Fußball

Nein zum Weltmeister

Marcel Koller reagierte auf die durchaus sachliche Kritik von Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl via Servus-TV über einen fehlenden Plan B in Sachen Offensive  sichtlich genervt und  dünnhäutig. Auch indem Österreichs Teamchef  die Namen der ausländischen Stürmer in Österreichs Liga von Jonatan Soriano über Joelinton, Larry Kayode bis Dimitri Oberlin   als Argument  ins Spiel brachte. Denn Hasenhüttl sprach Montag ausdrücklich nicht von  Stürmern in der österreichischen Liga, sondern von Österreichern. Und da gibt es sehr wohl Alternativen. Sowohl in Kollers Kader als auch bei Spielern, die er nicht einberief, auf der Abrufliste standen.  Koller argumentierte auch wieder  mit der kurzen Vorbereitung. Nur zwei Einheiten, dann das Abschlusstraining. Also keine Zeit, etwas  Neues zu probieren.

Was dieses Spiel gegen den EURO-Semifinalisten betrifft, hat Koller völlig recht. Aber es hätte Möglichkeiten dazu Ende August vor dem Start in die  Qualifikation für die WM 2018 gegeben.  Die ließ er links liegen statt sie zu nützen. Bereits Monate vor Österreichs  EURO-Enttäuschung gab es ein konkretes und auch finanzielles lukratives Angebot von Weltmeister Deutschland zu einem Gastspiel am 31. August, fünf Tage vor  Österreichs Start in die WM-Qualifikation gegen Georgien in Tiflis. Deutschland wollte sich gegen Österreich sozusagen in aller Freundschaft nach der Europameisterschaft wieder einspielen. Aber Koller sagte nein, zog mehr Training einer wahrscheinlichen Niederlage in dem Nachbarsduell, das  sicher nicht ganz ohne Prestigedenken abgelaufen wäre, vor.  Das respektierten   Sportchef Willi Ruttensteiner und die Verbandsspitze. Denn man wollte sich verständlicherweise  nicht der Gefahr aussetzen, dass ein Match, das Koller nicht wollte, als Argument für einen  resultatsmäßig verpatzten Start in Tiflis hätte herhalten können.

Deutschland fand mit Finnland  einen Ersatz für Österreich. Dass dieses Match dann in Mönchengladbach zum Abschied von Weltmeisterkapitän Bastian Schweinsteiger   wurde, wusste zum Zeitpunkt des Nein von Wien zum Angebot aus  Frankfurt  noch niemand.

 

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