Eishockey

Über eine halbe Stunde abgestiegen: Danach furioses Finish zur Rettung!

Das war nichts für schwache Nerven, der zweite Sieg von Österreichs Eishockeyteam bei der WM in Tampere, dem 5:3 (0:1, 0:1, 5:1) gegen Großbritannien, mit dem der Klassenerhalt gelang. Es sah vor 3321 Zuschauern in der Nokia-Arena lange nicht danach aus, als sollte der erste nach der regulären Spielzeit gelingen. Das erste und zweite Drittel waren Österreichs schlechteste bei dieser WM. Waren es die Nerven? Da fehlte die Aggressivität, auch im Unterzahlspiel, sonst eine Stärke. In numerischer Unterlegenheit durch einen „Witzausschluss“ von Markus Ganahl gerieten die Österreicher nach 19:00 Minuten in Rückstand. Waren danach länger als eine halbe Stunde, genau 32:56 Minuten abgestiegen. Denn so lange dauerte es, bis Benjamin Nissner der Ausgleich zum 3:3 gelang. Damit war der Punkt, den Österreich brauchte, um oben zu bleiben, erkämpft. Aber dabei blieb es nicht.

Tormann Bernhard Starkbaum machte es möglich, dass es so weit kommen konnte. Denn in den schwächeren Phasen von Rot-Weiß-Rot, etwa bei 0:2,  liefen die Briten viermal allein auf sein Tor. Viermal verhinderte Starkbaum einen Treffer, hielt damit seine Mannschaft im Spiel. Österreich hatte mit ihm den besseren Goalie als die Verlierer mit dem ehemaligen Graz-Legionär Ben Bowns. Aber der Umschwung gelang erst im letzten letzte Drittel, das mit fünf österreichischen Toren furios war. Teamchef Roger Bader setzte nur noch drei Linien ein. Mit einem Powerplaytor von Ali Wukowits zum 1:2 entstand nach 44:51 Minuten Hoffnung. 1:28 Minuten später folgte der Rückschlag mit dem dritten Tor der Briten. Nur 69 Sekunden später war Österreich dank Dominique Heinrich nach Assist von Lukas Haudum wieder dran.  Nach dem Ausschluss von Benjamin Nissner mussten zwei Minuten in Unterzahl überstanden werden, in denen es mitunter bedrohlich aussah. Ausgerechnet Nissner gelang nach 51:26 Minuten mithilfe eines britischen Verteidigers glücklich der Ausgleich.

Danach kamen die Österreicher nicht mehr unter Druck. Als Kapitän Thomas Raffl 1:06 Minuten vor der Schlusssirene Bowns zwischen den Beinen zur 4:3-Führung erwischte, wussten alle: Jetzt kann nichts mehr passieren. Die Briten nahmen Bowns für einen sechsten Feldspieler raus. Das nützte Peter Schneider 44 Sekunden vor Schluss, traf ins leere Tor. Damit gab´s ein Jubelmeer in Rot-Weiß-Rot. Alle fünf Tore erzielten Spieler von Meister Red Bull Salzburg. Drei von ihnen, Heinrich, Schneider und Raffl, wurden als Österreichs beste Spieler in den sieben WM-Partien ausgezeichnet. „Ende gut, alles gut“, meint Heinrich zurecht. Raffl genoss die Glücksgefühle: „Wir haben es geschafft!“

Jetzt ist Präsident Klaus Hartmann gefordert, den Vertrag mit Bader zu verlängern. Er kündigte an, dass man dies anstrebe, mit Bader plane. Aber mitunter bekam man bei seinen Interviews fast den Eindruck, ihn würde es auch nicht stören, sollte der Schweizer, der zum zweiten Mal mit Österreich den Klassenerhalt schaffte, ein besseres Angebot bekommen und das annehmen. Von Alt-Präsident Hans Dobida gab es an Bader schon vor dem Happy End eine besondere Botschaft: „Jetzt hast du die Zweifler überzeugt. Lass dir von ihnen nicht auf die Schulter klopfen!“  Außer Großbritannien muss auch Italien absteigen.

Foto: IIHF.

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