Eishockey

Vanek-Debüt mit Idol Jagr gegen Raffl

Erst zwei Stunden vor Ende der Transferzeit stand der sechste Klub  in der National Hockey League fest, für den Österreichs Eishockeystolz Thomas Vanek in den letzten vier Jahren spielt: Nach Buffalo, den New York Islanders, den Montreal Canadiens, Minnesota Wild und den Detroit Red Wings die Florida Panthers im Sunshine-State. Dort  mit dem ältesten NHL-Spieler, einem Idol seiner Jugend: Dem 45jährigen Tschechen Jaromir Jagr, der  in bisher 1691 Spielen auf 761 Tore und 1141 Assists kam, ein Vierteljahrzehnt nach seinem letzten Gewinn des Stanley-Cups noch immer ein Aushängeschild, das pro Saison vier Millionen Dollar kassiert. Für Vanek ist daher der Wechsel ins 50 Kilometer von Miami entfernte Sunrise, wo die Panthers im 19.500 Zuschauer fassenden BB&T-Center  ihre Heimspiele austragen, eine aufregende Angelegenheit. Und auch eine etwas emotionelle: Wegen seiner tschechischen Wurzeln.  Vaneks  Eltern waren Anfang der Achtzigerjahre aus Tschechien geflüchtet.

Jagr ist nicht der einzige große Name der Panthers: Im Tor spielt der 37jährige Roberto Luongo,  2010 in Vancouver mit Kanada Olympiasieger, davor auch zweimal Weltmeister.  Auch der 31jährige  kanadische Verteidigerstar Aaron Ekblad und der 33jährige finnische Center Oli Jokinen bürgen für Qualität, dessen  21jähriger Landsmann Alexander Barkov gilt als Riesenversprechen. Vor  Saisonbeginn schätzten viele NHL-Experten  die Panthers sogar als heißen Tipp für den Stanley-Cup ein, im Moment kämpfen sie noch um das Play-off: 20 Spiele vor Ende des Grunddurchgangs fehlen vier Punkte auf Platz drei der Atlantic Division, ein Punkt auf die zweite Wild Card des Ostens. Tom Rowe, seit November General Manager und Coach sowie  Dale Tallin, der Direktor der „Hockey Operations“ sind überzeugt, dass Vanek mit seiner Erfahrung und den  Qualitäten vor dem Tor entscheidend helfen kann. Die 15 Tore und 23 Assists in den 48 Partien bei Detroit sprechen für sich.

Die Los Angeles Kings matchten sich bei Detroits Manager Ken Holland mit Florida um Vanek, zogen den kürzeren, hielten sich mit der 39jährigen Ikone Jarome Iginla schadlos. Vanek war der  vierte Spieler, den Holland abgab: Zuvor bereits den slowakischen Stürmer Jurco an Chicago, Verteidiger Smith zu den New York Rangers und Michael Grabner sowie Stürmer Ott nach Montreal. Mittwoch kam noch Vanek dazu. Dienstag Abend gewann er mit Detroit noch in Vancouver nach Verlängerung 3:2, zwei Tage später soll er erstmals mit Jagr spielen, sein Debüt bei den Panthers feiern: In Philadelphia gegen die Flyers mit Vaneks Landmann Michael Raffl, ein Konkurrent im Kampf um die Wild Card für das Play-off. In der  Heimat belegten die drei  NHL-Legionäre bei der Wahl zu Österreichs  Spieler des Jahres  logischerweise die ersten drei Plätze: Grabner vor Vanek und Raffl.

Vaneks Zukunft  ist aber nur bis Saisonende geklärt. Er geht gelassen mit der Situation um: „Ich hab einen Koffer und ein paar Anzüge mehr mit“, meinte er lachend vor Detroits Trip zu fünf Auswärtsspielen, der in Vancouver begann. Wohl wissend, dass er für ihn auch dort zu Ende gehen wird. Für die neue Saison ist alles möglich: Weiter in Florida, als Free Agent Rückkehr nach Detroit, wo seine Frau mit den drei Söhnen vorerst bleibt, wo es auch ihm gefällt, der neue NHL-Klub in Las Vegas. Vanek wird gefragt bleiben. Bei den Florida Panthers ist auch seine gewohnte Rückennummer 26, mit der er bis zur Detroit-Zeit immer spielte, noch frei.

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