Fußball

Beim Anpiff im Maksimir ist es für Salzburg wie 2019 an der Anfield Road

Erstmals seit 2. Oktober 2019 geht der FC Salzburg als Tabellenführer in ein Gruppenspiel der Champions League. Vor drei Jahren nach dem 6:2 gegen Genk in das zweite beim FC Liverpool an der Anfield Road, Dienstag Abend in das vierte bei Dinamo Zagreb im Stadion Maksimir. Das man wirklich nicht mit der Anfield Road vergleichen kann: Kein Dach, die Ost-Tribüne seit dem Erdbeben im März 2020 einsturzgefährdet und daher gesperrt. Eine sahurige Baustelen-Atmosphäre. Es gibt fertige Pläne zu einem Neubau für 34.000 Zuschauer, der 60 Millionen Euro kosten würde. Der Architekt erinnert Salzburg an einen seiner größten Trainer: Otto Baric, der Sohn des im Dezember 2020 im Alter von 87 Jahren an Corona in Zagreb verstorbenen „Otto Maximale“, der Austria Salzburg zwischen 1991und 95 zum Meistertitel, ins UEFA-Cup-Finale und in die Champions League geführt hatte. Davor arbeitete er in Österreich bei Wacker Innsbruck, LASK, Sturm Graz, Rapid und Vorwärts Steyr, danach war er Teamchef in Österreich (1999 bis 2001) und Kroatien (2002 bis 2004). Einer, der unter Baric sowohl bei Rapid als auch im Natioanalteam gespielt hatte, sitzt Dienstag bei der Sky-Liveübertragung aus Zagreb gemeinsam mit Marc Janko im Münchener TV-Studio: Andreas Herzog.

54.000 Plätze hat die Anfield Road, das Maksimir nur 21.000.  Es wird ausverkauft sein, die Dinamo-Fans werden für eine Höllen-Stimmung sorgen. Darauf ist Salzburg vorbereitet. Ebenso, dass sich Kroatiens Serienmeister so aggressiv präsentieren wird wie im Finish am letzten Mittwoch in Salzburg, als es nicht gelang, ein 0:1 aufzuholen. So unter Druck zu kommen, will Salzburg unbedingt vermeiden: „Wenn wir nur 99 Prozent statt 100 bringen, wird es schwer“, prophezeite Trainer Matthias Jaissle, der außer auf den Brasilianer Fernando nicht nur auf Kapitän Andreas Ulmer, sondern wahrscheinlich auch auf den Argentinier Nicolas Capaldo verzichten muss. Trotzdem lebt die Hoffnung auf neue Jubelszenen mit Noah Okafor (Bild oben), wenn der Schweizer zum vierten Mal hintereinander in der Königsklasse treffen sollte.  Was vor ihm für Salzburg nur Erling Haaland gelungen war.

Als ins Maksimir noch 35.000 Zuschauer durften, verlor dort Salzburg keines seiner drei Spiele. 2009 gab es unter dem Holländer Huub Stevens ein 2:1 in der Qualfikation zur Chapions League, 2014 unter Adi Hütter in der Gruppenphase des UEFA-Cups sogar einen 5:1-Kantersieg, 2016 unter dem Spanier Oscar Garcia ein 1:1 in der Qualifikation zur Königsklasse. Dinamo Zagrb braucht den ersten Heimsieg über die Salzburger, um die Chance, im Eurpacup zu überwintern, am Leben zu erhalten. Deshalb wurde das Meisterschaftsspiel am Wochenende gegen Istra auf einen späteren Zeitpunkt erlegt, um Kräfte zu sparen. Von den letzten zwölf Heimspielen im Europacuo gewann Dinamo sieben, unter amderem im September 1:0 gegen Chelsea, verlor nur eines. Vor einem Jahr das ersten Gruppenspiel der Europa League gegen West Ham 0:2.

In Anfield verlor damals Salzburg nach einem denkwürdigen Spiel die Tabellenführung. 0:3 zur Pause, dann 3.3, am Ende 3:4 verloren. Verlässt Salzburg das Maksimir, in dem der Deutsche Tobias Stieler das Match leiten wird, auch als Tabellenführer? Dazu könnte ein Unentschieden reichen, wenn es auch in Mailand zwischen Milan und Chelsea eines gibt. Einer, der für Salzburg 2019 in Liverpool spielte, musste mit erst 24 seine Karriere beenden: Enock Mwepu, Mittelfeldspieler aus Sambia. Der Grund ist eine erbliche Herzkrankheit. Vor einem Jahr hatte ihn Salzburg um 23 Millionen Euro nach England an Brighton verkauft.

Foto: UEFA.

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