Fußball

Hörtnagl schätzt Barisic: Wie groß ist noch Zokis Tirol-Liebe?

Bis Dezember sass Zoran „Zoki“ Barisic noch durchaus erfolgreich auf der Trainerbank bei Olimpija Laibach. Nach Stress mit Präsident Milan Mandaric löste er den Vertrag.  Vier Monate später kann sich der Ex-Rapid-Trainer vorstellen, das Rettungskommando beim Bundesligaschlusslicht Altach zu übernehmen. Im Ländle gilt Barisic inzwischen als Kandidat Oder holt ihn seine erfolgreiche Tiroler Vergangenheit als Spieler ein? Auch bei Wacker Innsbruck gibt es nach der 0:1-Heimpleite gegen Wacker Innsbruck eine Trainerdiskussion um Karl Daxbacher, die Sportchef Alfred Hörtnagl noch vor zwei Wochen strikt ablehnte, weil er ihn als Mann, den auf Grund seiner Erfahrungen nichts aus der Ruhe bringt, sehr schätzte: „So eine Persönlichkeit auf der Bank ist für uns wichtig.“ Nach null Punkten aus den ersten zwei Spielen mit keinem erzielten Tor sieht die Welt anders aus, geht in Innsbruck die Abstiegsangst um. Auch Daxbacher weiß, dass die Tabelle nicht lügt. Dass Hörtnagl viel von Barisic hält, ist bekannt.

Sie spielten gemeinsam von 1997 bis 2002 in Tirol, gehörten zur Meistermannschaft von Kurt Jara. Insider behaupten, dass es im Training zwischen beiden mitunter krachte, aber das gehörte offenbar dazu. Zusammengearbeitet haben beide auch bei Rapid. Hörtnagl lernte als Sportchef die Arbeit von Trainerassistent Barisic schätzen, als Rapid 2008 den Meistertitel gewann. Wehrte sich auch lange dagegen, als Chef Peter Pacult Barisic ein Jahr später austauschte.  Seit damals sprachen Pacult und Barisic über Jahre nichts miteinander. Erstmals wieder letzten Jänner bei der ÖFB-Trainerfortbildung in der  Südstadt. Die Initiative ging von Pacult aus.

Als Barisic im Juni 2016 überraschend als grün-weißer Cheftrainer gehen musste, kam Hörtnagl wenige Wochen später zu ihm nach Wien. Versuchte ihn zum Einstieg bei Wacker Innsbruck zu überreden, weil es mit dem Schweizer Trainer Maurizio Jacobacci so gar nicht klappte. Doch Barisic sagte ab. Am 1. Jänner 2017 übernahm Daxbacher Innsbruck, schaffte eineinhalb Jahre später den Aufstieg. Wie drei Jahre später die zweite Hörtnagl-Offensive in Sachen Trainerjob in Tirol bei ihm enden würde? Emotional hätte Wacker Innsbruck sicher Vorteile. Aber Barisic ist einer, der auch rational denkt. Und da wird er registrieren, dass Altach wirtschaftlich seinem Ex-Klub einen Schritt voraus ist. Das sportliche Programm von beiden klingt ähnlich: Klassenerhalt, in erster Linie den eigenen Nachwuchs forcieren. So wie es Barisic als bisher letzter Trainer bei Rapid getan hatte.Was da die nächsten Tage noch bringen werden?

 

 

 

Foto: © Olimpija Ljubljana Media .

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