Fußball

Das Megapech von Kevin Stöger trifft auch Franco Foda

In der vorletzten Minute des letzten Saisonspiels sich so schwer zu verletzten, dass eine Operation und halbjährige Pause folgen, bedeutet ein Megapech. Passiert ist dies Kevin Stöger, einem der Österreicher, die  n dieser Saison der deutschen Bundesliga auf sich aufmerksam machten. Mit konstant starken Leistungen für Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, der als Zehnter souverän den Klassenerhalt schaffte. Ein Kreuzbandriss im linken Knie zerstört vorerst einige Karrierepläne des 25jährigen Oberösterreichers, zu denen auch das Debüt in Österreichs Teamdress gehört hätte. Das wäre in den Juni-Spielen der EM-Qualifikation gegen Slowenien und Nordmazedonien sicher ein ernstes Thema gewesen. Denn hinwegsehen über die starken Auftritte Stögers konnte Teamchef Franco Foda eigentlich nicht mehr. Zudem besteht ja nach dem missglückten Start mit Niederlagen gegen Polen und Israel der Bedarf an Veränderungen und neuen Impulsen. Foda hat durch Stögers Ausfall eine Möglichkeit weniger. Der Teamchef kennt die Qualitäten des Linksfuß mit den starken Standards bereits seit fünf Jahren, als er für einige Zeit Stögers Trainer bei Kaiserslautern in der zweiten Liga vor.

E ist leider schon der zweite Kreuzbandriss, der Stöger einbremst. Der erste passierte vor drei Jahren in seiner ersten Saison bei Bochum. In der zweiten war er so auffällig, dass Düsseldorf nach dem Aufstieg rasch zugriff.  Die Umstellung auf die oberste Spielklasse, die Forderungen des 65jährigen Trainerurgesteins Friedhelm Funkel  dauerte etwa drei Monate, aber ab November ging es mit Stöger ebenso wie mit der Fortuna steil aufwärts. Da wuchs die Nummer 22 zu einem wichtigen Baustein beim sensationellen Klassenerhalt, blieben Highlights von ihm in Erinnerung. Etwa beim 3:3 in München gegen Bayern (Bild oben) oder knapp vor Weihnachten beim 2:1 gegen Borussia Dortmund. Das war die erste Saisonniederlage des damals überlegenen Tabellenführers. Der perfekte Pass zum Siegestor kam von Stöger.

Sieben Assists und ein Tor trug Stöger zu Fortunas Erfolgssaison dabei. Und viele, viele Kilometer. Seine Laufleistung von 12,7 Kilometern beim 4:1-Heimsieg gegen Werder Bremen am 27.April wurde von keinem anderen Bundesligaspieler in dieser Saison übertroffen. Klar, dass dies auch besseren Klubs als Fortuna auffiel. Stöger hatte in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel um 2,5 Millionen Euro. Die hätten seine Interessenten, zu denen laut italienischen Medien auch AS Roma gehört, locker bezahlt. Aber das ist jetzt ein Thema. Sondern die Operation nach der Reha, um wieder fit zu werden. Aber ein halbes Jahr fällt er sicher aus. Das  ersetzte auch die Fortuna in eine Art Schockzustand. Sportchef Lutz Pfannenstiel versprach dem Pechvogel die bedingungslose Unterstützung des Klubs, will trotzdem seinen Vertrag, der bis 2020 läuft, vorzeitig und langfristig verlängern. Ein kleiner Trost, der die Schmerzen aber nur wenig lindern kann.

Foto: Instagram .

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