Fußball

Dortmunds Rückkehr in die Rolle des Jägers: Ein Wunder muss her

Dienstag Auftakt zu den Rückspielen im Achtelfinale der Champions League. Für einige Klubs hat sich in den letzten drei Wochen einiges geändert: In Deutschland wurde Tabellenführer Borussia Dortmund von Bayern München eingeholt, verspielte genau genommen in 28 Tagen sieben Punkte. In England schaffte Manchester United den Vorstoß auf Rang vier, der ein Champions League Ticket bedeuten würde, löste Manchester City Jürgen Klopps FC Liverpool als Tabellenführer ab, hat einen Punkt Vorsprung. Titelverteidiger Real Madrid verlor in Spanien zweimal daheim den Clasico gegen den FC Barcelona, steht damit nicht im Final de Copa del Rey, hat in der La Liga 13 Punkte Rückstand auf Barcelona, fünf auf den Stadtrivalen Atletico. Zudem wurde Kapitän Sergio Ramos von der UEFA schon für das erste Viertelfinale gesperrt, weil er zugab, beim 2:1 in Amsterdam gegen Ajax die gebe Karte provoziert zu haben, um unbelastet ins Viertelfinale gehen zu können.  Jetzt fehlt er nicht nur Dienstag beim Retourspiel. Dass ihm mit so viel Erfahrung diese „Ehrlichkeit“ passiert, kam uneerwartet. Sollte Real gegen Ajax innerhalb von sieben Tagen das dritte Spiel hintereinander im Bernabeu-Stadion veerlieren, wäre das ein Totalschaden beim klniglichen Klub.

In der Rolle des Gejagten war Dortmund im Februar offenbar überfordert: Nach dem Pokal-Aus gegen Werder Bremen eine 3:0-Führung beim 3:3 gegen Hoffenheim vergeigt, dann in Wembley der 0:3-Untergang gegen Tottenham im ersten Achtelfinalspiel, in der Bundesliga 0:0 in Nürnberg und 1:2 in Augsburg. Ein Albtraum in gelb-schwarz. Im Pokal draußen, in der Champions League gegen Tottenham fast draußen, der Vorsprung in der Bundesliga weg.  Da lederte Dortmunds externer Berater Matthias Sammer auf Eurosport los: „Die Dortmunder sind unreif.“ Der Schweizer Tormann Roman Bürki meinte, er müssen sich zuletzt während einiger Partien mitunter beherrschen, einem leichtsinnigen Mitspieler nicht den Kopf runterzureißen.“ Auch Sportchef Michael Zorc schlug schärfere Töne mit den Spielern an.  Jetzt wollen plötzlich viele immer gewusst haben, dass Lucien Favre kein Krisen-Trainer ist. Wie sich schon bei seinen früheren Station in Berlin bei Hertha BSC, bei Mönchengladbach und in Nizza gezeigt habe. In Dortmund arbeitete der Schweizer bis Februar fast nur im Sieg-Modus.

Favre ist halt einer, der nichts mehr ablehnt, als Schlagzeilen durch Brandreden gegen seine Mannschaft zu liefern. Lieber gibt es inhaltsleere Interviews, spricht alles intern an. Nur zeigte das bisher zu wenig Wirkung. Vielleicht auch, weil mit Kapitän Marco Reus (Bild oben) der beste Spieler nach muskulären Problemen nicht fit für 90 Minuten ist. Dienstag kehrt Dortmund in die Rolle des Jägers zurück, der mit dem Rückhalt von 80.000 Fans ein Wunder braucht, um as 0:3 aufzuholen. Obwohl auch Tottenham alles andere als in Form ist:  Nur ein Punkt aus den letzten drei Spielen in der Premier League, statt als Dritter fünf Punkte Rückstand auf Platz eins jetzt schon zehn. Titelchance verspielt, bleibt sozusagen die Königsklasse als letzte Hoffnung. Das 1:1 gegen Arsenal am letzten Wochenende feierte Tottenham als Ende des Tiefs. Musste sich dafür bei seinem Tormann Hugo Loris bedanken: Der französische Weltmeister hielt in letzter Minute einen Elfmeter von Ex-Dortmund-Torjäger Pierre Emerick Aubameyang. Schafft Dortmund das Wunder nicht, ist wie gewohnt Bayern Münchens kommende Woche nach dem 0:0 in Liverpool Deutschlands letzte Hoffnung, im Vertelfinale dabei zu sein.

 

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