Fußball

Salzburg zeigte den Meister: Historische Rekordniederlage von Rapid!

Jetzt gibt es nicht mehr die leisesten Zweifel über den siebenten Meistertitel von Red Bull Salzburg in Serie. Nach einem schwachen Start im Hütteldorfer Allianz-Stadion und einem 0:1 nach 20 Minuten zeigte der Titelverteidiger Rapid den Meister, fügte Grün-Weiß mit 7:2 (4:1) die historische Rekordniederlage in der Bundesliga zu. Noch nie zuvor erzielte eine Mannschaft gegen Rapid sieben Tore. Wahnsinn, irgendwie eine Antwort von Salzburg nach zwölf Jahren auf seine Rekordniederlage, das 0:7-Heimdebakel gegen Rapid am Ostersonntag .2008. Danach wurde Rapid zum bisher letzten Mal Meister. Mittwoch verlor Rapid mit dem blamablen Debakel nicht nur ein Spiel, sondern Platz zwei an den LASK, der in Hartberg mit einer überzeugenden zweiten Hälfte 5:1 (0:0) gewann.

Kein Transparent hing vor der Rapid-Fantribüne. Vielleicht ein stiller Protest gegen die berechtigte heftige Kritik an dem vom letzten Sonntag. Aber das sollte egal sein. In den ersten 20 Minuten deutete nichts auf die Rekordniederlage an. Trainer Didi Kühbauer verzichtete überraschend auf Max Hofmann, ließ im Abwehrzentrum Filip Stojkovic, Dejan Ljubicic und Leo Greiml ran, setzte vorne auf die körperliche Präsenz von Ercan Kara.  Auch Salzburg begann mit einer Dreierkette. Jesse Marsch entschied sich unerwartet für Enock Mwepu zwischen Andre Ramalho und Max Wöber. Der Plan mit Kara ging auf, Rapid wirkte gefährlicher, ging durch Karas erstes Bundesligator in Hütteldorf in Führung, weil zuvor Mwepu ausgerutscht war.  Marsch reagierte sofort, löste die Dreierkette auf, stellte auf Viererabwehr um, schickt Mwepu vor ins Mittelfeld. Drei Minuten später kam die Wende durch einen irregulären Ausgleich: Patson Daka stand klar abseits, als er den Ball an die Stange schoss, den Abpraller verwertete Noah Okafor. Schiedsrichterassistent Roland Brandner übersah die Abseitsstellung von Daka trotz freier Sicht. Das dürfte nicht passieren. Darum waren auch die überheblichen Gesten von Referee Manuel Schüttengruber in Richtung der reklamierenden Rapid-Trainerbank unpassend.

Nach dem Ausgleich fiel Rapid total auseinander., was nicht passieren darf. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Etwa wie ungeschickt sich Greiml in einem Zweikampf mit Daka vor der Salzburger Führung, die ausgerechnet Mwepu erzielte, anstellte. Etwa dass Dalibor Velimirovic seine erste Chance, die er seit dem 2:3 gegen Salzburg im Oktober erhielt, überhaupt nicht nützte, gar nicht in die Zweikämpfe kam, Fehler am laufenden Band machte. So verwandelte Salzburg innerhalb von 23 Minuten ein 0:1 in ein 4:1. Kühbauers Reaktion: Er nahm seinen Kapitän raus, schonte Stefan Schwab für das Sonntag-Spiel in Graz gegen Sturm. Der Untergang ging weiter. Auffallend: Vier Treffer kassierte Rapid nach Eckbällen, den Ausgleich, das 1:4 durch Albert Vallci in de ersten Hälfte, in der zweiten das 1:5 von Andre Ramalho, bei dem Kara als letzter den Ball berührte und das 1:6 durch Zlatko Junuzovic, der außerhalb des Strafraums den Eckball von Dominik Szoboszlai volley übernahm. Wie eine Rakete schlug der Schuss unter der Latte ein. Junuzovic stürmte jubelnd  zu den Sky-Kameras, sagte überglücklich: „Das ist für dich Klemens!“ Für seinen Sohn. Eigentlich muss der Kracher das Tor der Saison sein. Es kann kein schöneres und attraktiveres mehr geben. Salzburg hält nach dem Schützenfest bei 99 Toren. Sonntag gegen Hartberg wird das 100. gelingen.

Kein Wunder, dass Kühbauer am Ende restlos bedient war (Bild oben), weil so schlecht nach Eckbällen verteidigt wurde: „Da gehört vielmehr Herz rein“, übte Tormann Tobias Knoflach. Auch die gelbe Karte für Taxiarchis Fountas musste den Trainer maßlos ärgern. Die bekam der Torjäger, als er vor der Pause aufwärmte, weil er Schüttengrüber kritisierte.  Es war die fünfte, womit der Grieche Sonntag in Graz gesperrt ist. Das wiegt viel schwerer als sein 18. Saisontor nach einem Leichtsinnsfehler von Jerome Onguene, der Kara in letzter Minute den Assist für Fountas ermöglichte. Das werden für Rapid ganz schwere drei Runden beim Letzten Sturm, gegen den LASK und zum Abschuss in Wolfsberg beim Ex-Rapidler Ferdinand Feldhofer, um Rang drei zu halten. Der Vorsprung auf Wolfsberg beträgt noch vier Punkte. Feldhofer gab nach dem 2:0 (0:0) gegen Sturm Graz die Devise aus, alle drei ausstehenden Spiele zu gewinnen. Sonntag gastiert Wolfsberg allerdings in Pasching gegen den LASK. Das Führungstor erzielte Shon Weissman, baute mit seinem 26. Treffer die Führung in der Schützenliste gegenüber Patson Daka auf drei Tore aus. Denn Salzburgs Goalgetter ging in den 60 Minuten, in denen er in Hütteldorf spielte, leer aus.

Dem LASK gelangen beim Sieg in Hartberg nach der Pause innerhalb von 21 Minuten vier Tore, Dominik Reiter dabei sein erstes. Salzburg brauchte für seine vier Treffer in Hütteldorf vor der pause eine Minute länger. LASK-Präsident Siegmund Gruber legte offiziell sein Mandat im Aufsichtsrat der Bundesliga nieder. Das hatte er schon vor Wochen  für den Fall angekündigt, falls der LASK für den unerlaubten, verfrühten Beginn des Mannschaftstrainings während der Corona-Pause schuldig gesprochen wird, eine Strafe bekommt. Das geschah in zwei Distanzen.

 

 

 

 

 

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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