Fußball

Zweimal Arnautovic, Dragovic-Debüt als rechter Verteidiger! Ist Barnes einer für Foda?

Wer Dienstag Nachmittag bei Streaminhdienst  DAZN die Live-Konferenz von fünf Spielern des „Boxing Day“ in der Premier League verfolgte, der sah bei den „Merry Matchdays“ zwar das Debüt von Aleksandar Dragovic in der Premier League, viele rassige Szenen, eine Überraschung in Old Trafford, an der ein England-Österreicher beteiligt war, aber nicht das  Österreicher-Highlight am Stefanitag. Für das sorgte Marko Arnautovic mit seinem ersten Doppelpack im Dress von West Ham, seinen Saisontoren vier und fünf, alle in den letzten fünf Partien erzielt. Mit denen hätte er im Abstiegskampf beim Drittletzten Bournemouth nach Fehlern von Bosniens Teamkeeper Asmir Begovic, mit dem Arnautovic früher bei Stoke gespielt hatte, fast für wichtige drei Punkte gesorgt. In der 82. Minute erzielte Arnautovic im strömenden Regen den Ausgleich zum 2:2, in der 89. Minute den Führungstreffer. Da streckte er noch lachend die Zunge raus. Aber eine Minute später kassierte West Ham noch den Ausgleich, der Arnautovic maßlos ärgerte: „Das darf nicht mehr passieren.“ Wofür er auf „Sky Sports“ Referee Bobby Madley verantwortlich machte, der trotz Abseitsanzeige seines Assistenten Simon Long auf Tor entschied: „Der Schiedsrichter  hat uns drei Punkte weggenommen.“ Genau genommen zwei. Daher blieb West Ham weiter nur einen Punkt vor den Abstiegsplätzen.

Für Aleksandar Dragovic war sein erstes Match in der Premier League ein doppeltes Debüt. Er begann bei Leicesters 1:2 an der Londoner  Vicarage Road bei Watford als rechter Verteidiger, zugleich als einziger Österreicher: Sebastian Prödl sass bei Watford neben dem früheren U 21-Teamkeeper Daniel Bachmann auf der Bank, ebenso Ex-Teamkapitän Christian Fuchs bei Leicester. Personalprobleme erzwangen die ungewohnte Rolle für Dragovic: Rechtsverteidiger Daniel Simpson verletzt, sein ghanesischer Ersatz Daniel Amartey gesperrt. Also fragte Trainer Claude Puel Dragovic am Christtag, ob er schon einmal rechter Verteidiger spielte. Dessen „Nein“ als Antwort konnte den Franzosen  nicht irritieren: „Dann werden wir das einmal probieren“ sagte Puel zu Dragovic. Den das ziemlich beschäftigte, gilt doch Watfords linke Seite mit dem 20jährgen Brasilianer Richarlison als die stärkere. Aber anfangs schien alles gut zu gehen. Leicester ging durch den Algerier Riyad Mahrez in Führung, verlor dann aber den Faden. Kassierte knapp vor der Pause nach einem Eckball den Ausgleich, in der zweiten Hälfte nach einem Freistoss das zweite Tor. Da konnte Dragovic  den Franzosen Abdoulaye Doucoure nicht am Torschuss ändern, aber ohne den Patzer von Tormann Kaspar Schmeichel wäre der Ball nie über die Linie gegangen. Ein Eigentor des dänischen Teamtorhüters. Acht Minuten später beendete Puel das Premier League-Debüt von Dragovic, brachte für ihn Mittelfeldspieler  Demarai. In der 87. Minute kam Prödl bei Watford, um als dritter Innenverteidiger den Sieg zu retten, mit dem die Negativserie gestoppt wurde.

Dragovic rechter Verteidiger bei Leicester, Kevin Wimmer wieder linker bei Stoke in einem intensiven offenen Schlagabtausch beim Aufsteiger Huddersfield, der mit dem 1:1 eine Punkteteilung brachte, bei der Stoke im Finish ein Elfmeter vorenthalten wurde. Wimmer fand sich auf dem ungewohnten Posten jedenfalls im Stoke-Dress weit besser zurecht als ein Jahr zuvor bei den drei Partien in Österreichs Team. Mit Markus Suttner war bei Brighton ein zweiter österreichischer  Linksverteidiger im Einsatz. Bis zur Pause hielt der Aufsteiger bei Chelsea an der Stamford Bridge ein 0:0, ehe zwei spanische Kopftore bis zur 60. Minute das Match für den Meister entscheiden. Das erste durch Alvaro Morata gleich nach der Pause, das zweite durch Linksverteidiger Marcos Alonso, der nach einem Eckball das Luftduell gegen Suttner gewann.

Ein Engländer mit einer österreichischen Großmutter war an der Überraschung des Boxing Day beteiligt: Ashley Barnes brachte Burnley, als Siebenter die größte Überraschung der Premier League, in Old Trafford gegen Manchester United schon nach 2:13 Minuten in Führung. Da brachte  DAZN-Kommentator Uli Hebel den 28jährigen Barnes sogar für Österreichs Teamchef  ins Gespräch: „Das ist doch einer für Franco Foda, der könnte für Österreich spielen.“ Ist Barnes wirklich einer? Es war sein drittes Tor bei seinem 19. Einsatz in dieser Saison,  bei denen ihn Trainer Sean Dyche nur viermal in der Startelf brachte.Zur Pause führte Burnley 2:0, war damit die erste Mannschaft ausser Tabellenführer Manchester City, die in den 20 Runden in Old Trafford zwei Tore erzielte. Da beendete Uniteds merkbar frustrierter Trainerstar Jose Mourinho den ersten gemeinsamen Einsatz von Zlatan Ibrahimovic und Torjäger Romelu Lukaku. Joker Jesse Lingard rettete mit seinem Doppelpack einen Punkt. Das erste Tor gelang ihm mit der Ferse, der Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit. Aber punkto Toren redet England nur von Harry Kane: Zweiter Tripplepack des Tottenham-Goalgetters innerhalb von vier Tagen beim 5:2 gegen Southampton, womit er 39 Tore in einem Kalenderjahr erzielte. Damit verbesserte er den 22 Jahre alten Rekord von Legende Alan Shearer um drei Treffer. 252.341 Zuschauer strömten zu den sieben Partien am Nachmittag des „Boxing Day“, im Schnitt über 36.000! Bester Besuch in Old Trafford (75.046), der schwächste in Bournemouth (10.596).

In der Championship kam Ex-Teamstürmer Andreas Weimann mit Derby County in Hull nur zu einem 0:0, rutschte auf Platz vier ab. Rückstand zum neuen Zweiten Bristol und damit zum direkten Aufstiegsplatz: Zwei Punkte. Aber es sind noch 22 Runden zu spielen. Derzeit wäre Weimann im Vierer-Play-off um den dritten Aufstiegsplatz.

 

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