Fußball

Nestor el Maestro muss lernen, sich zu benehmen

Nestor el Maestro erhielt bereits in den ersten sieben Runden von allen Trainern die meisten gelben Karten für sein Verhalten auf der Bank von Sturm Graz. Was der von sich sehr überzeugte, überheblich wirkende  Serbe aber Samstag beim 3:3 (2:1) in Mattersburg  ablieferte, das stellte alles bisherige in den Schatten, ist nicht mehr zu tolerieren.  Offenbar muss El Maestro mit seinen 36 Jahren noch lernen, sich einigermaßen zu benehmen, sich unter Kontrolle zu haben. Selbst ganz krasse Fehlentscheidungen dürfen keine Entschuldigung sein, dass sich ein Trainer so aufführt, so einen Skandal abliefert, auf seine Vorbildfunktion völlig vergisst. Zum Überdruss färbt sein Verhalten ab. Das merkte man an den Gesten und Worten des aufgebrachten, fast etwas cholerischen Sportchefs Günter Kreissl  und Tormann Jörg Siebenhandl. Dass el Maestro im „Sky“-Interview meinte, Österreich sei ein schönes Land, aber Sturm sei kein Jahrhundertjob, setzte allem  die Krone auf. So unter dem Motto, ich bin nicht darauf angewiesen in Österreich zu arbeiten, ich habe auch andere Möglichkeiten. Es hindert ihn keiner, die wahrzunehmen oder nach Hause zu gehen und Urlaub zu machen, was er als die Sache bezeichnete, die er am liebsten tun würde. Da ist auch Sturm-Präsident Christian Jauk gefordert, seinen Trainer einzubremsen und zur Ordnung zu rufen.

Was passierte im Pappel-Stadion, dass el Maestro ausrastete? Es stimmt, das Mattersburgs 1:0 irregulär war. Das gab nachher auch der 33jährige Wiener Referee Josef Spurny nach dem TV-Studium zu. Der erste Elfer für Mattersburg, den Patrick Bürger gegen Siebenhandl vergab, war vertretbar. Sturm führte zur Pause, bis zur letzten Minute 3:2, vergab zuvor durch Kiril Despodov einen Sitzer auf der vierte Tor, hatte bei einem Kopfball von Bekim Balaj ans Lattenkreuz Pech. Und dann gab Spurny bei seinem zweiten Bundesliga-Einsatz in letzter Minute den zweiten Elfer gegen Sturm. Weil der  von Mattersburg Legionär Victor Olatunji mit dem Brust verlängerte Ball den hoch erhobenen linke Arm von Sturms Verteidiger Thomas Schrammel  traf, der dies unmöglich verhindern konnte, weil er aus kürzester Distanz getroffen wurde. Aber der Arm war auf Höhe der Schulter. Und das ist laut den zugegebenermaßen unsinnigen FIFA-Richtlinien, für die Spurny nichts kann, Elfmeter. Denn der Ex-Grazer Andreas Gruber zum Ausgleich nützte. Nichts wurde aus dem von el Maestro geforderten Pflichtsieg.

Das verwandelte ihn in einen Vulkan. Er trat am Weg von der Bank zur Kabine auf das Absperrgitter ein, nahm dem verblüfften Schiedsrichter den Ball weg, pfefferte ihn mit links weg. So eine Aktion lieferte davor kein anderer Trainer. Was el Maestro Spurny sagte, war nicht zu hören und wohl auch besser so. Im Gang zur Kabine tobte er weiter, trat die Absperrung zur Mixed Zone um. Kreissls Gesten ließen darauf schließen, dass er ähnlicher Meinung wie sein Trainer war. Siebenhandl sprach vor dem Sky-Mikrofon von Verbrechen am Fußball, vom größten Skandal, bei dem er dabei war: „Nach all dem Scheiß, den er  gepfiffen hat, setzt er noch hinten das drauf“, giftete er in Richtung des Schiedsrichters. Da kommt auf den Strafsenat wohl am Montag einige Arbeit zu. Nicht nur durch die Anzeige gegen den Trainer. El Maestro eröffnete das Sky-Interview mit der Feststellung, manchmal sei es besser, zu schweigen, nichts zu kommentieren. Doch er hielt sich nicht daran.  Entwickelte Verschwörungstheorien. Wenn man die Sturm-Niederlagen dieser Saison analysiere, dann sei eigentlich nie etwas korrekt verlaufen. Für ihn in Mattersburg auch. Trotzdem: So außer Rand und Band darf kein Trainer sein! Die Entschuldigung, die später für seine Wutanfall folgte, ohne den es besser gewesen wäre, wirkte wenig glaubhaft.

Ohne Eklat ging es in der Südstadt ab, obwohl die Admira in letzter Sekunde der Nachspielzeit den ersten Sieg verschenkte, den Ausgleich zum 1:1 (1:0) im niederösterreichischen Kellerduell gegen St.Pölten kassierte. Der kurz zuvor eingewechselte Issiako Quedraogo sorgte  für St.Pöltens Punkt. Admira hielt mit dem 18jährigen Debütanten Muhammed Cham Saracevic hielt die Steigerung unter dem neuen Trainer Klaus Schmidt nur eine Hälfte lang durch.  Zu wenig für den ersten Sieg.

Foto: Sturm Graz.

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