Fußball

Vom Lahm-Hammer über Alabas Minus bis zu Manager-Neuling Schiemer

Nur 142  Kilometer liegen zwischen München und Ried. Mit den Neuigkeiten beim deutschen Rekordmeister Bayern kann natürlich der österreichische Nachzügler aus dem Innviertel nicht mithalten. Da sind mehr als 142 Kilometer dazwischen, sogar Welten. Aber dennoch gab´s zwei Tage nach dem Umsturz durch das Ende von Langzeit-Manager Stefan Reiter wieder eine interessante Personalie. Verlautbart zunächst aber nicht in Ried, sondern von Liefering. Mit der Bekanntgabe des Rückzugs  von Franz „Fränky“ Schiemer als Assistent von Trainer Thomas Letsch, weil er am Montag in Ried als Manager beginnen wird.  Mit 30 Jahren ist Schiemer der jüngste der Liga. Erfahrung hat er der ehemalige Ried-Spieler durch seine Zeit bei Austria und  Salzburg mit je einem Meistertitel sowie 25 Länderspielen. Wegen einer Verletzungsserie hörte er schon mit 28 auf, absolvierte ein Masterstudium für Projekt-und Sportmanagement. Böse Zungen  behaupten, mit Schiemers Bestellung wolle sich der Vorstand um Roland Daxl mehr sportlichen Einfluss als bisher verschaffen. Es wird an Schiemer liegen, das zu entkräften. Kein leichter Job für den früheren Publikumsliebling. Der Vertrag läuft bis 2020: „Mit ihm kam der erfolgreichste Spieler, den Ried je hatte, zurück“, jubelte Daxl. Schiemer ist der erste aus der Rieder Nachwuchsakademie, der Profi und später Nationalspieler wurde.

Von einer  Machtfülle , wie sie Uli Hoeneß wieder bei Bayern hat, können nicht nur Neueinsteiger wie Schiemer, sondern auch viele erfahrene Spitzenfunktionäre nur träumen. Präsident Hoeneß steht seit Montag auch zum zweiten Mal an der Spitze des Aufsichtsrats. Vorstandschef Karlheinz Rummenigge muss vom Aufsichtsrat jede Entscheidung über Einkäufe, die inklusive Gehaltskosten der  neuen Stars  mehr als 25 Millionen Euro kostet, absegnen lassen. Bei den Krachern, die Bayern zu holen pflegt, betrifft das praktisch jeden Transfer. Also ist Hoeneß allmächtig. Zeigte sich nach dem glanzlosen 1:0 im Pokalachtelfinale gegen Wolfsburg, das im Finish Torhüter Neuer rettete, vor den ARD-Kameras überraschend gnädig: „Die Kritik der letzten Wochen steckte allen noch in den Knochen, da kann man nicht einfach den Schalter umlegen“.

Den Aufstieg unter die letzten Acht überschattete ohnehin der Hammer um Kapitän Philipp Lahm, den „Sport Bild“ bereits vor dem Match  angekündigt hatte. Der 33jährige beendet nach dieser Saison, ein Jahr vor dem Vertragsende, seine Laufbahn und steht auch als Sportdirektor nicht zur Verfügung. Den Job bot dem deutschen Weltmeisterkapitän sowohl Hoeneß als auch Rummenigge an. Aber das reichte Lahm nicht. Er wollte einen Sitz im Vorstand wie  der letzte Sportdirektor Matthias Sammer bis zu seinem Rückzug aus gesundheitlichen Gründen im letzten Sommer. Den bekam Lahm nicht. Daher ist er ab Sommer Privatier, hofft sich mit dem zweiten Triple seiner Karriere nach 2013 verabschieden zu können. Dazu muss sich Bayern aber deutlich steigern.

Die Münchener Abendzeitung präsentierte bereits Anfangs der Woche einen  Grund, warum die Bayern  hinter den Erwartungen bleiben: Gruppenbildungen in der Mannschaft. Drei soll es geben, David Alaba zu der mit den Chaos-Typen gehören.  Gemeinsam mit  Freund Franck Ribery und den Südamerikanern Rafinha, Vidal und Costa. Da existieren auch Gerüchte, dass Alaba für nächtliche Streifzüge mit Vidal  eine Abmahnung bekommen haben soll. In der vom Internetportal „transfermarkt.de“ veröffentlichten neuen Marktwert-Rangliste gehört Alaba  zu den Bayern-Stars, deren Marktwert gesunken ist. Am meisten verlor Thomas Müller, der nur noch 60 Millionen, 15 weniger als bisher wert sein soll, dann folgen Jerome Boateng, Costa und Alaba mit je fünf Millionen Minus. Damit wäre Alaba noch immer 40 wert und auf Platz fünf der ganzen Bundesliga. Zweitteuerster Österreicher ist Aleksandar Dragovic mit 15 Millionen auf Rang 42.  Marcel Sabitzer und Martin Hinteregger sind laut „transfermarkt“ je acht Millionen wert, Alessandro Schöpf  folgt mit siebeneienhalb, Zlatko Junuzovic mit sechs, Teamkapitän Julian Baumgartlinger mit fünf, Florian Grillitsch und Stefan Ilsanker mit je vier,  Michael Gregoritsch mit dreieinhalb, Guido Burgstaller mit drei. Nur zum Vergleich: Die österreichischen Kollegen von transfermarkt.at taxierten den Markwert des teuersten Spielers der österreichischen Liga auf sechs Millionen Euro. Das ist Salzburg-Kapitän Jonatan Soriano.

Der teuerste  Spieler der deutschen Bundesliga: Bayern-Torjäger  Robert Lewandowski mit 80 Millionen, einer Steigerung von fünf. Gefolgt von Dortmunds Goalgetter Pierre Emerick-Aubayemang mit 65. Der Afrikaner machte mit 20 Millionen plus den größten Sprung nach vorne. Enorm gesteigert hat sich auch der Marktwert von RB Leipzig mit dem sensationellen Höhenflug unter Ralph Hasenhüttl: Um 79,2 Millionen auf insgesamt 111. Demgegenüber steht, dass Leipzig bei der Transferbilanz auch das größte Minus hat: 59,5 Millionen Ausgaben, null Einnahmen. Demgegenüber Peter Stögers 1.FC Köln: 10,65 Millionen Gewinn bei 8,35 Millionen Ausgaben und 19 Millionen Einnahmen. Aber daran dachte Stöger nach der ersten Niederlage in diesem Jahr, dem 0:2 in Hamburg nicht: „Nicht so kompakt wie gewohnt, mit Hamburgs Aggressivität nicht fertig geworden“ ärgerte ihn das Ende der Pokalhoffnungen.

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