Fußball

Austria gegen Rapid: Streit um TV-Gelder geht weiter

Die Bundesliga präsentierte Freitag Abend nach der Hauptversammlung ihren neuen bunten Ball aus dem Hause adidas (Bild oben), erstmals einen Sponsor für die neue zweite Liga bis 2021 aus der Wettbranche mit Namen Hpy Bet (ausgesprochen Happy Bet), freute sich in Person ihrer Vorstände Christian Ebenbauer und Reinhard Herovits über ein Rekordjahr, bejubelte alles, was mit der Reform auf Zwölfer-und Sechzehnerliga umgestellt wurde, als großen Erfolg. Sie werden ja nicht ihr eigenes Produkt schlecht reden. Das kann keiner von ihnen verlangen. Was sie nicht vermitteln konnten, war eine vorweihnachtlicher Friede in der Bundesliga. Der  Antrag von Admira, LASK und Wolfsberg auf eine Neuverteilung der erst vor Monaten neu beschlossenen Verteilung der  TV-Gelder ging nicht durch, weil sic die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit nicht fand. Eine Stimme fehlt dazu. 7:5 soll das Ergebnis der geheimen Abstimmung gelautete haben, wie durchsickerte.

Aber damit ist der Streit nicht beendet. Das sprach Ebenbauer offen aus: „Laut Vereinsbestimmungen kann man mit Zweidrittelmehrheit alls ändern“, meinte er vielsagend, „wir werden beobachten, wie sich alles entwickelt.“ Motto: Der nächste Antrag, wonach Österreicher-Topf und Zuschauerzahlen nicht mehr wie derzeit zählen sollen, wie die Sky-Millionen verteilt werden, kommt bestimmt. Natürlich begannen die Spekulationen, wer gegen den Antrag gestimmt hat. Sicher Rapid und Sturm Graz, weil das für beide einen finanziellen Schaden bedeuten würde. Dann eigentlich auch Meister Red Bull Salzburg,  im Aufsichtsrat der Liga für diese Verteilung gestimmt zu haben. Salzburgs Vertreter Volker Viechtbauer wollte sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben. LASK-Präsident Siegmund Gruber hatte kein Problem damit. Auch Viechtbauer?

Denn nichts anders als eine Lächerlichkeit wäre es gewesen, erstmals während eines laufenden TV-Vertrags die Modalitäten der Auszahlung nach vier Monaten zu ändern. Wie in Erfahrung zu bringen war, stammte eine Gegenstimme von Altach. Aber von wem die fünfte? Zur Auswahl standen Mattersburg, weil Boss Martin Pucher dafür bekannt ist, zu dem zu stehen, was ausgemacht war. Oder  Wacker Innsbruck. Weil Präsident Gerhard Stocker in seiner Funktions als Aufsichtsratschef der Liga  wenig Interesse hat, dass ihm einiges um die Ohren fliegt, da Rapid mit einer Klage auf die neue Situation reagiert hätte. Einige führten die Rapid-Vergangenheit von Innsbrucks Sportmanager Alfred Hörtnagl als Argument an. Im Laufe des Liga-Weihnachtsempfangs am Abend stellte sich heraus, dass die Innsbruck-Variane stimmte. Und danach outete sich Hartbergs erfolgreiche Präsidentin Brigitte Annerl: „Die Liga wird durch Streit nicht besser.“

Demnach müssten Salzburg und auch die Austria für eine neue Verteilung der TV-Gelder gewesen sein, obwohl es durch die steigenden Zuschauerzahlen für beide ein finanzieller Nachteil wäre, den der Meister locker wegstecken kann.  Ein Indiz dafür war der Satz von Rapids Wirtschaftsvorstand Christoph Peschek, dass es ihn verwundere, das Klubs, die zur Arbeitsgruppe über die TV-Gelder sassen, innerhalb kurzer Zeit ihre Meinung ziemlich änderten. Zur Arbeitsgruppe gehörten auch Salzburg und die Austria, vertreten durch AG-Vorstand Markus Kraetschmer. Der ließ bereits vor den Ligasitzungen in der Pressekonferenz über die erfolgreiche violette Wirtschaftsbilanz (2017/18 zweithöchster Umsatz seit der Ära von Frank Stronach, 661.000 Euro Reingewinn, 2,022 Millionen  Vereinsvermögen) Verständnis für Admiras Anliegen erkennen, weil die aktuellen Ist-Zahlen sich doch von den Hochrechnungen vor dem Beschluss im Frühjahr unterscheiden.

Das stellte Stunden später aber Herovits in Abrede, sprach nur von marginalen Unterschieden. Dann müsste bei Austria die Devise gelten, alles zu tun, um den Wiener Erzrivalen Rapid zu schaden. Da gibt´s die Achse mit dem LASK. Bei den TV-Geldern ist es noch nicht gelungen. Verwunderung löste der Rechtsvertreter aus, der Admiras Präsident Philip Thonhauser und Manager Amir Shapourzadeh zu der Sitzung begleitete.  Jener Anwalt, der im Sommer für Lukas Grozurek gegen die Admira um die Freigabe für Sturm gekämpft hatte, gestellt von Grozureks Berateragentur Stars&Friends.

Einstimmung votierten die zwölf Klubs für die Einführung des Videobeweises. Auch das wird eine Frage des Geldes. Unter einem siebenstelligen Betrag, so Ebenbauer, geht nichts. Er hofft auf finanzielle Untersützung der UEFA, das es sich ja um eine kleinere Liga handelt. Er will zwar das Projekt so schnell als möglich in die Tat umsetzen, glaubt aber, dass es erst mit einem neuen TV-Vertrag 2022 passieren wird. Die einfache Milchmädchenrechnung wäre, dass jeder Verein etwas auf den Tisch legt. Ebenbauer hofft auch, dass sich die Klubs doch durchringen werden, den Videobeweis größtenteils selbst zu finanzieren. Die Installation der Technik soll pro Klub eine halbe Million kosten. Einen zentralen Videokeller wie in Deutschland wird es nicht geben, die Videoassistenten sollen praktisch vor Ort in den TV-Übertragungswägen sitzen. Kommt billiger. Aber wetten, dass es  einen Streit geben wird, wer wie viel für den Videobeweis zahlen soll? Da kommt sicher die Variante ins Spiel, dass die Klubs, die mehr TV-Gelder bekommen, auch mehr zahlen sollen.

Foto: Bundesliga.at.

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