Fußball

Wen beobachtete Cerny für Köln bei Austria-Sturm? Tipp eins ist Braunöder

Auch der Chefscout des 1. FC Köln gehörte Sonntag zu den Zuschauern beim klaren 0:3 der Wiener Austria gegen Sturm Graz. Der hat eine österreichische Vergangenheit: Harald Cerny, inzwischen 49 Jahre alt, bestritt zwischen 1993 und 2004 49 Länderspiele für Österreich, gehörte auch zum Aufgebot bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Ausgebildet wurde Cerny im Nachwuchs bei Adria und Bayern München, gespielt hat er bei Bayern, dem FC Tirol und danach bei 1860 München. Den Job in Köln hat Cerny seit Dezember 2020. Damals war Austrias Trainer Manfred Schmid im letzten seiner insgesamt sechs Jahre bei den Kölnern für die Betreuung der verliehenen Spieler zuständig. Entwicklungstrainer nennt man das in Deutschland.

Cerny ist unter anderem für das Scouting in Österreich und der Schweiz zuständig. Zuvor hatte er einen ähnlichen Job bei Hannover 96. Warum kam er Sonntag nach Wien? Tipp eins liegt auf der Hand, heißt Matthias Braunöder (Bild oben). Köln macht mit Österreichern seit Jahrzehnten gute Erfahrungen. In den 90er Jahren mit den vielen Toren von Toni Polster, in der Aufstiegssaison 2018/19 unter Markus Anfang gehörten Florian Kainz und Louis Schaub zu den Stützen, aktuell zählt Kainz zu den herausragenden Spielern der Bundesliga, macht auch Dejan Ljubicic eine sehr gute Figur. Köln liegt auf Rang sieben, ist in der Conference League Tabellenführer. Cerny war auch daran beteiligt, dass Leipzig-Leihgabe Eric Martel nach der letzten Saison von der Austria nach Köln wechselte. Dort hat er es bisher nicht zum Stammspieler geschafft.

Köln wäre sicher eine gute Adresse für den 20 jährigen Braunöder. Cerny sah Sonntag drei Torschüsse von ihm. Die Frage ist, ob sich der Traditionsklub den Kapitän von Österreichs U 21 leisten kann. Bei einem Schuldenstand von 65,9 Millionen gilt Köln ebenso als Sanierungsfall wie die Austria. Bei der Braunöder Ende Juli seinen Vertrag bis 2025 verlängerte. Ihn aus dem herauszukaufen, wird sehr teuer. Austria wird nicht noch einmal in die Zwangslage kommen, aus finanziellen Gründen seine guten Spieler unter ihrem Marktwert verkaufen zu müssen. Wie es vor einem Jahr bei Benedikt Pichler zu Holstein Kiel und Patrick Wimmer zu Arminia Bielefeld passierte. Auf Braunöders Position im zentralen Mittelfeld spielt bei Köln der Tunesier Eltyes Shkiri. Sein Vertrag läuft im Sommer 2023 aus, wird nicht verlängert. Denn er gilt als teuerster Spieler der Kölner.

Auch bei Sturm spielte einer, der für Köln ein Thema sein könnte. Alexander Prass hat Max Hagmayr als Berater. Und der wiederum seit dem Wechsel seines „Klienten“ Ljubicic nach Köln vor einem Jahr gute Drähte dorthin. Auch Prass fiel Sonntag positiv auf. Der Mittelfeldspieler hatte anders als Braunöder sogar eine Torbeteiligung: Vom 21 jährigen Linksfuß kam der Assist zum Führungstor der Grazer.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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