Fußball

Chancenlos! Mit 0:2 wieder zurück in der Realität

Das vierte Spiel unter dem neuen Teamchef Ralf Rangnick muss für alle, die in den ersten drei entscheidende Fortschritte bemerken wollten, ein schwerer Schlag gewesen sein. Denn das  0:2 (0:2) gegen Dänemark im ausverkauften Parken-Stadion von Kopenhagen signalisierte die Rückkehr in die Realität. Österreich war so chancenlos wie letzten Oktober beim 0:1 in der WM-Qualifikation im gleichen Stadion, wirkte damals defensiv sogar stabiler.  Im September wird bei den letzten zwei Spielen der Nations League gegen Frankreich im Stade de France von Paris und im Wiener Happel-Stadion gegen Kroatien gegen den Abstieg aus der Gruppe A kämpfen. Gegen Weltmeister Frankreich, der in Paris gegen Kroatien durch einen von Luka Modric verwandelten Elfmeter 0:1 (0:1) verlor und zwei Punkte hinter Österreich Gruppenletzter ist. Als Titelverteidiger ist Frankreich bereits gescheitert, kann nicht mehr die Gruppe gewinnen und ins Semifinale aufsteigen.

Sechs Umstellungen gab es in der Startformation gegenüber dem 1:1 gegen Frankreich. Rangnick ließ im 4-2-2-2 agieren, Patrick Wimmer im rechten Mittelfeld, wo bisher Konrad Laimer spielte, debütieren. Und bot nicht wie erwartet Linksfuß Marco Friedl als linken Verteidiger auf, sondern Valentino Lazaro auf. Weil Friedl verletzt und nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Eine Improvisation, die bereits vor Anpfiff bei Herbert Prohaska im ORF-Studio für Bedenken sorgte. Er sollte recht behalten. Neuling Wimmer kam schon nach 16 Sekunden zur ersten Torchance. Es sollte auch die einzige von Österreich bis in die Nachspielzeit bleiben. Auch für die Dänen war es das vierte Spiel in elf Tagen, aber sie wirkten auch ohne Christian Eriksen, der erst im Finish eingewechselt wurde, frischer, dynamischer, meist den berühmten Schritt schneller, gewannen mehr Zweikämpfe, ließen den Ball besser und schneller zirkulieren.  Sorgten über ihre rechte Seite, über Ex-Salzburg-Legionär Rasmus Kristensen und Andreas Skov Olsen für gefährliche Situation. Lazaro (Bild oben) wusste dagegen keinen Rat, wurde allerdings öfters in Stich gelassen.

Im Oktober hielt Österreich bis zur 54. Minute ein 0:0, Montag führten die Dänen schon nach 38 Minuten 2:0. Ein hoher Ball aus der eigenen Hälfte, nach dem Kevin Danso ein Kopfballduell verlor und Christopher Trimmel schlecht aussah, führte nach 21 Minuten zur Führung durch Wolfsburg-Stürmer Jonas Wind. Beim 2:0 durch Skov Olsen nach Pass von Wind gab es große Lücken in Österreichs Abwehrzentrum, in dem David Alaba als Chef, der alles ordnet, doch sehr abging. Auch für Max Wöber als Linksverteidiger gab es keine gleichwertige Alternative.

Rangnick musste zur Pause reagieren, änderte das System und das Personal. Er brachte Laimer, Stefan Lainer und Karim Onisiwo für den angeschlagenen Xaver Schlager, bis dahin der auffälligste Österreicher, Wimmer und Lazaro, stellte auf eine Fünferabwehr mit Trimmel, Gernot Trauner und Danso als Innenverteidiger sowie Lainer und Andi Weimann, später Marcel Sabitzer auf den Außenpositionen um. Das steigerte die Kompaktheit in der Defensive, änderte offensiv wenig. Ebenso die spätere Einwechslung von Marcel Arnautovic und Michael Gregoritsch. „Wir müssen daraus lernen“, meinte Schlager, „Dänemark war besser und gewann verdient. Vor einer Woche waren wir besser, aber die Dänen siegten!“ Trauner sprach von zu große Naivität bei den dänischen Toren ein.

„Wir konnten erstmals nicht einmal ansatzweise unsere Matchplan auf dem Platz umsetzen“, gestand Rangnick, „deshalb war die Niederlage die logische Konsequenz. Wir hätten auch 1:4 oder 1:5 verlieren können, waren auch nicht mutig genug!“ Rangnick meinte, Österreich hätte aus den vier Partien problemlos drei, vier Punkte mehr herausholen können: „Aber ich habe viele positive Dinge mitgenommen, bin guten Mutes für die Zukunft!“

 

Foto: UEFA.

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