Fußball

Der LASK-Vergleich mit Mönchengladbach hinkt: Thalhammer ist nicht Rose!

LASK-Vizepräsident Jürgen Werner verdient auf jeden Fall Respekt, dass er sich Samstag Abend in der Pause des ersten Play-off-Finales zwischen Austria und Hartberg auf „Sky“ einem Video-Interview zum überraschenden und nicht unbedingt nachvollziehbaren Trainerwechsel von Valerien Ismael zum bisherigen Damen-Teamchef Dominik Thalhammer (Bild oben) stellte. De mit einer Analyse nach der Saison begründete, bei der man zum Entschluss gekommen sei, man müsse wegen Streitigkeiten innerhalb des Trainerteams zwischen Ismael, Assistent Andreas Wieland und Gerald Scheiblehner vom „Farmteam“ in der zweiten Liga, den Oberösterreich Juniors, die Reißleine ziehen. Werner zitierte Liverpools Meistermacher Jürgen Klopp, der sich nicht für den besten Trainer hält, aber für den, der das beste Trainerteam um sich hat.

Anderseits habe es laut Vizepräsident wegen der Gesamtsituation einen neuen Impuls auf der Trainerbank gebraucht. Dazu sei auch der Spielerrat befragt worden. Werner bemühte einen Vergelich mit Borussia Mönchengladbach. Auch dort habe sich Manager Max Eberl nach der letzten Saison trotz des gewiss nicht schlechten fünften Platzes unter Dieter Hecking vom Trainer getrennt, weil sich die Möglichkeit ergeben habe, mit Marco Rose einen neuen Impuls zu setzen. Der Mönchengladbach prompt neuen Schwung verlieh und auf einen Champions League-Platz führte. Pardon, lieber geschätzter Jürgen Werner, aber dieser Vergleich hinkt doch gewaltig. Denn Dominik Thalhammer ist bei allem Selbstbewusstsein, dass er hat, noch nicht einmal die Spur eines Marco Rose, weil er im Männerbereich bisher so gut wie nichts aufzuweisen hat. Rose gewann vor dem Gladbach-Engagement mit Salzburgs Talenten die Youth League, holte mit der Kampfmannschaft zwei Meistertitel und einen Cupsieg, kam bis ins Semifinale der Europa League, machte die Spieler besser. Dass Thalhammer mit Österreichs Damen ins EM-Semifinale 2017 kam, ist zwar beachtlich, hält aber überhaupt keinen Vergleich mit den Erfolgen von Marco Rose stand.

Thalhammer darf sich offiziell ein Trainerteam aussuchen, zu dem nicht nur ein Assistent, sondern auch je ein Koordinator für die Defensive und Offensive gehören werden. Sein Trainerteam, wobei Werner die Betonung auf Team legte, soll Thalhammer ab 24.Juli ebenso wie die Mannschaft coachen. An Selbstbewusstsein wird es ihm nicht mangeln. Das zeigt schon sein Sager, dass der LASK eben ein Klub sei, der über den Tellerrand hinausblicke und nichts auf große Namen gebe. Daraushin kann man schließen, dass Thalhammer offenbar ein Problem mit erfolgreichen und bekannten Namen der Fußballszene hat. Darin kann der Grund liegen, warum er in den letzten Jahren als Leiter der Trainerausbildung im ÖFB verdiente Teamspieler wie Thomas Flögel, Martin Hiden oder zuletzt Joachim Standfest nicht zum Kurs zur UEFA-Lizenz  zuließ.

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