Eishockey

Zwei Siege, Ziel erreicht! Vor Kampf um Medaille in letzte Kneipe vor New York

Ein Schweizer muss man sein, um Österreichs Eishockey Hoffnung zu machen. Roger Bader gelang dies als U20-Teamchef letztes Jahr bei der  Heim-WM in Wien, zuletzt im Oktober mit dem verjüngten Nationalteam nach der katastrophalen Olympiaqualifikation in Riga bei der Euro Trophy in Budapest und derzeit wieder mit der U20 in Bremerhaven. Bisher sogar noch überzeugender als in Wien: 6:3 gegen Norwegen, 3:0 gegen Deutschland, damit ist das Ziel Klassenerhalt schon nach den ersten zwei Partien erreicht. Das durfte man nicht erwarten, war doch der Vorjahressieg über Deutschland in Kagran der erste überhaupt gegen den Nachbarn auf U20-Niveau. Neun Mann von dieser Mannschaft sind jetzt wieder  dabei, drei spielten im Oktober auch im Nationalteam: Bern-Verteidiger Wolf, Malmö-Stürmer Haudum und Villachs Toptalent Kromp: „Die Mannschaft hat einen herausragenden Teamspirit“, lobt Bader, „damit nimmt sie alle Herausforderungen an.“ Wie diesmal  die Ausfälle des dominanten Kapitäns Baltram und von Villach-Stürmer Jennes.

Und es sind Namen im Jahrgang 1997 dabei, die in Österreichs Eishockey schon Jahrzehnte  zuvor Spuren hinterließen. Etwa Dominic Divis, der 1,87 Meter große Sohn des österreichischen Jahrhunderttorhüters, der jetzt in Klagenfurt beim KAC arbeitet. Divis hielt beim 3:0 33 Schüsse. „Wir hatten den besseren Keeper“, lobte Bader, „aber der lange Schatten seines Vaters macht es für Dominic nicht leichter.“ Divis junior versucht das derzeit in  Linz Auch Kromps Vater schoss schon Tore für Österreich, ebenso wie der von Yannick Pilloni, Legionär in der Schweiz bei Davos. Vater Patrik (früher KAC, Vienna Capitals) arbeitet  jetzt mit Ex-Teamverteididger Michael Kasper als  Spielerberater zusammen – unter anderem zählen  Michael Grabner und die  Gebrüder Raffl zu ihren Schützlingen.

„Wir reagieren nicht, sondern agieren selbst. Mit Pressing und schnellem Umschaltspiel, auf das wir großen Wert legen. Damit überraschen wir, das haben weder Norweger noch  Deutsche erwartet“, glaubt Bader. Wenn er vom zweiten Drittel gegen die Norweger mit 12:3-Torschüssen redet, dann gerät er ins Schwärmen: „Ich coache auch unösterreichisch“, behauptet Bader über sich selbst. Das heißt, er verteilt die Eiszeit  bis ins Finish  gleichmäßig auf vier  Linien. Was die Trainer der österreichischen Klubs in der Meisterschaft,  was  Bader mit unösterreichisch meint, nicht tun. Die forcieren ihre Leistungsträger. Bisher klappt´s in Bremerhaven noch besser als erwartet. Mit diesem Stil will Bader auch 2017 mit der Nationalmannschaft probieren, die Erwartungen zu übertreffen.

Die zwei Siege gelangen im Abendspiel. Donnerstag und Freitag müssen die rot-weiß-roten Himmelstürmer aber jeweils um ein Uhr Mittag  ran. Gegen Kasachstan und Frankreich: „Werden andere, schwerere Spiele als bisher“ prophezeite Bader. Da wird sich zeigen, ob wie im Vorjahr eine Medaille  drin sein wird. Oder sogar ein großes Finale am Samstag gegen Topfavorit Weißrussland um den Aufstieg, woran keiner geglaubt hätte. Mittwoch hieß die Devise abschalten, Köpfe frei bekommen, raus aus dem Hotel. Zum Essen  in eine Hafenspelunke,wie es Bader ausdrückte.Deren Name: Die letzte Kneipe vor New York. Die  gilt als eines der beliebtesten Lokale an der Nordseeküste.

Foto: Eishockey.at/.

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