. In der Bundesliga droht Austria Klagenfurt Gefahr, auch wenn sich mit dem Kärntner Unternehmen BikeWolf ein neuer Partner fand. Bei SKN St. Pölten, einem der sieben Zweitligisten, die ein Ansuchen um die Bundesligalizenz stellten, mussten die Unterlagen neu geordnet werden: Denn am letzten Wochenende stieg die australische Gruppe FC 32 mit Boss Paul Francis als Investor aus. Keine ganz neue Situation in der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Vor einem Jahr beendete der VW-Werksklub Wolfsburg die Kooperation. Auch damals musste so wie jetzt niemand, ob es noch weiter geht.

Der von St. Pölten-Geschäftsführer Matthias Gebauer genannte offizielle Grund für den Rückzug von FC 32: Die US-Holding, zu der FC 32 gehört, hat aufgrund von aufgetretenen Ungereimtheiten in der Gruppe Francis das Vertrauen entzogen, stellt Zahlungen ein. Für die laufende Saison ist an St. Pölten noch ein Teilbetrag offen. Immerhin holte St.Pölten in dem einem Jahr mit Francis, der Vizepräsident war und bereits zurücktrat, 14 neue Spieler.  Von denen sind elf Ausländer, die man wie den Franzosen Claudy M´Buyi (Bild) entwickeln wollte, um später mit ihnen Geld zu verdienen. Francis setzte im Herbst den Türken Tugberk Tanrivermis als neuen Trainer ein, unter dem es nach total verpatztem Saisonstart sportlich wieder aufwärts ging. St. Pölten holte letzte Runde im Niederösterreich-Derby bei Tabellenführer Admira in der Südstadt einen Punkt, belegt derzeit Rang fünf. Aber die Jubelzeiten könnten vorbei sein. Eine andere Version für den Rückzug von Francis, die erzählt wird: Er war beleidigt, weil die Bundesliga im Zuge der Lizenzgespräche wissen wollte, woher die Gelder der FC 32-Gruppe kamen.

Auch wenn Langzeitpräsident Helmut Schwarzl wieder einmal Durchhalteparolen ausgibt: Wenn nicht rasch ein neuer Investor gefunden wird, dann besteht Konkursgefahr, könnte es passieren, dass St. Pölten nicht mehr zum Profifußball gehört, einen Neuanfang in der Regionalliga oder sogar darunter versuchen muss.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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