Fußball

Wer sind Austrias Lifestyle-Sünder? Auch Nestor el Maestro ist ein Trainerthema

Thorsten Fink konnte sich Montag in der deutschen „FussballBild“ nach dem Ende seiner Austria-Ära unter der Rubrik Verlierer finden. Allerdings mit einem Photo von Hoffenheims Geschäftsführer Hans Flick, der nach einem verlorenen internen Machtkampf ebenfalls als Verlierer fühlen kann. In Wien sorgte noch Sonntag der violette Sportchef Franz Wohlfahrt für ein heftiges Nachbeben zum Trainerwechsel, als er in einem „Sky“-Interview den „Lifestyle“ einiger Spieler anprangerte, ihre unprofessionelle Einstellung ebenfalls für die Talfahrt auf Platz sieben verantwortlich machte und ankündigte, dies genau aufklären zu wollen und werden..

Wer sind Lifestyle-Sünder, deren Lebenswandel im Visier von Wohlfahrt steht? Da kursieren in violetten Kreisen den Namen von vier Verdächtigen: Christoph Monschein, Felipe Pires, Kevin Friesenbichler und Patrick Pentz. Das würde auch den unerwarteten Tormannwechsel zu Osman Hadzikic beim Admira-Spiel erklären. Denn eigentlich hatte sich Pentz in den drei Runden davor keinen entscheidenden Fehler zu Schulden kommen lassen. Bei Pires endet ohnehin der Leihvertrag mit Hoffenheim am Saisonende, da hat Austria mit dem Admiraner Maximilian Sax schon den Nachfolger unter Vertrag genommen. Aber mehr als die Lifestyle-Debatte beschäftigt Präsident Wolfgang Katzian Vorstand Markus Kraetschmer und Wohlfahrt schon die Trainersuche.

Austria blieb jedenfalls eine attraktive Adresse, sonst hätten nicht  Sonntag und Montag so viele ihr Interesse bekundet. Etwa auch der Schweizer Ex-Internationale Ciriaco Sforza, in Spielerzeiten gut genug für Bayern München und Inter Mailand. Die grundsätzliche Frage heißt: Eine Interimslösung bis Saisonende oder gleich mit dem Trainer für die kommende Saison beginnen, damit den der Gefahr auszusetzen, den möglichen Misserfolg der verpassten Qualifikation für die Europa League mitverantworten zu müssen? Da gibt´s verschiedene Meinungen. Ein Kandidat für Austria ist einer mit violetter Vergangenheit mit klingenden Namen: Der 34jährige Nestor el Maestro (Bild), unter Fink eine Saison lang bis Sommer 2017 Assistent. Zuständig für Technik und Gegneranalyse.

Das ist sein Künstlername. Eigentlich heißt er Nestor Jevtic, wurde in Belgrad geboren, wuchs in London auf. War in jungen Jahren bereits für Technik zuständiger Nachwuchstrainer bei West Ham und Juventus. Als die Familie 2002 nach Wien übersiedelte, kam er in Kontakt zu Ralf Muhr, dem Leiter der Austria-Nachwuchsakademie. Zwei Jahre Nachwuchstrainer bei Violett, dann nach Spanien zu Valencia. Zwei Jahre später begann die Deutschland-Karriere: Co-Trainer von Mirko Slomka bei Schalke, Hannover 96 und dem Hamburger SV. Danach wieder zurück nach Wien, zu Austria.

Für Fink beobachtete er  im August 2016 Spartak Trnava als Gegner in der Qualifikation zur Europa League. Kam dabei mit den Fuktionären der Slowaken in Kontakt. Die danach registrierten, dass Austria sehr gut  auf Trnava eingestellt war, daher aufstieg. Als im Sommer 2017 die Trainerstelle bei Trnava frei wurde, bekam el Maestro den Zuschlag. Bisher machte er seine Premiere als Cheftrainer zum durchschlagenden Erfolg: Tabellenführer mit elf Punkten Vorsprung auf Favorit Slovan Bratislava. Mit zwei Österreichern: Im Mittelfeld Yasin Pehlivan, der Ex-Teamspieler mit Rapid-Vergangenheit, im Angriff Marvin Egho (früher Admira und Ried). Das machte el Maestro auch für Sturm Graz interessant, als es galt, einen Nachfolger für Franco Foda zu finden. Doch Sportchef Günter Kreissl entschied sich für den bisher sieglosen Heiko Vogel.

Jetzt ist Nestor el Maestro auch bei Austria ein Thema. Durch eine Klausel könnte er den Vertrag in der Slowakei lösen. Um einen Betrag, den sich Austria sicher leisten könnte. Sein jüngerer Bruder Nikon, der im Austria.Nachwuchs mitunter als Wunderkind galt, dies aber nie beweisen konnte, auch nicht später als Spieler beim SC Wr.Neustadt unter Peter Stöger, ist bei Trnava Co-Trainer. Ein brüderliches Erfolgsduo am Weg zurück nach Wien? Als Favorit in der Verlosung gilt aber Montag Abend ein Deutscher mit Vergangenheit bei Red Bull Salzburg: Thomas Letsch, 49, aus Esslingen. Von 2015 bis 2017 beim Farmteam  Liefering, in der Zeit auch interemistisch zwei Spiele in der Bundesliga auf der Salzburger Trainerbank. Im Sommer verließ Letsch das Red Bull-Reich, weil nicht er, sondern Marco Rose Nachfolger von Oscar Garica wurde. Er wechselte in die zweite deutsche Liga zu Erzgebirge Aue, musste aber nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen gehen. Der Vertrag läuft allerdings bis 2020. Im Winter verhandelte Letsch ebenso wie el Maestro mit Sturm Graz, kam aber ebenso nicht zum Zug. Jetzt bei Austria?

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