Fußball

Ranftl im Team der Europa League: Womit der LASK verblüfft

Der FC Basel mit Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller und seinem Wiener Assistenten Thomas Janeschitz, Celtic Glasgow mit Ex-Rapidler Boli Bolingoli, Espanyol Barcelona, Manchester United und der FC Sevilla mit Ex-Salzburg-Torjäger Munas Dabbur, stehen bereits in der k.o.-Phase der Europa League, der Runde der letzten 32. Am Weg dorthin ist auch der LASK nach seiner Sternstunde  beim 4:1 gegen PSV Eindhoven, der seinen Höhenflug schon im August angekündigt hatte, als er Basel, in Sachen Europa League drei Monate später einen Schritt vor den Linzern, in der Qualifikation zur Champions League eliminierte. Was der LASK Donnerstag 14.000 begeisterten Fans auf der Gugl bot, übertraf die Basel-Spiele, Fand Freitag auf der Homepage der UEFA seinen Niederschlag: Reinhold Ranftl, der mit seinem Tür zum 1:1 die Linzer Lawine  losgetreten hatte (Bild oben beim Jubel mit Dominik Frieser, dem Schützen des 2:1) stand im Team des vierten Spieltags der Europa League. Gemeinsam mit vier Spielern von Epanyol Barcelona, zwei von Sevilla (einer ist  Dabbur), je einem von Cluj, Eintracht Frankfurt-Bezwinger Standard Lüttich, Alkmaar und Apoel Nikosia.

Der LASK steht als Zweiter auf einem Aufstiegsplatz. Ihm sind zumindest vier Punkte aus den letzten zwei Spielen in Trondheim gegen Rosenborg und daheim gegen Sporting Lissabon zuzutrauen. Mit insgesamt elf steigt man sicher auf. Zum zweiten Mal hintereinander passieren, dass Österreich im Sechzehntelfinale mit zwei Klubs vertreten sein wird. 2019 waren es Red Bull Salzburg und Rapid, diesmal kündigten sich Salzburg und der LASK an. Wobei 2020 Salzburg anders als letzte Saison aus der Champions League kommen würde. „Wir ziehen unser Spiel immer durch“, nannte der auffällige Ranftl den Grund für den Höhenflug. Für Thomas Goiginger, der zwei der vier Tore vorbereitete, zeichnet die Mentalität am allermeisten die Linzer Erfolgstruppe aus.

Es gibt beim Erfolgslauf drei verblüffende Dinge. Das erste ist, woher die Spieler kommen. Irgendwie bedeutet der LASK-Erfolg auch ein Plädoyer für die zweite Liga: Tormann Alex Schlager spielte vor dem LASK in Wien beim Floridsdorfer AC, Innenverteidiger Philipp Wiesinger kam von  Liefering, Ranftl von Wr.Neustadt, Goiginger von Blau Weiß Linz. Frieser spielte eine Saison in der Bundesliga bei Wolfsberg, zuvor war er bei Kapfenberg. Marco Raguz wurde in der Linzer Akademie ausgebildet. Das spricht für das gute Auge von Mastermind Jürgen Werner und dafür, dass beim LASK die Spieler besser gemacht werden. Das zeichnet auch die Trainer aus. Zunächst Oliver Glasner, jetzt Valerien Ismael. Mit dessen Wahl zum Glasner-Nachfolger überraschte Werner auch. Auch die verblüffte, weil die Trainerkarriere des 44jährigen Franzosen zuvor nicht nach Wunsch verlief: „Es kommt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Meines war und ist der LASK. Ich bleib hier, so lange sie mich wollen“, versicherte Ismael glaubhaft. Zumal man es ihm abnimmt, was er seit Wochen betont: „Ich liebe diese Jungs. Unfassbar, was die machen.“ Da ist ihm zuzutrauen, dass er seine Vision in die Tat umsetzen wird: Im neuen Stadion auf der  Gugl im Europacuo LASK-Trainer zu sein.  Das Stadionprojekt entwickelt ja einer mit Rapid-Vergangenheut, nämlich Harry Gartler, der Vater des St.Pölten-Stürmers, der zuvor vier Jahre lang beim LASK spielte. Auch das verblüfft, weil jeder weiß, wie gereizt LASK-Präsident Siegmund Gruber normal auf den Namen Rapid reagiert. Harry Gartler ist inzwischen auch Europacupmanager des LASK, kümmert sich um die Organisation.

„Ich bin nicht im Bösen weg aus Hütteldorf“, betonte Gartler, „aber es hat mich gereizt, der erste Österreicher zu sein, der zwei neue Stadien entwickelt!“ Im Westen Wiens war es das Allianz-Stadion jetzt plant er die neue Gugl. Mit 20.000 Zuschauern für nationale Spiele, 17.000 für internationale. Wenn man den Donnerstag als Maßstab nimmt, könnte dieser Fassungsraum zu klein sein, wenn die Entwicklung so anhält. Denn dem LASK ist zutrauen, dass er anders als die Wiener Klubs Rapid und Austria mit einem neuen Stadion im Rücken nicht in die sportliche Krise abstürzen wird.

 

Foto: LASK GmbH, SK Rapid Wien Media.

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