Fußball

Strebinger durchgecheckt: Was ist mit Rapids Tormann wirklich los?

Rapids Arzt Thomas Balzer und Physio Wolfgang Skalsky mussten Samstag beim 1:2 gegen den LASK in den 103 Minuten neunmal auf das Feld laufen, um verletzte Spieler zu behandeln. Diese Laufleistung wird ihnen normal nur in einer hakben Saison abverlangt.  Das zeigt, wie intensiv um die Punkte gekämpft wurde. Mitunter zu intensiv, wie nachher unter anderem Rapids Kapitän Stefan Schwab mit dem Hinweis auf die zwei Schwerverletzten bei Grün-Weiß meinte und fand, dass Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca zu viel durchgehen ließ, die Spieler hätte besser schützen muss. Sein „Kollege“ vom LASK, Gernot Trauner, hatte hingegen nichts am Referee auszusetzen. Sein Trainer Valentin Ismael und Mastermind Jürgen Werner sahen es nicht so. Ismael sah auch Gelb, als er heftig Elfmeter reklamierte, eine Trinkfkasche schmiss, als Stephan Auer bei einem Tackling zunächxt den Ball traf, danach aber Samuel Tetteh abräumte.

„Fußball ist ein Männersport“, hatte Rapids Trainer Didi Kühbauer sechs Tage zuvor nach dem 1:0 in Graz gegen Sturm noch gemeint. Seiner Ansicht nach gingen einige Attacken über das Vertretbare hinaus. Aber wegen der schweren Verletzung im linken Knie von Thorsten Schick kann man niemanden einen Vorwurf machen. Es war schon ein Foul von Marvin Potzmann, das Ciochirca übersah. Ex-Rapidler Potzmann traf den rechten Knöchel von Schick, aber dies hatte nichts damit zu tun, was im linken Knie passierte. Schlecht konnten einem bei den TV-Bildern werden, wie es Schick das Knie verdrehte. Ein Wunder, dass nicht das Kreuzband gerissen war, wie man befürchten musste. Sondern es nur eine Meniskus-und Sehnenverletzung war, die aber Rapid-Arzt Andreas Mondl operieren muss. Damit fehlt Schick sicher einige Wochen. Kann auch passieren, dass er heuer nicht mehr spielen kann.

Den Frust bei Grün-Weiß kann man aber auch schon verstehen. In den fünf Runden passiert schon einiges. In der ersten Runde beim 0:2 gegen Red Bull Salzburg die Gehirnerschütterung von Tormann Richard Strebinger. Beim 1:0 in Graz schieden Srdjan Grahovac, Christopher Dibon und Schick verletzt aus. Samstag verließ Schick auf der Tragbahre das Spielfeld, dann hörte Strebinger mit Kreislaufbeschwerden auf. Im Finish brach das Nasenbein von Max Hofmann beim Zusammenprall mit dem Linzer Doppeltorschützen Marko Raguz. Dreimal war schon ausgetauscht, also musste Rapid nach fast 15 Minuten des „Marathonspiels“ mit zehn Mann agieren. Das 1:1 über die Runden zu bringen, gelang nicht.

Hofmanns Nase wird eingerichtet, eingegipst. Schwer vorstellbar, dass er nächsten Sonntag im Derby bei der Austria mit einer Gesichtsmaske wie Dibon gegen den LASK spielen kann. Also müssen wohl Mateo Barac oder Leo Greiml ran. Der einzige Rechtsverteidiger im Kader ist derzeit Stephan Auer. Auch der Sonntag war daher für Rapid-Geschäftsführer Zoran Barisic ein Arbeitstag, um personell auf das Verletzungspech zu reagieren. Die Zahl der Anrufe von Spielerberatern nahm  zu. Doch „Zoki“ will nur einen, der sofort helfen kann, Vielleicht schon beim Derby, aber sicher nach der Länderspielpause. Ob das der bei Roter Stern Belgrad am Abstellgleis gelandete Montenegro-Teamveteidiger Filip Stojkovic sein kann? Beobachtet konnte er nicht werden, da Roter Sterns Trainer ihn nicht mehr aufstellt. Aber vielleicht hat Scout Martin Hiden nach seinen Touren durch Tschechien einen Kandidaten parat.

Aber wer spielt gege Austria im Tor? Strebinger wurde Samstag vom Allianz-Stadion ins Wilheminenspital gebracht, das er am Abend wieder verlassen durfte. Aber Sonntag wurde Rapids Nummer eins komplett durchgecheckt. Die offizielle Sprachreglung heißt Kreislaufbeschwerden, aber Strebinger griff sich, wie die „Sky“-Bilder deutlich zeigten, ans Herz, als Balzer zur ersten Behandlung in seine Nähe kam. Wenn es sich wirklich um Herzrasen handelte, wie kolportiert wurde, diese Symptome nicht zum ersten Mal auftraten, wäre das bedenklich. Abwarten, wie das Ergebnis des Durchcheckens aussieht, was mit Strebinger wirklich los ist. Probleme mit dem Herz könnten dazu führen, dass Tobias Knoflach vorübergehend das wieder wird, was er in der Ära von Damir Canadi  und Gran Djuricin schon für fünf Monate war: Erste Wahl zwischen den Pfosten. In den fünf Runden kam er durch Strebingers Probleme zu drei Einsätzen.

Keine leichte Situation für Kühbauer, denn mit der Niederlage gegen LASK wurde das Derby in der Generali-Arena noch wichtiger. Beim letzten gab es ein 1:6-Debakel. Viel angenehmer als bei Kühbauer  ist die Situation für Ismael: Er muss sich nur den Kopf darüber zerbrechen, ob er den „Lauf“ von Raguz ausnützen, ihn Mittwoch beim FC Brügge von Beginn an bringen soll. Er kam bei vier Einsätze in der Bundesliga auf drei Toren, traf auch als Joker im Heimspiel gegen den FC Basel zum 3:1. Kühbauer wäre froh, hätte er solche „Sorgen“.

Foto: Gepa/Wien Energie.

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