Fußball

Baumgartner und Hütter verbindet bei zehn Grad unter null das Cupfieber

919 Kilometer liegen zwischen Bern und Mattersburg. Die Wetterprognosen für Dienstag Abend klingen etwa gleich: Eisige Kälte, Temperaturen von zehn Grad unter null oder noch kälter. Beim Schweizer Cupschlager zwischen Tabellenführer Young Boys Bern gegen FC Basel, den Serienmeister vom Rheinknie. Und dem Start ins österreichische Viertelfinale zwischen Mattersburg und  Hartberg, dem Fünften der Ersten Liga. Bei nur 59 Kilometer Entfernung irgendwie ein kleines Lokalderby zwischen Burgenland und Steiermark. Aber egal, wie kalt es sein wird, bei beiden Trainern regiert das Cupfieber: Bei Adi Hütter in Bern. Vor drei Jahren gewann er mit Red Bull Salzburg in Österreich das Double, jetzt könnte ihm das Kunststück auch in der Schweiz geringen. Und bei Gerald Baumgartner (Bild) den Salzburger in Mattersburger Diensten. Für ihn  wäre der Sieg auch ein Meilenstein: Zum letzten Mal stand  Mattersburg schon vor elf Jahren im Cupsemifinale. 2007 spielten noch Didi Kühbauer, Christian Fuchs und Carsten Jancker , hieß der Trainer Franz Lederer, der jetzt Sportchef ist. Damals schlug  Mattersburg sogar Red Bull Salzburgs Startruppe unter Giovanni Trapattoni auswärts nach einem 0:2 noch in der Verlängerung 3:2,  kam zum zweiten Mal hintereinander ins Endspiel, das gegen die Austria 1:2 verloren ging.

Unterschiedlich werden garantiert die Zuschauerzahlen sein. Im Stade de Suisse trotz klirrender Kälte sicher 20.000 oder mehr, im Pappelstadion wohl nur knapp über tausend. Hütter ist heiß auf den Schweizer Klassiker: „Bringen wir 100 Prozent, sind wir schwer zu schlagen.“ In der Super League haben die Young Boys nach dem hart  erkämpften 1:0 über Schlusslicht Sion am letzten Samstag elf Punkte Vorsprung, da Basels Match in Lausanne abgesagt werden musste: „Sie konnten sich für unser Match ausruhen“, bilanzierte Hütter, glaubte aber: „Ob das für uns ein Nachteil war,weiß ich erst Dienstag Abend. Drei Tage Zeit zum Regenerieren müssten eigentlich reichen.“ Er setzt auf das Selbstvertrauen: „Wir kommen aus einer Erfolgsserie von fünf Siegen hintereinander.“ Da beklagt er auch gar nicht den möglichen Ausfall von Torjäger Guillaume Hoarau: „Kleinigkeiten werden entscheiden.“

Mattersburg kommt auch aus einer Erfolgsserie. In vergangenen Jahren machte sich um diese Zeit dort noch die Abstiegsangst breit, jetzt liegen die Burgenländer schon im gesicherten Mittelfeld. Auf Platz sechs vor der Austria. Von den vier Pflichtspielen in diesem Jahr gewannen sie drei, sind insgesamt schon sieben Runden ungeschlagen, in denen sie 17 Punkte holten. Eine Erfolgsstory, die Baumgartner da schrieb. Zuletzt verlor Mattersburg mit seinem Mentalitätsleader Stefan „Major“ Maierhofer bereits am 29. November in Salzburg. Daher sehen alle im Cup eine große Chance. Auch der sparsame Präsident Martin Pucher. Sonst hätten ihn Baumgartner und Lederer nicht überreden können, die Mannschaft letzten Samstag erstmals zu einem Spiel nach Altach und zurück fliegen zu lassen. Um die Strapazen vor dem Cup zu reduzieren.

 

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