Fußball

Diese Steigerung der Austria war nicht sehr schwer

Ein Schritt in die richtige Richtung, eine merkbare Steigerung – so kommentierte Austrias Trainer Christian Ilzer das 2:2 (0:1) an seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Hartberg. Marc Janko sah im Sky-Studio sogar eine leichte Favoritenstellung von Violett für das folgende Derby gegen Rapid. Austria eroberte ja auch zum Unterschied einen Punkt. Aber bei einem Blick auf die Tabelle müssten sich beide Wiener Klubs eigentlich genieren. Denn beide liegen hinter Hartberg. Die Oststeirer haben einen Punkt mehr als Rapid, drei mehr als die Austria. Eine Momentaufnahme nach fünf Runden, aber eine bezeichnende. Vom Wiener Rückstand auf Tabellenführer  Red Bull Salzburg und den LASK gar nicht zu reden.  Es stimmt schon, die Austria hat sich in Hartberg gesteigert, zeigte mehr Willen und Charakter als in den letzten Partien. Aber ehrlich gesagt: Diese Verbesserung war nach den letzten Partien, dem 1:1 gegen Admira und dem 1:3 auf Zypern gegen Apollon Limassol wirklich nicht sehr schwer. Sondern geradezu eine Pflicht.

Die 90 Minuten in Hartberg hatten alles, was Diskussionsstoff liefern kann. Zwei Eigentore, eine rote Karte, ein Elfmeter, wobei es eigentlich drei hätten sein müssen. Und mit dem Salzburger Referee Dieter Muckenhammer einen aus der Kategorie „alles ist möglich“, der doch entscheidend eingriff. Erstmals vor der Pause, als er ein klare, elfmeterreifes Foul von Hartbergs Innenverteidiger Michael Huber an Christoph Monschein ignorierte. Huber riss Monschein im Strafraum klar nieder. So ging die Austria entgegen dem Spielverlauf mit einem Rückstand in die Kabine, weil knapp vor der Pause der Slowene Rajko Rep Austrias Tormann Ivan Lucic mit einem Aufsetzer überraschte.

Mit dem glücklichen Ausgleich durch ein Eigentor von Christian Klem, der nach 52 Minuten eine Hereingabe von Monschein mit seinem schwächeren rechten Fuß ins eigene Tor abfälschte. 15 Minuten später führte Austria dank Monscheins Kopfball, jubelte nach 73 Minuten über das vermeintliche 3:1 durch Kapitän Alexander Grünwald. Doch Muckenhubers Assistent Max Weiß zeigte ein Abseits von Monschein an, der knapp vor dem Schuss im Sichtfeld von Hartbergs Tormann Swette war, ihn daher behinderte. Das ließ Ilzer nicht gelten, sprach von einem regulären Tor. Aber die Version von Swettes Behinderung hat auch etwas für sich. Nach 76 Minuten riss der amerikanische Debütant im Abwehrzentrum der Austria, Erik Palmer Brown, der neben Maudo Jarjue spielte, Rep zurück. Der Slowene fiel erst im Strafraum, Muckenhammer gab Elfmeter, zeigte der Leihgabe von Manchester City Rot. Das wäre dann eigentlich auch für Huber in Hälfte eins fällig gewesen, hätte Muckenhammer dessen Foul nicht übersehen.

Lucic (Bild oben) schien durch den abgewehrten Elfer von Dario Tadic zum Vater des Sieges zu werden, ehe er durch ein Eigentor von Florian Klein bei dessen Rettungsversuch vor Tadic  doch noch bezwungen wurde. Danach brauchte Austria das Glück, dass der Referee einen zweiten Elfer für Hartberg übersah. Als Grünwald Rep, der vor Lucic frei zum Kopfball kam, klar in den Rücken stieß. Ilzer gab fair zu: „Am Ende brauchten wir Glück und Lucic, um einen Punkt mitzunehmen, mit dem wir alle nicht zufrieden sind.“ Denn der Anspruch der Austria muss es noch immer sein, in Hartberg zu gewinnen.

Seit Sonntag hat die Bundesliga einen neuer Rekordtrainer: Noch keiner gewann seine ersten fünf Spieler. Jesse Marsch, der amerikanische Nachfolger von Marco Rose in Salzburg, schaffte es mit einem lockeren 5:0 (3:0) gegen das Schlusslicht Admira. Der Meister behielt die weiße Weste. Von der 22.bis zur 28. Minute fielen die ersten drei Tore. Der Schönheitsfehler: Referee Harald Lechner leitete das Schützenfest mit einem Elfmeter ein, der eigentlich nicht zu geben war. Der Norweger Erling Haaland traf diesmal nur zum 3:0, blieb mit seinem siebenten Treffer aber auf Kurs Richtung Hans Krankls Torrekord. Nach der Pause trafen auch die von der Bank gekommenen Joker Patson Daka und Sedou Koita aus einem Elfmeter.  Rekordkauf Max Wöber feierte im Abwehrzentrum neben Ramalho ein grundsolides Debüt: 108 Ballaktionen, 90 Prozent angekommene Passes, 60 Prozent gewonnen Zweikämpfe. Die Spielweise Salzburgs, so Wöber nachher im „Sky“-Interview,  erinnere ihn an Ajax Amsterdam.

In die Siegesspur fand Sturm Graz zurück. Dank Otar Kiteishsvili: Der Georgier legte Kapitän Georg Hierländer gegen den bis auf eine Aktion völlig harmlosen Aufsteuger WSG Swavorvski Tirol das 1:0 auf, sorgte selbst für das 2:0. Für Hierländer, der für den verletzten Philipp Huspek kam, war es der erste Einsatz in dieser Saison nach der Knieoperation. Aber Sturm droht auch ein Verlust: Innenverteidiger Dario Maresic war drei Wichen vor seinem 20.Geburtstag in Frankreich, um dort mit Stade Reims, derzeit auf Platz sieben, alles klar zu machen. Bei Trainer Nestor el Maestro war Maresic zuvor nur 16 Minuten zum Zug gekommen. Der setzt lieber auf den 29jährigen Griechen Anastasios Avlonitis und den 26jährigen Lukas Spendlhofer.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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