Fußball

Ein Punkt und das erste Polster-Tor für Austria seit 35 Jahren

Trainer und Mannschaft zeigten die richtige Reaktion auf die Cup-Blamage der Austria beim Wiener Sportclub. Manfred Schmid stellte um, die Spieler hielten gegen den optisch überlegenen LASK dagegen. Das und eine „brutale Effizienz“  reichte, um in Pasching ein 2:2 (0:0) zu holen. Dadurch fiel die Austria zwar hinter WSG Tirol zurück, blieb aber durch den Punkt unter den ersten sechs. „Die Mannschaft hat den Charaktertest bestanden“, lobte Schmid, der Billy Koumetio, James Holland und Haris Tabakovic, die Donnerstag zur Startelf gehörten, auf der Bank beginnen ließ. Außerdem fehlte der verletzte Andreas Gruber. Dadurch kamen Matteo Meisl, Marvin Martins, Georg Tigl und Nikola Dovedan (erstmals unter den ersten elf) zum Zug, erhielt Manuel Polster (Bild oben) eine andere Rolle. Nicht mehr linker Verteidiger, was eine „Notvariante“ war, sondern links im Mittelfeld. Wo die Offensivqualitäten des 19 jährigen und seine Schnelligkeit besser zur Geltung kommen. Prompt erzielte er im vierten Einsatz sein erstes Tor in der Bundesliga.

Es war das erste Polster-Tor für Violett seit 35 Jahren. Das letzte erzielte Toni Polster, damals 23 Jahre alt, am 26. Mai 1987 beim 2:2 gegen Sturm in der Grazer Gruab´n. Das Unentschieden kostete Austria den Meistertitel, der ging dank der besseren Tordifferenz an Rapid. Polster fühlte sich von Referee Horst Brummeier benachteiligt, trommelte nach dem Match wütend mit den Fäusten gegen die Türe der Schiedsrichterkabine. Es war sein letztes Match für die Austria vor dem Wechsel nach Italien zu Torino, er verwandelte einen Elfmeter zur 2:1-Führung. Das war sein 26. Tor in dieser Saison, womit er Schützenkönig wurde, insgesamt der 167. und letzte Treffer für Austria in 201 Spielen.

Da hat Manuel, zweifelsohne schneller als es Toni jemals war, noch einiges zu tun, um annähernd so oft wie sein „Vorgänger“ zu treffen. Mit dem ersten Tor sorgte Polster für den Ausgleich zum 1:1. Nach einem Pass von Dominik Fitz lief er Ex-Rapidler Filip Stojkovic davon, traf mit links genau ins lange Eck. Da gab es für Alexander Schlager nichts zu halten. In Rückstand geriet die Austria durch einen zweifelhaften Elfmeter, den Robert Zulj gegen Innenverteidiger Lucas Galvao, der die Aktion mit einem Fehlpass einleitete, suchte und von Schiedsrichter Sebastian Gishamer bekam. Nicht nur Schmid verstand nicht, warum Video Assistant Referee Christopher Jäger nicht eingriff und Gishamer nicht zum On Field Review schickte. Zulj verwandelte selbst zur Linzer Führung. Doch nach 83 Minuten lag die Austria vorne: Nach einem Freistoß von Fitz traf Martins per Kopf genau ins lange Eck. Der erste Treffer des Luxemburgers in seinem 25. Bundesligaspiel reichte nicht zum Sieg. Weil dem Ex-Austrianer Sascha Horvath mit einem 18 Meter-Schuss, der nicht unhaltbar schien, drei Minuten später das 2:2 gelang.

Damit verhinderte Horvath die dritte Heimniederlage des LASK hintereinander. Zufrieden war Trainer Didi Kühbauer nur, weil ein Rückstand aufgeholt wurde. Ansonst ärgerte ihn das vierte Heimspiel in Serie ohne Sieg. Im Viertelfinale des Uniqa-Cups, das Shamil Borchashvili. Judo-Bronzemedaillengewinner bei Olympia, im „Sport am Sonntag“ des ORF ausloste, hat der LASK wieder ein Heimspiel: Anfang Februar 2023 gegen Austria Klagenfurt. Der absolute Kracher wird in Salzburg gehen, wo Titelverteidiger Red Bull Vizemeister Sturm Graz empfängt. Austria-Bezwinger Sport-Club empfängt Ried, Rapid muss nach Wolfsberg.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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