Eishockey

Russland wertet 34 Österreich-Minuten ständig auf

Drei Tage nach Österreichs unnötigstem Abstieg aller Zeiten bei einer Eishockey-WM wieder zurück an dem  Ort, an dem der passierte, In der Ondrej Nepela-Halle von Bratislava,. Zum Viertelfinale von Titelfavorit Russland gegen die USA.  Am Schwarzmarkt wurden für Tickets 500 Euro bezahlt. Dort, wo Montag bei der Blamage gegen Italien noch gut 4000 Fans aus Österreich Stimmung machten, taten dies Donnerstag noch mehr aus Russland. Wenn auch nicht viel lauter als die aus der Alpenrepublik. Schon nach 67 Sekunden gingen die Russen in Führung. Und da kam gleich in Erinnerung, dass Österreich in seinem zweiten WM-Spiel zwölf Tage vorher immerhin 12 Minuten und 15 Sekunden ein 0:0 gegen den erklärten Titelfavorit hielt. Wie hat das der spätere Absteiger nur geschafft, dass Russland sein zweites Tor erst nach 34:23 Minuten erzielte, auf das 36 Sekunden später das dritte folgte? Wenn man bedenkt wie hilflos die Amerikaner im ersten Drittel samt Chicago-Superstar Patrick Kane gegen Russlands Mix aus NHL-Legionären und Stars aus der heimischen KHL wirkten, mit dem 0:2 bei einem Schussverhältnis von 9:15 noch gut bedient waren, dann ärgert man sich noch mehr über Österreichs  Abstieg. Russland wertete mit jeder Leistung nach dem 5:0 über Österreich diese 34 Minuten, die Teamchef Roger Bader schon damals als sensationell bezeichnete, weil seine Mannschaft mitspielte, auch zu Chancen kam, weiter auf.  Etwa, als die „Sputniks“ den damals noch regierenden Weltmeister Schweden im letzten Gruppenspiel zerlegten, das zweite Drittel 6:0 gewannen. Nur hilft das Österreich alles nichts.

Am Ende verloren die Amerikaner  viel knapper als Österreich, verabschiedeten sich beim 3:4 (0:2, 1:0, 2:2) mit Anstand aus der WM. Aber in Wahrheit dominierte die „Sbornaja“, die im Vorjahr im Viertelfinale gescheitert war, viel klarer. Wie 2012 und 2014 gewann sie heuer die ersten acht Spiele. Damals wurde Russland Weltmeister. Wenn die Russen nicht auch Samstag in Bratislava beim Semifinale gegen Finnland so jubeln werden wie bisher (Bild oben) und auch tags darauf im Kampf um WM-Gold gegen den Sieger aus  Tschechien-Kanada  wäre das eine Überraschung.

Drei der vier russischen Tore im Viertelfinale erzielten mit St.Petersburg-Stürmer Nikita Gusev sowie Mikhail Grigorenko und Kiril Kaprizov von CSKA Moskau Spieler aus der heimischen KHL-Liga. Von den acht österreichischen WM-Toren in Bratislava gingen nur drei auf Spieler aus der heimischen EBEl-Liga. Um bei Österreich zu bleiben: Der Kampf um den Aufstieg und die Rückkehr in die A-WM   wird nächstes  Jahr in Laibach über die Bühne gehen. Die Reaktionen nach dem Abstieg lassen befürchten, dass sich bis dahin in Österreichs Eishockey wenig ändern wird. Die Liga versucht Stimmung gegen ihren Kritiker Bader zu machen, Verbandschef Gernot Mittendorfer lehnt einschneidende Reformen wie beim Nachbarn Schweiz, die zu einem Quantensprung in Sachen Niveausteigerung führten, weiter ab.

Doch zurück zur WM: Nach Russland schaffte mit Tschechien der zweite aus der Österreich-Gruppe das Semifinale, ließ beim 5:1 (0:0, 1:1, 4:0) kein deutsches WM-Wunder zu, das an das silberne bei Olympia herankam. Nur 0:4-Sekunden fehlten zu einem dritten Semifinalisten aus der Österreich-Gruppe, zur Schweiz. Bis 59:59 Minuten führten die Eidgenossen gegen Kanada in Kosice 2:1, schienen die Sensation vom Vorjahr zu wiederholen. Genau vier Zehntelsekunden  vor Ende der regulären Spielzeit kullerte der Puck nach einem Fehler von Goalie Leonardo Genoni zu Kanadas Ausgleich über die Linie. Nach 5:07 Minuten der Overtime sorgte Vegas Knights-Star Mark Stone, der im Gruppenspiel gegen die Slowakei in der letzter Sekunde für das Siegestor gesorgt hatte, für Kanadas Weiterkommen. Ob Mittendorfer angesichts solcher Leistungen nicht doch mehr daran denken sollte, die Schweiz als Vorbild zu sehen als nach Kompromissen mit der Liga zu suchen?

Dramatisch verlief auch das zweite Semifinale in Kosice. Schweden lang bis 1:29 Minuten vor Ende  4:3 in Führung, ehe Finnland durch Jokerit Helsinki-Stürmer Marko Antilla der Ausgleich gelang. Da war Tormann Kevin Lankinen für einen sechsten Feldspieler schon vom Eis gefahren. Wie in der Partie zuvor Matt Murray vor Kanadas Ausgleich. Oder in Bratislava der Amerikaner Corey Schneider bereits 3:15 Minuten vor Schluss, was zum Anschlusstor führte. Lankinen, der in der American Hockey League bei Rockford, dem Farmteam der Chicago Black Hawks spielt, kam nach dem 4:4 zurück, leistete dann nach 1:37 Minuten der Overtime sogar den Assist zum 5:4, zum Siegestor von Sakari Manninen, ebenfalls ein Stürmer von Jokerit Helsinki. Damit war Titelverteidiger Schweden eliminiert. Somit gibt´s Samstag bei Russland -Finnland auch KHL-Duelle. Denn Jokerit Helsinki spielt in der russischen Millionenliga mit,

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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