Fußball

Alarmstufe eins bei Rapid wegen Slovan Bratislava

Drei österreichische Klubs kämpfen ab nächsten Donnerstag um den Aufstieg ins Play-off der Europa League: Sturm Graz als Favorit gegen AEK Larnaca, den Cupsieger von Zypern, der LASK als Außenseiter gegen den türkischen Spitzenklub Besiktas Istanbul mit  einem garantiert ausverkauften Linzer Stadion beim Retourpiel am 16.August, Rapid im Nachbarsduell beim slowakischen Vizemeister Slovan Bratislava. Nicht mehr dabei ist Rapids früherer Trainer mit Atromitos Athen. Die sensationelle Aufholjagd im Hinspiel bei Dinamo Brest in Weißrussland von 0:4 auf 3:4 blieb unbelohnt. In Athen führte Atromitos trotz der gelb-roten Karte von Ex-Rapidler Armin Mujakic nach 62 Minuten bis zur 95. Minute 1:0, ehe die Weißrussen ausglichen. Brests berühmter Präsident Diego Maradona hatte es nicht nach Athen geschafft,

Den meisten Zündstoff hat Rapid – Slovan Bratislava. Nicht so sehr aus sportlichen Gründen, sondern wegen der Fans. Da herrscht zweimal Alarmstufe eins. Schon vor elf Jahren, als Rapid in der zweiten Rundes  des UI-Cups auf die Slowaken traf, im Hanappi-Stadion, wo es beim 3:1 zu Vandalenakten gewaltbereiter Slovan-Fans gekommen war, in Bratislava nur 0:1 verlor, Ein Massenaufgebot an Polizei war damals notwendig, um gröbere Ausschreitungen zu verhindern. Wird diesmal nicht anders sein. Sowohl nächsten Donnerstag in Bratislava als auch eine Woche darauf in Hütteldorf. Was die ganze bedenkliche Geschichte noch brisanter macht: Es gibt gute Kontakte zwischen den gewaltbereiten Fans von Slovan und einem Teil von denen der Wiener Austria, die gegen den Wiener Erzrivalen im wahrsten Sinne des Wortes mitmischen wollen. Das Szenario für Bratislava, das  kursiert, bedeutet quasi eine Reisewarnung für Rapid-Fans: Die fanatischen Slovan-Anhänger werden überall warten. Egal, wie die Rapid-Fans anreisen. Mit Privatautos oder Autobussen, mit der Bahn oder mit dem Schiff. Selbst am Bahnhof und an der Schiffsanlegestelle bei der Donau werden „Empfangskommandos“ stehen. Die Farbe grün am Körper zu tragen soll nächsten Donnerstag in Bratislava ebenso wenig ratsam sein wie Autos mit österreichischem Kennzeichen in der Nähe des Pasiecky-Stadions, das 13.000 Zuschauer fasst und eigentlich dem Lokalrivalen Inter gehört, abzustellen. Offiziell bekommt Rapid von Slovan nur 500 Karten. Das neue Nationalstadion für 22.000 Zuschauer ist noch nicht fertig. Da gibt´s Verzögerungen. Die Strabag, die Rapids neues Allianz-Stadion gebaut hatte, ist auch in Bratislava am Werken. Die slowakischen Behörden deponierten bereits in Hütteldorf, dass größere Ansammlung grün-weißer Fans im Stadtzentrum von Bratislava nicht erwünscht sind und sofort aufgelöst werden.

Sportlich herrscht wegen Slovan nicht unbedingt Alarmstufe eins. Trainer Goran Djuricin sah Donnerstag Abend den 3:1-Heimsieg gegen den FC Balzans aus Malta, der zum Aufstieg mit dem Gesamtscore von 4:3 reichte. Nicht gerade imposant. Bis auf Tormann Michal Sulla und Innenverteidiger Kornel Salata stand kein Slowake in der Startformation, es begannen zwei Legionäre aus Slowenien, je einer aus Holland, Bulgarien, Marokko, Spanien, Serbien, Kroatien und Montenegro. Am auffälligsten der slowenische Teamstürmer Andraz Sporar, der früher beim FC Basel und Arminia Bielefeld spielte und mit einem Doppelpack in der 70, und 71 Minute für die Entscheidung sorgte. Slovan ist erst ab Montag das große Thema, vorerst heißt das Altach. Rapid hat seit acht Jahren immer das erste Heimspiel der Saison gewonnen. Bleibt es dabei, gastiert Rapid als Tabellenführer in Bratislava. Altach hat seit dem Wiederaufstieg  vor vier Jahren in den 16 Duellen gegen Rapid sechs Siege gefeiert, einen mehr als Rapid. Samstag soll bei 30 Grad oder mehr der „Ausgleich“ gelingen. In der  Besetzung vom 3:0 in der Südstadt. Das Szenario von 2016 soll sich nicht wiederholen: Damals stürzte Altach in der zweiten Runde Tabellenführer Rapid durch einen 1:0-Heimsieg. Allerdings daheim im Ländle.

Djuricin und Sportchef Fredy Bickel sahen es positiv, dass die Mannschaft selbstkritisch mit der zweiten Hälfte beim Auftaktsieg gegen die Admira umging: „Es gibt keinen Grund zum Abheben, wir müssen am Boden bleiben. Denn einige Dinge kann man noch besser machen.“ Djuricin erwartet, dass sein Kollege Werner Grabherr mit einer Fünferabwehr hinten dicht machen wird, hat inzwischen einen Österreicher mehr an Bord: Die Einbürgerung des 22jährigen Alex Kostic ist vollzogen.

 

 

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