Fußball

Burgstaller hat sich schon bezahlt gemacht: Aber Rapid muss auf sich selbst böse sein!

Viel hätte nicht gefehlt und auch Rapid wäre in Baku gegen Aserbaidschans Vizemeister Neftci so wie am Mittwoch Sturm Graz in Lodz gegen Dynamo Kiew und Wolfsberg in Klagenfurt  gegen Gzira aus Malta kein Tor gelungen. Das wäre eine blamable Bilanz für Österreichs Bundesligaklubs gewesen, Die verhinderte praktisch mit der letzten Aktion  Guido Burgstaller. Er traf in der 95. Minute nach einem hohen Ball von Kevin Wimmer, den  Rene Kriwak mit dem Kopf verlängerte, ins lange Eck zum 1:2 (0:1). Das Tor vergrößerte sicher Rapids Chancen zum Aufstieg ins Play off um die Conference League, verhinderte aber nicht die erste Niederlage nach sieben Spielen und änderte nichts an einer enttäuschenden Leistung. Burgstallers Rückkehr hat sich aber schon jetzt bezahlt gemacht: Siegestor zum 1:0 im Cup bei Treibach, beim 2:1 in Danzig gegen Lechia Gdansk den Elfmeter zum 2:0 herausgeholt, Siegestor zum 1:0 bei Austria Klagenfurt und in Baku bei rund 30 Grad Hitze der Treffer, der wieder Hoffnung machte.

Trainer Ferdinand Feldhofer (Bild oben) brachte vier Tage nach dem Zittersieg in Klagenfurt sechs Neue in die Startelf: Kevin Wimmer,  Aleksa Pejic, der wieder gelb sah, Moritz Oswald, Marco Grüll und Burgstaller. Nicht nachvollziehbar war, dass Max Hofmann draußen blieb. Er war in Klagenfurt sicher der bessere Innenverteidiger als Michael Sollbauer. Feldhofers Festhalten an der Neuerwerbung sollte sich noch rächen. Rapid hätte durch einen Lattenschuss von Ante Bajic nach 17 Minuten in Führung gehen können, zu diesem Zeitpunkt aber auch schon zurückliegen können. Das passierte knapp vor der Pause, als Wimmer einen Schuss von Jaber unhaltbar abfälschte. Nach einer Stunde sah es noch schlechter aus, weil eine Slapstick-Aktion der Abwehr zum 0:2 führte. Das begann mit einem schlechten, hohen Rückpass von Sollbauer auf Niklas Hedl, den der Tormann zum kurz davor eingewechselten Patrick Greil köpfte. Dessen schlechten Rückpass auf Wimmer nützte der Amerikaner Kenneth Saief zur 2:0-Führung von Neftci.  Dabei schien es zu bleiben, obwohl der für Bajic eingewechselte Nicolas Kühn mehr Leben ins Rapid-Spiel brachte, dreimal den Anschlusstreffer verpasste. Aber es gab zum Glück noch Burgstaller.

Feldhofer berichtete nachher, dass die Mannschaft auf sich selbst böse sei. Dazu hat sie auch allen Grund. „Wenn man so schlecht verteidigt wie wir, kann man international nicht gewinnen. Das Anschlusstor haben wir uns aber verdient, jetzt sind wir am Leben!“ Das stimmt zwar, aber vielleicht sollte auch er über die Bücher gehen, ob seine „Rotationsmaschinerie“ wirklich etwas bringt oder für Unruhe sorgt. Im Duell der möglichen Play-off-Gegner trennten sich Vaduz und Konyaspor 1:1 (0:0). Der Meister aus Liechtenstein, bei dem Ex-Rapidler Kristjan Dobras durchspielte, führte von der 72, bis zur 88. Minute, ehe den Türken durch Muhammet Demir der Ausgleich gelang.

Die Wiener Austria muss sich im Play-off zur Europa League ebenfalls auf einen türkischen Gegner einstellen: Fenerbahce Istanbul gewann das Heimspiel gegen den tschechischen Cupsieger FC Slovacko 3:0 (2:0). Aufatmen kann Österreichs Ex-Teamchef Franco Foda über seinen ersten Sieg mit dem Schweizer Meister FC Zürich. Nach dem 2:0 (1:0) in Belfast gegen Linfield, bei dem der aus Hartberg geholte Donis Avdijaj ab der 72. Minute spielte, müsste das Play-off zur Europa League gegen Hearts aus Schottland geschafft sein.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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